Glossar der Fachbegriffe zur Bevölkerungsstatistik

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Allgemeine Fertilitätsrate
Lebendgeborene auf 1.000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren
Altersspezifische Erstheiratsrate
Quotient der erstmals heiratenden Frauen beziehungsweise Männer einer Altersgruppe und der entsprechenden Zahl der Wohnbevölkerung dieser Gruppe
Altersspezifische Fertilitätsrate
Lebendgeborene nach Altersgruppen der Mütter auf 1.000 Frauen gleichen Alters
Altersspezifische Sterbeziffer
Gestorbene nach Altersgruppen und Geschlecht auf 100.000 Lebende (gleichen Alters und Geschlechts); im 1. Lebensjahr Gestorbene bezogen auf die entsprechende Zahl der Lebendgeborenen
Altersstandardisierte Sterbeziffer
Altersspezifische Sterbeziffern gewichtet mit der Altersstruktur einer Standardbevölkerung und aufsummiert über alle Altersgruppen; durch die Gewichtung werden die Effekte der Unterschiede im Altersaufbau ausgeschaltet und zeitliche oder regionale Vergleiche ermöglicht.
Als Standardbevölkerung wurde der durchschnittliche Altersaufbau der Weltbevölkerung in den Jahren 2000 bis 2025 der WHO verwendet. Die Standardbevölkerung kann im Prinzip willkürlich festgelegt werden, ihre Auswahl bestimmt das Niveau der altersstandardisierten Sterbeziffer wesentlich, die relativen Unterschiede werden (durch unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Altersgruppen) ebenfalls, aber nur geringfügig, beeinflusst.
Bevölkerung
Personen, die in Wien mit Hauptwohnsitz gemeldet sind (inklusive Obdachlosenmeldungen) und um den Stichtag herum eine ununterbrochene Mindestaufenthaltsdauer von 90 Tagen in Wien aufweisen
Bevölkerung mit Migrationshintergrund
Einwohnerinnen und Einwohner, die entweder nicht die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen oder außerhalb Österreichs geboren wurden, werden als Personen mit Migrationshintergrund bezeichnet. Nach der Kombination von Geburtsland und Staatsangehörigkeit kann in Anlehnung an die Empfehlungen der UNECE eine Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund identifiziert werden. (UNECE-Conference of European Statisticians - Recommendations for the 2010 Censuses of Population and Housing: 2,4 MB PDF (Englisch))
Folgende Gruppen können unterschieden werden:
Personen mit primärem Migrationshintergrund: Außerhalb Österreichs geboren und keine österreichische Staatsbürgerschaft
Personen mit sekundärem Migrationshintergrund: Geburtsland Österreich, aber keine österreichische Staatsbürgerschaft
Personen mit tertiärem Migrationshintergrund: Österreichische Staatsbürgerschaft, aber nicht in Österreich geboren
Aus der Sicht der registerbasierten Bevölkerungsstatistik endet der Migrationshintergrund bei Nachkommen von eingebürgerten Eltern(-teilen). Das definitorische Konzept basiert demnach ausschließlich auf den Eigenschaften der betroffenen Personen und nicht, wie es im Mikrozensus vorgesehen ist, auf denen der Eltern(-teile). Ist auch der Migrationshintergrund der Eltern bekannt, lässt sich eine weiter gefasste Abgrenzung des Begriffes bilden, der besonders bei Kindern zur Anwendung kommt (siehe Geburtenstatistik) und in Österreich auf Basis von Mikrozensen vorliegt.
Bruttoreproduktionsrate
Diese gibt an, wie viele lebendgeborene Töchter eine Frau zur Welt bringen würde, wenn sich die altersspezifischen Fertilitätsverhältnisse des betreffenden Kalenderjahres in der Zukunft nicht verändern. Sie unterscheidet sich von der Nettoreproduktionsrate dadurch, dass die Mortalität der Frauen bis zum Ende der reproduktiven Phase nicht berücksichtigt wird.
