Straßenbahnfahrerinnen in Wien

Produktionsdatum:

2012


Erstausstrahlung:

13.04.2012


Copyright:

Stadt Wien


Vor 42 Jahren hat die erste Frau in Wien den Bann gebrochen und wurde Straßenbahnfahrerin. Heutzutage ist eine Frau am Steuer einer Straßenbahn keine Seltenheit mehr.

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Mona Müller, wien.at-TV: "U-Bahn-, Straßenbahn- oder Busfahren - in Wien ist das lenken der Öffentlichen Verkehrsmittel zum Glück längst keine Männerdomäne mehr. Immer mehr Frauen wagen sich hinters Steuer. Derzeit ist jeder zehnte Fahrzeuglenker eine Lenkerin. Was sie dazu sagen haben wir hinterfragt."

Vor 42 Jahren hat die erste Frau in Wien den Bann gebrochen und wurde Straßenbahnfahrerin, nachdem ein Jahr zuvor 1969, die Experten zu dem Ergebnis gekommen sind, dass "die Verteilung der Unfälle auf die Geschlechter keine Schlüsse auf körperliche oder seelische Überforderung der Frau als Straßenbahnmotorführer" zuließen - wer hätte das gedacht. Pejic Mirela ist auch Straßenbahnfahrerin, die Idee dazu hatte - ihr Vater.

Mirela Pejic, Straßenbahnfahrerin: "Eigentlich war das ganz spontan. Mein Vater hat in der Zeitung gelesen, dass sie neue Fahrer suchen und er hat gemeint, weil ich so gerne fahre, soll ich mich da mal bewerben und das habe ich dann auch getan."

Seit vier Jahren sitzt sie jetzt am Steuer und hebt den Frauenschnitt von 15 Prozent unter den Straßenbahnerinnen ein wenig an.

wien.at-TV: "Können Frauen genauso gut Autofahren und U-Bahn-Fahren?"

Passant: "Ja, schon ganz gut. Sehr sehr gut."

Passant: "Sicher ist hier die Routine bei Frauen eine geringere als bei Männern. Ich fahre 55 Jahre Auto. Ich glaube, mit der Zeit, wenn Frauen mehr fahren, hat das eine gute Auswirkung auf die Sicherheit des Straßenverkehrs."

Im Vorjahr haben die Wiener Linien insgesamt 57 neue Fahrerinnen aufgenommen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist hier ganz klar.

Mirela Pejic, Straßenbahnfahrerin: "Ich kann mich nicht beklagen. Ich mag den Job, ich mag die Zeiten, es gefällt mir einfach. Und mit den Kollegen kommen wir auch gut zurecht. Und wenn es noch Gentlemen sind, die uns ein bisschen helfen, ist das natürlich auch nicht schlecht."

Passantin: "Jede Frau ist gut - Straßenbahn, U-Bahn. Gut. Alle Frauen."

Passant: "Ich finde das sehr gut. Auch in die Politik gehören mehr Frauen. Ich bin für die Frauen."

Mirela Pejic, Straßenbahnfahrerin: "Ich glaube, heutzutage ist das nicht mehr so etwas Besonderes. Mittlerweile gibt es genug Frauen, die auch Straßenbahn fahren."

Manchen ist es auch schlichtweg egal.

Passant: "Es tangiert mich peripher."

Passantin: "Ja. Warum nicht? Sicher. Haben das gleich Recht wie alle anderen."

Mirela Pejic, Straßenbahnfahrerin: "Ab und zu gibt es schon Leute, die sich noch wundern oder das als etwas Besonderes empfinden. Aber mittlerweile ist es ganz normal für mich."

Frauen auf sogenannte untypische Berufe aufmerksam machen, möchte der Wiener Töchtertag am 26. April. Bleibt zu hoffen, dass es untypische Berufe irgendwann gar nicht mehr gibt.

wien.at-TV: "Das heißt, Sie steigen auch bei einer Frau gerne in die U-Bahn, oder nicht?"

Passant: "Freilich, das ist kein Unterschied. Gibt es Leute, die das bezweifeln?"