Mona Müller, wien.at-TV: "Hallo bei einer neuen Ausgabe von wien.at-TV, ich freue mich, dass Sie zusehen. Was bringt Ihnen diese Sendung? Sie erfahren es jetzt:"
Major Cities of Europe - Städte treffen einander in Wien
Internationaler Tag gegen Homophobie - Aufklärung bereits in der Schule
Gesundheits-Bim wird zum Charta-Treffpunkt
Content Award - Einreichung ab Juni
Städtebarometer 2012
Das aktuelle Mediengespräch des Bürgermeisters stand ganz im Zeichen des 62. Städtetages in Dornbirn. Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger präsentierte in diesem Zusammenhang den Städtebarometer 2012. Im Zentrum dieser vom Institut SORA erstellten Studie steht das Lebensgefühl in Österreichs Städten.
Thomas Weninger, Österreichischer Städtebund: "Grosso Modo ist es das selbe Bild wie in den letzten drei Jahren, Tendenz sogar wieder steigend nach einem leichten Einbruch aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise, aber: höchste Zustimmung zum Lebensgefühl und hohe Zufriedenheit mit unseren Städten und größeren Gemeinden."
Bürgermeister und Städtebundpräsident Michael Häupl betonte dabei, wie wichtig die Solidarität zwischen den Städten und dem Bund sei, vor allem unter dem Aspekt des Finanzausgleichs.
Michael Häupl, Bürgermeister und Städtebund-Präsident: "Also ich denke, dass es in Österreich jedenfalls keine Diskussion geben kann darüber, dass man erstens das Sparpaket ergänzt durch ein Wachstumspaket und dass es mit Sicherheit auch keine Diskussion darüber geben kann, dass man die Finanzkraft der Gemeinden und Städte entsprechend erhält. Um so auch wachstumsfördernd wirken zu können durch die Investitionen der Städte, die ja nicht à fonds perdu gegeben werden, sondern für die notwendigen Dienstleistungen, die ja große Beachtung und große Zustimmung in der Bevölkerung haben."
Major Cities of Europe-Konferenz
Mona Müller, wien.at-TV: "Unter dem Motto 'ICT - Driving the City of tomorrow?' geht von 4. bis 6. Juni die 'Major Cities of Europe Conference' über die Bühne. Dabei geht es um den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien in Städten. Man wird sich etwa der Frage widmen, wie viel Mitspracherecht BürgerInnen in Städten haben sollen. Und natürlich Vielem mehr."
Vom 4. bis 6. Juni 2012 wird in Wien die "Major Cities of Europe"-Konferenz stattfinden. Das Motto dieser Tagung lautet: "Wie funktioniert die Stadt von morgen?" Dabei werden Themen Open Government, Open Data, Social Networks, Cloud Computing und Smart Cities im Vordergrund stehen.
Johann Mittheisz, CIO der Stadt Wien: "Immerhin haben wir ein toll ausgebautes E-Government-Leistungsangebot - mehr als 600 Amtshelferseiten. Sehr viele der Anträge kann man schon online abwickeln. Wir haben wirklich bewundernswerte Grundlagen wie einen Stadtplan."
Im Herzen Mitteleuropas gelegen und als Kongressstadt von Weltruf hat Wien für eine derartige Veranstaltung die idealen Voraussetzungen:
Ob große, mittlere oder kleine Städte - alle stehen vor den gleichen Herausforderungen: Innovative Informations- und Kommunikationstechnologien werden in Zukunft wesentliche Bestandteile einer funktionierenden bürgernahen Verwaltung sein.
Johann Mittheisz, CIO der Stadt Wien: "Open Government steht daher für eine Öffnung der Regierung und der Verwaltung zum Bürger hin und zur Wirtschaft."
In interaktiven Workshops werden CIOs und IT-Manager aus österreichischen und europäischen Städten über ihre bisherigen Erfahrungen diskutieren und dabei Informationen austauschen.
Tag gegen Homophobie
Mona Müller, wien.at-TV: "Beleidigung, Ausgrenzung und Ablehnung von homosexuellen Menschen kommt oft auch im schulischen Bereich vor. Daher nutzt die Stadt Wien den Internationalen Tag gegen Homophobie um gegen homophobes Bullying an Wiens Schulen vorzugehen. Unter dem Motto 'Mach deine Schule sicherer und verbessere das Lernklima für alle' setzt diese Maßnahme bereits bei der jüngeren Generation an. Sehen Sie Außenreporter Georg Widerin im Gespräch mit Angela Schwarz von der Antidiskriminierungsstelle."
Georg Widerin, wien.at-TV: "Die Stadt Wien setzt nun Maßnahmen gegen homophobes Bullying. Was ist denn Bullying?"
