Ausstellung zum Design der 60er-Jahre 2012

Produktionsdatum:

2012


Erstausstrahlung:

02.03.2012


Copyright:

Stadt Wien


Bis 17. Juni 2012 können BesucherInnen des Hofmobiliendepots in der Zeit zurück reisen und die 60er-Jahre Revue passieren lassen.

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Mona Müller, wien.at-TV: "Bis 17. Juni können BesucherInnen des Hofmobiliendepots in der Zeit zurück reisen und die 60er-Jahre Revue passieren lassen. Im Mittelpunkt der neuen Schau liegt das Möbeldesign dieser Zeit. Ergänzend vermitteln Mode, Fernseher, Radios und andere Alltagsgegenstände das typische Lebensgefühl dieser Jahre."

Vietnam, Plastik, Atomkatastrophe, Hippies, Mondlandung, Pop-Art, Kalter Krieg. Die 50er - mit ihnen fängt die neue Ausstellung im Hofmobiliendepot an, die eigentlich "Sixties-Design" heißt.

Markus Laumann, Kurator: "Die Sixties haben immer Saison. Die 60er-Jahre sind ja sozusagen das Geburtsjahrzehnt unserer Zeit. Da arbeiten sich sicher auch die Nachkommen noch daran ab. Die ganzen gesellschaftspolitischen Fragen, an denen wir uns immer wieder noch abarbeiten, die haben alle ihre Wurzeln in den 60er-Jahren."

Markus Laumann, Kurator: "Ja, und die 60er-Jahre…klar, man geht raus und will dringend ein oder zwei von den Stücken dann kaufen."

wien.at-TV: "Das kann man aber nicht, oder?"

Markus Laumann, Kurator: "Das kann man schon. Das ist ja auch ein Zeichen, wie gut die 60er funktionieren. Gut die Hälfte der Stücke wird es wahrscheinlich noch oder wieder geben."

Wie etwa diesen Ball-Chair im Kugeldesign.

Markus Laumann, Kurator: "Natürlich, das ist ja das Jahrzehnt des Weltraums, die Eroberung des Weltraums. Da ist natürlich die Kugel ein zentrales Element, weil sie erinnert an Astronauten-Helme und an Satelliten. Der finnische Designer hier, Eero Arnio, hat also sozusagen die Wohnkapsel oder die Raumkapsel für zu Hause geschaffen."

wien.at-TV: "Was ist denn ihr Lieblingsstück in der Ausstellung?"

Markus Laumann, Kurator: "Da müssen wir nach hinten gehen. Ich mag es - ich finde, es ist ein sehr poetisches Stück, ein ganz reduziertes Stück. Für die 60er-Jahre eigentlich ein bisschen untypisch, aber es heißt Allunaggio, also die Mondlandung auf Italienisch. Es ist ein Stück von den Gebrüdern Castillioni aus Italien und es nimmt auf eine poetische und zurückhaltende Weise und auch ironische Weise auf dieses Großereignis Bezug, das ein Mega-Event war."

In zehn Stationen nehmen Möbelstücke oder auch Mode Bezug zu politischen und gesellschaftlichen Ereignissen. Zwei kulturelle Umbrüche spiegeln sich im Design der Möbel wider: Zum einen das Aufkommen eines konsumgesteuerten Massenmarktes, der zunächst auch in der Pop-Art Richtung zu finden ist.

Markus Laumann, Kurator: "Diese Lampen, diese fünf Stück, das sind Pillen. Also typisch Pop-Art, dass man es aufbläst, also viel größer macht. Das ist natürlich eine Anspielung auf den Drogenkonsum der 60er-Jahre. Die schauen ja aus wie überdimensionale Valium-Tabletten."

Zum anderen zeigen Exponate auch die Gegenrevolution zur Konsumgesellschaft auf.

Markus Laumann, Kurator: "Diese Gegenbewegung, Gegenrevolution, das trägt ja die Jugend und macht gegen so verkrustete Machtstrukturen, soziale Zwänge mobil. Und das äußert sich auch im Design. Das Sitzen wird antiautoritär, zum Beispiel - also dass man nicht mehr auf einem Sessel sitzt, der vier Beine hat und eine Rückenlehne und da sitzt man gerade drauf. Sondern da gibt es zum Beispiel den Sitzsack, wo man auf alle möglichen Arten sitzen kann, nur nicht gerade."

Wer nach der Ausstellung Lust auf Sixties in seiner Wohnung bekommt: Am 3. Juni geht im Hofmobiliendepot der Design-Flohmarkt über die Bühne. Wiener Designhändler bieten einen bunten Mix aus den 60ern zum Verkauf an.