Spittelau wird modernisiert und umweltfreundlicher

Die Abfallbehandlungsanlage Spittelau verfügt über eine der weltweit modernsten Rauchgasreinigungen. Sie verwertet jährlich rund 250.000 Tonnen Müll. Einige Komponenten des Werks haben nun ihren Produktlebenszyklus überschritten.

Grafik der Anlage Spittelau

Die Abfallbehandlungsanlage Spittelau wurde von Friedensreich Hundertwasser gestaltet.

Wien Energie Fernwärme investiert in den nächsten vier Jahren 130 Millionen Euro in deren Modernisierung. Ziel ist es, Hundertwassers Meisterwerk bis 2015 bei gleichem Erscheinungsbild auf neuesten technischen Stand zu bringen.

DI Gerhard Fida, Geschäftsführer von Wien Energie Fernwärme:


Durch Sanierung, Neuerrichtung und Optimierung wird der Abfall künftig ökologischer behandelt und die im Abfall enthaltenen Energieressourcen effizienter eingesetzt.

Abfalllogistikzentrum in Simmering übernimmt Müll

Während der bis 2015 dauernden Umbauphase bleibt bis auf wenige Monate eine der beiden Verbrennungslinien in Betrieb. Während des Gesamtstillstands der Anlage zwischen September 2013 und Februar 2014 übernehmen andere Verbrennungsanlagen die Kapazitäten. Zugleich wird auch das bis dahin fertiggestellte Abfalllogistikzentrum in Simmering (ALZ) die Zwischenlagerung des Mülls in Ballen übernehmen.

Energiewirtschaftliche Optimierung

Die Abfallbehandlungsanlage Spittelau zählt heute zur zweitgrößten Erzeugerin im Fernwärmeverbundnetz. Die energiewirtschaftliche Optimierung sorgt dafür, dass sich dieser Output weiter verbessert. Im Zuge der Modernisierung werden

  • die Müllkessel 1 und 2 erneuert,
  • die Denox-Anlage (ein Katalysator) ausgetauscht,
  • die alten Elektro-Filter durch Gewebefilter ersetzt, wodurch sich die Emissionssituation weiter verbessert,
  • eine neue Umformerstation zur Fernwärmeauskopplung installiert,
  • die alte Turbine durch eine neue samt Generator ersetzt,
  • ein neues Entaschungssystem eingerichtet und
  • ein neuer Speisewasserbehälter und ein neues Wasser-Dampf-System installiert.

Obwohl die Abfallmengen gleich bleiben, werden die Modernisierungsmaßnahmen eine Einsparung von fünf Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr bei gleichzeitiger Verdreifachung der Stromproduktion auf rund 13 Megawatt bringen.

Fernwärme: ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz

Video: Das Fernheizwerk Spittelau wird modernisiert

Als aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Verbesserung der Luftgüte wird der Anteil der Fernwärme bis 2020 weiter ausgebaut. Der Ausbau und die Modernisierung von Fernwärme ist ein Kernpunkt im Klimaschutzprogramm II sowie in der Urbanen Luft Initiative der Stadt Wien. Erreicht werden soll der Anstieg des Marktanteils der Fernwärme durch Infrastruktur-Investitionen in Höhe von 600 Millionen Euro in den kommenden Jahren. Rund ein Viertel davon entfällt auf den Umbau der thermischen Abfallbehandlungsanlage Spittelau.


Zeitplan des Bauprojekts bis 2015

Der Umbau der Abfallbehandlungsanlage Spittelau hat im Dezember 2011 mit ersten Vorarbeiten begonnen und wird bis Mitte 2015 abgeschlossen sein.

  • Dezember 2011 bis Februar 2012:
    • In dieser Zeit werden diverse Bauvorarbeiten durchgeführt. Es werden die Baustelle und ein Baucamp eingerichtet, Bautafeln aufgestellt und ein Turmdrehkran installiert.
  • März bis April 2012:
    • Die eigentlichen Umbauarbeiten beginnen, die Anlage steht still. Im Müllbunker wird umgebaut und der Schlackenbunker überbaut. Alle Verbindungen zwischen den Müllkessel werden getrennt, um später mit der Demontage gefahrlos beginnen zu können.
  • Ab Mai 2012:
    • Demontage von Kessel 2
  • Herbst 2012 bis etwa August 2013:
    • Montage des neuen Kessels und Gewebefilters samt Nebenaggregaten
  • Frühjahr 2013:
    • Montagebeginn an den neuen Fernwärme-Umformerstationen
  • August 2013:
    • Eine neue Turbine mitsamt Generator wird geliefert und eingebaut.
  • September 2013 bis Februar 2014:
    • Die heiße Phase des Bauvorhabens beginnt. Gemeinsame Anlagenteile wie die DeNOx-Anlage (Katalysator für Stickoxyde) oder der Aschesilo werden demontiert und erneuert. Der alte Kessel 1 wird ebenfalls demontiert und der neue Kessel 2 für die Inbetriebnahme vorbereitet.
  • März 2014:
    • Der Kessel 2 ist jetzt einsatzbereit für das erste Müllfeuer. Der Einbau der Turbine mitsamt Generator ist abgeschlossen.
  • Mai 2014:
    • Die Stromproduktion wird wieder aufgenommen, die Arbeiten am Kessel 1 zur Wiedererrichtung laufen an.
  • Mai/Juni 2015:
    • Alle Erneuerungs-, Sanierungs- und Umbauarbeiten sind nun abgeschlossen. Die Anlage Spittelau kann wieder in vollem Umfang in Betrieb genommen werden.
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