Durchschnittliches Fertilitätsalter
Arithmetisches Mittel der Altersverteilung der einjährigen Fertilitätsziffern
Eheschließungsrate
Eheschließungen bezogen auf 1.000 Personen der Wohnbevölkerung
Erst-Ehe
Eheschließung, bei der beide Partner vorher ledig waren
Fertilität
Fruchtbarkeit
Geburtenbilanz
Zahl der Lebendgeborenen abzüglich der Zahl der Sterbefälle
Geburtenrate
Geburten bezogen auf 1.000 Personen der Wohnbevölkerung
Gesamterstheiratsrate
Summe der alters- (und geschlechts-)spezifischen Erstheiratsraten; sie gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass eine Person jemals heiratet, wenn die altersspezifischen Erstheiratsraten des Berichtsjahres konstant bleiben.
Gesamtfertilitätsrate (GFR)
Gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens durchschnittlich bekommen würde, wenn die im betreffenden Kalenderjahr herrschenden altersspezifischen Fertilitätsverhältnisse in der Zukunft konstant blieben. Die Sterblichkeit der Frauen wird bei der Berechnung der GFR nicht berücksichtigt.
Gesamtscheidungsrate
Summe der einjährigen ehedauerspezifischen Scheidungsraten in Prozent
Konventionsflüchtlinge
Erhalten vom Staat Asyl im Sinne der Genfer Konvention (unbefristetes Aufenthaltsrecht, freien Zugang zum Arbeitsmarkt, Begünstigungen bezüglich der Einbürgerungen)
Lebendgeborene
Als Lebendgeborene werden unabhängig von der Schwangerschaftsdauer alle Geborenen bezeichnet, wenn nach dem vollständigen Austritt aus dem Mutterleib irgendein Lebenszeichen, zum Beispiel der Herzschlag oder eine deutliche Bewegung der Muskulatur, erkennbar ist. Neugeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 2.500 Gramm gelten als Frühgeburten.
Lokales (örtliches) Melderegister (LMR)
Das Lokale (örtliche) Melderegister wird in Wien von der örtlichen Meldebehörde (MA 62) geführt. Die Meldefälle werden vom LMR an das ZMR weitergeleitet.
Mortalität
Sterblichkeit
Natürliche Bevölkerungsbewegung
Geburten, Sterbefälle, Eheschließungen
Nettoreproduktionsrate
Sie gibt an, wie viele lebendgeborene Töchter eine Frau unter Berücksichtigung der weiblichen Sterblichkeit von der Geburt bis zum Ende der reproduktiven Phase zur Welt bringen würde, wenn sich die altersspezifischen Fertilitätsverhältnisse des betreffenden Kalenderjahres in der Zukunft nicht verändern. Die Sterblichkeitsverhältnisse des herrschenden Kalenderjahres werden ebenfalls konstant gehalten.
Paritätsziffer
Ordnungszahl der Geburt (Geburtenfolge)
POPREG
Bevölkerungsregister der Statistik Austria, das auf Basis des ZMR geführt wird
Registerzählung
Eine Registerzählung beruht auf der Zusammenführung von anonymisierten Daten aus amtlichen Registern (Zentrales Melderegister, Gebäude- und Wohnungsregister, Unternehmensregister und anderen), die aus dem Verwaltungsvollzug gewonnen werden.
Säuglingssterblichkeit
Gestorbene unter einem Jahr bezogen auf 1.000 Lebendgeborene
Sexualproportion
Anzahl der Personen männlichen Geschlechts auf 1.000 Personen weiblichen Geschlechts
Sterberate
Sterbefälle bezogen auf 1.000 Personen der Wohnbevölkerung
Totgeborene
Leibesfrüchte mit einem Geburtsgewicht von über 500 Gramm, bei denen nach dem vollständigen Austritt aus dem Mutterleib keine Lebenszeichen erkennbar sind. Totgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm gelten als Fehlgeburten und werden nicht beurkundet. Die Abgrenzung zwischen Totgeburten und Fehlgeburten wurde 1977 und 1995 jeweils zugunsten der Totgeburten verändert, die Änderung 1995 bedeutet eine definitorische Erhöhung der Totgeburtenhäufigkeit um etwa ein Drittel.
Wanderungsbilanz
Zahl der Zuzüge minus Zahl der Wegzüge
ZMR
Zentrales Melderegister des Bundesministeriums für Inneres
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Wirtschaft, Arbeit und Statistik (Magistratsabteilung 23)
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