Angela Schwarz, Wiener Antidiskriminierungsstelle: "Bullying ist ein Oberbegriff für Gewalt in der Schule - für psychische, physische, aber auch verbale Attacken gegen Einzelpersonen, einzelne SchülerInnen oder aber auch Gruppen, wegen eines bestimmten Merkmals, das sie entweder haben oder auch nicht haben. Das ist eine organisierte Ausgrenzung, zum Teil Beschimpfung."
Georg Widerin, wien.at-TV: "Wie schaut denn dieser Maßnahmenkatalog nun aus?"
Angela Schwarz, Wiener Antidiskriminierungsstelle: "Da wird Schulen Informationsmaterial und Schulungsmaterial zur Verfügung gestellt, wo Lehrerinnen und Lehrer besser auf Bullying oder homophob motiviertes Bullying reagieren können. Das sind zum Beispiel drei Broschüren, die im Rahmen eines EU-Projekts erstellt wurden. Und Handlungsbedarf besteht insofern, dass die meisten gesagt haben, sie haben nichts getan oder nicht gesehen, dass aktiv eingegriffen worden wäre."
Georg Widerin, wien.at-TV: "Heißt das, salopp formuliert, es herrscht ein Mangel an Zivilcourage vor, an den Schulen?"
Angela Schwarz, Wiener Antidiskriminierungsstelle: "Salopp gesagt könnte man sagen: ja. Es ist so, dass Bullying-Attacken oft dort stattfinden… Nicht im Unterricht, sondern im unterrichtsfreien Raum - auf den Gängen, in Pausenhallen, wenn es so etwas gibt. Da ist es manchmal schwierig für Mitschülerinnen und Mitschüler einzugreifen. Lehrerinnen und Lehrer bemerken es vielleicht auch nicht so leicht. Aber es geht darum, Sensibilität zu erzeugen und Maßnahmen zu entwickeln: Wie kann es gar nicht soweit kommen?"
Georg Widerin, wien.at-TV: "Wenn wir jetzt von homophoben Bullying sprechen, welche Altersgruppen betrifft das vor allem?"
Angela Schwarz, Wiener Antidiskriminierungsstelle: "Wenn man Homophobie, homophobes Bullying hernimmt - das Schimpfwort 'Schwuler', 'Schwuchtel', 'Lesberl' ist eines der beliebtesten in der Schule und realistischer Weise fängt es in der Volksschule an. Das ist jetzt nicht auf eine bestimmte Altersgruppe bezogen. Lehrerinnen und Lehrer können selbstverständlich sexuelle Orientierungen benennen - Heterosexualität, Homosexualität, Bisexualität - also Platz geben, die Dinge besprechbar machen. Das ist so der erste Schritt gegen Diskriminierung und Bullying. Wenn ich mehr Informationen habe, ist es schwieriger die Klischees und Vorurteile aufrecht zu erhalten."
Georg Widerin, wien.at-TV: "Wir haben jetzt von verbalen Übergriffen gesprochen, aber es gibt ja nicht nur verbale Übergriffe."
Angela Schwarz, Wiener Antidiskriminierungsstelle: "Die Bullies, das sind die, die diese Gewalt ausüben, gehen davon aus, dass sie im Recht sind. Diese Person benimmt sich so, deswegen darf ich sie ausgrenzen und wenn sie sich weiterhin so benimmt, kann ich sie auch irgendwann schlagen. Das ist Gott sei Dank seltener als verbale Übergriffe, aber 16 Prozent haben körperliche Übergriffe gesehen oder erlebt."
Georg Widerin, wien.at-TV: "Kommen wir noch einmal zurück zur Zivilcourage. Wie soll oder wie kann sich jeder Einzelne verhalten, wenn er Zeuge einer derartigen Aktion, sei es verbal oder im schlimmsten Fall auch körperlich, eines derartigen Übergriffes wird?"
Angela Schwarz, Wiener Antidiskriminierungsstelle: "Für Schülerinnen und Schüler würde ich sagen: Lehrpersonal informieren, wenn es in dem Raum passiert, wo kein Lehrpersonal da ist. Versuchen, auf die Aggressorinnen, Aggressoren einzuwirken. Sagen, dass es nicht in Ordnung ist. Sagen, dass das nicht lustig ist, dass Hänseleien - lesbisch, schwule, homophobe, transphobe Witze nicht in Ordnung sind."
Georg Widerin, wien.at-TV: "Wohin können sich denn die Betroffenen wenden?"
Angela Schwarz, Wiener Antidiskriminierungsstelle: "In der Schule würde ich sagen: VertrauenslehrerInnen, Klassenvorstand. Natürlich auch Beratungsstellen, die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, die Beratungsstelle Courage, die Rosa-Lila-Villa, die Hosi Wien macht auch sehr viel Arbeit in Schulen. All diese Vereine haben auch Kontakt zu Schulen und versuchen Information anzubieten, weil oft ist es Informationsmangel, der diese ganzen Attacken auch bewirkt beziehungsweise fördert."
