Erläuterungen zur Bevölkerungszusammensetzung - Statistiken
Altersstruktur
Trotz gestiegener Geburtenzahlen und der Zuwanderung überwiegend junger Menschen befindet sich Wien etwa seit der Jahrtausendwende in einer Phase demographischer Alterung. Zwar wird der Anteil der über 75-Jährigen noch bis 2013 etwas abnehmen, die geburtenstarken Jahrgänge 1939 bis 1944 haben aber bereits das Pensionsalter erreicht. Da die nachfolgenden Kohorten mit Ausnahme des Kriegsendes 1945/1946 und der Geburtsjahrgänge 1949 bis 1953 ebenfalls stärker besetzt sind und in die Baby-Boom-Generation, die durch die Zuwanderungswelle um 1990 noch verstärkt wurde, überleiten, wird sich dieser Alterungsprozess in den nächsten Jahren noch beschleunigen und mehrere Jahrzehnte anhalten. Allerdings wird Wien voraussichtlich erst nach 2035 wieder ähnliche Anteile von Seniorinnen und Senioren aufweisen, wie sie infolge der starken Zuwanderung vor dem Ersten Weltkrieg bereits um 1970 zu verzeichnen waren. Faktum ist, dass Wien als einziges Bundesland in den letzten drei Jahrzehnten demographisch "jünger" wurde. Im Jahr 2020 wird es voraussichtlich von allen Bundesländern den niedrigsten Anteil der 65- und Mehrjährigen an der Gesamtbevölkerung aufweisen.
Migrationshintergrund

Bevölkerungsanteile mit nicht österreichischer Staatsangehörigkeit 1981 bis 2008 und nach Migrationshintergrund 2001 bis 2008
In den letzten Jahren hat sich die Zuwanderung aus dem Ausland wieder verstärkt. Dadurch hat sich der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer auf 20,1 Prozent erhöht. Die Beschleunigung des Anstieges des Ausländeranteils ist dabei seit 2006 auch auf den Rückgang der Einbürgerungen infolge einer Änderung des Staatsbürgerschaftsgesetzes zurückzuführen (siehe Einbürgerungen).
Eine Abschätzung der Einwohnerinnen und Einwohner nach Migrationshintergrund ergibt für 2008 einen Anteil von 32,3 Prozent (545.770 Personen). Diese Abgrenzung beinhaltet die Einwohnerinnen und Einwohner mit nicht österreichischer Staatsangehörigkeit, die im Ausland geboren wurden (primärer Migrationshintergrund, Zuwanderinnen und Zuwanderer), oder in Österreich zur Welt kamen (sekundärer Migrationshintergrund beziehungsweise Ausländerinnen und Ausländer der sogenannten zweiten Generation), sowie im Ausland geborene Österreicherinnen und Österreicher (tertiärer Migrationshintergrund beziehungsweise eingebürgerte Personen). Die konzeptionelle Definition ist jedoch eingeschränkt, da sie in Österreich geborene Kinder von bereits eingebürgerten Migrantinnen und Migranten statistisch nicht berücksichtigen kann, andererseits aber die kleine Gruppe der Kinder von Österreicherinnen und Österreichern, die durch Auslandsaufenthalte der Eltern außerhalb Österreichs geboren wurden, beinhaltet.
Seit der Volkszählung 2001 hat sich die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund um etwa ein Drittel erhöht. Ihr Anteil an der Wiener Bevölkerung stieg von 25,9 Prozent auf 32,3 Prozent. Vier Gemeindebezirke haben einen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund von über 40 Prozent. Spitzenreiter ist Rudolfsheim-Fünfhaus mit 46,6 Prozent.
Herkunftsländer
Die zahlenmäßig größten Gruppen der Migrantinnen und Migranten stammen aus Serbien, der Türkei, Deutschland, Polen sowie Bosnien und Herzegowina. Die Zuordnung zu den Nachfolgestaaten Serbiens und Montenegros ist derzeit nur teilweise möglich und deshalb nicht ausgewiesen. Der Anteil der Montenegrinerinnen und Montenegriner ist aber erkennbar sehr gering. Die Migrationsverflechtung zum Kosovo ist größer, zum Stichtag 31. Dezember 2007 war der Kosovo aber noch Teil Serbiens.
Die größten (absoluten) Zunahmen wiesen 2008 die Herkunftsländer Deutschland und Rumänien auf. Knapp ein Drittel der Bevölkerung mit Migrationshintergrund kommt aus Ländern der Europäischen Union, ein knappes Fünftel aus nicht europäischen Ländern.
Altersgruppen
In der Altersgruppe der 30- bis 34-Jährigen haben Personen mit Migrationshintergrund mit etwas über 45 Prozent den höchsten Anteil. Auch bei den 25- bis 30-Jährigen und 35- bis 40-Jährigen liegt dieser über der 40 Prozent Marke.
Bezirke
Daten für die Gemeindebezirke sind insofern von beschränkter Aussagekraft, als nur wenige Bezirke eine weitgehend einheitliche soziodemographische Struktur aufweisen. So treten sowohl hinsichtlich Altersverteilung als auch Migrantinnen- und Migrantenkonzentration kleinräumig noch deutlich höhere Werte auf als auf Bezirksebene.
Wirtschaft, Arbeit und Statistik (Magistratsabteilung 23)
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