Georg Widerin, wien.at-TV: "Vielen Dank für das Gespräch."
Charta-Gespräch in der Gesundheits-Bim
Mona Müller, wien.at-TV: "Die Wiener Gesundheits-Bim will nicht nur aktiv auf Themen wie Ernährung, Bewegung oder seelische Gesundheit aufmerksam machen, sie hat sich auch als Schauplatz im Rahmen eines Wiener Charta-Gesprächs zur Verfügung gestellt. Themenschwerpunkt war 'Miteinander auskommen'."
Die Wiener Gesundheitsförderung prangt derzeit prominent auf einer Bim in Wien, und zwar mit gutem Grund.
Uta Derschmidt, Wiener Gesundheitsförderung: "Wir versuchen in der Wiener Bevölkerung ein Bewusstsein dafür zu fördern, dass man mit ganz wenigen Umstellungen - solange man noch gesund ist - viel dafür tun kann, dass man auch gesund bleibt."
Genau diese Straßenbahn hat ihre Türen im Rahmen der Wiener Charta zum Thema "Miteinander auskommen" geöffnet. Eingeladen waren alle BewohnerInnen der Stadt.
Brigitte Pfaffstaller, Charta-Moderatorin: "Ich habe bereits einige Charta-Gespräche moderiert und das, was ich schon erfahren habe - glaube ich auch hier wieder erleben zu dürfen - dass Anregungen kommen, gute Ideen kommen, Wünsche kommen, die man auch als Anregungen aufnehmen kann. Dass sich einfach viel in Sachen Ideen, die man hier in Wien umsetzen könnte, auftun. Und das wollen wir eben einsammeln."
Drei Hauptthemen werden im Rahmen der Wiener Charta diskutiert. Neben "Miteinander auskommen" sind das noch die Themen "Nicht immer dasselbe" und "Aufgeräumt wohlfühlen".
Brigitte Pfaffstaller, Charta-Moderatorin: "Ein Ziel ist mit Sicherheit eine große Personengruppe, also die Gesellschaft, die in Wien lebt, mit einzubeziehen in den Fragen: Wie können wir besser miteinander umgehen? In den Fragen: Was kann ich dazu beitragen, damit es besser funktioniert? Was erwarte ich mir auch von anderen?"
Bis Mitte Oktober können alle mitdiskutieren, sowohl online als auch vor Ort.
Content Award 2012
Mona Müller, wien.at-TV: "Abschließend noch ein Aufruf an alle Games-, Apps-, Short- und Visuals-Erzeuger: Der Content Award lädt auch heuer wieder Medienschaffende ein, ihre Neuheiten zu präsentieren und zu gewinnen."
Videoausschnitt
Es ist wieder so weit: Von 12. Juni bis zum 17. September können Kreative wieder ihre Ideen und Projekte beim Content Award 2012 einreichen. Der Content Award ist eine Leistungsschau für Medienschaffende von morgen.
Dirk Stermann (2011): "Es gibt 16 Preisträger. Wir haben eine Generalprobe gemacht vorgestern, die bis vor einer Stunde gedauert hat."
Ob Games, Apps, Shorts oder Visuals - hier sind Innovation und Kreativität gefragt.
In insgesamt acht Kategorien werden auch heuer wieder Projekte und Ideen mit jeweils 5.000 Euro prämiert. Die Preisübergabe im Zuge der Content Award Night wird am 22. November 2012 im Marx Palast stattfinden.
Claus Hofer, Technologieagentur ZIT: "Es ist immer wieder faszinierend, nicht nur für uns, sondern auch für die Jury-Mitglieder, die durchaus auch international sind, auf welch hohem Niveau hier in Wien gearbeitet wird."
Der Content Award soll den Medienstandort Wien stärken und jungen Kreativen eine Plattform geben, damit sie sich besser im Wettbewerb behaupten können. Interessierte finden detaillierte Informationen unter: www.contentaward.at.
Mona Müller, wien.at-TV: "Damit verabschiede ich mich für diese Woche und bedanke mich fürs Zusehen. Ich hoffe, wir sehen uns ab kommendem Freitag wieder, dann melden wir uns mit Neuem aus Wien wieder - bis dahin eine schöne Woche."
Tipp
Musikkapellen aus allen Bundesländern kommen am 1. und 2. Juni in Wien zusammen und blasen in allen Bezirken ordentlich in die Trompeten. Bereits zum 33. Mal findet in Wien das Blasmusikfest statt. Höhepunkt um 15 Uhr ist der Festzug aller Musikkapellen vom Maria-Theresien-Platz über die Ringstraße zum Rathausplatz. Ein gemeinsames Abschlusskonzert mit 1.200 Musikerinnen und Musikern setzt den Schlussakkord der Veranstaltung.