Wirkungen der Parkraumbewirtschaftung

Private Ingenieurbüros haben in jedem Bezirk die Situation vor und nach Einführung der Parkraumbewirtschaftung untersucht. Die Vorher-Nachher-Untersuchung erfolgte im Auftrag der Abteilung Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18). Die Wirkungen der Parkraumbewirtschaftung sind entsprechend in den Jahren 1993 bis 2003 sehr genau erfasst worden.

Stellplatzauslastung

Balkendiagramm: Vergleich der Stellplatzauslastung in den Bezirken 1 bis 9 und 20 am Vormittag

Reduktion der Stellplatzauslastung am Vormittag

Die Parkraumbewirtschaftung hat besonders an Vormittagen zu einer deutlichen Entlastung der Parkraumsituation geführt. Im 1. Bezirk ist die Stellplatzauslastung im öffentlichen Straßenraum von 121 Prozent auf 82 Prozent zurückgegangen. Im Durchschnitt der Innenbezirke hat sie sich von 100 Prozent auf 70 Prozent reduziert. Werte über 100 Prozent entstehen durch Falschparkerinnen und Falschparker, die die Parkvorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) übertreten.


Balkendiagramm: Vergleich der Stellplatzauslastung in den Bezirken 1 bis 9 und 20 am Abend

Stellplatzauslastung im Vergleich am Abend

Am Abend ergaben sich in den Innenbezirken Auslastungsverminderungen von durchschnittlich 99 Prozent auf 88 Prozent. Die größte Reduktion gab es in den Bezirken 7, 8 und 9. Dort sank die Auslastung um 20 Prozent. Am höchsten ist die Auslastung in der Josefstadt mit 94 Prozent.


Falschparker

Balkendiagramm: Vergleich der Falschparker in den Bezirken 1 bis 9 und 20

Reduktion der FalschparkerInnen

Die geringere Nachfrage nach Parkplätzen und die verbesserte Überwachung haben zu einem besonders starken Rückgang der Falschparkerinnen und Falschparker geführt. Das verkehrsbehindernde Falschparken, wie etwa in zweiter Spur, im Kreuzungsbereich, auf Schutzwegen und Gehsteigen, konnte um 78 Prozent auf ein Fünftel verringert werden.


Parkplatzsuche

Weil es eher freie Stellplätze gibt, hat sich auch die Parkplatzsuchzeit deutlich verringert. Die Fahrleistungen jener Fahrzeughalterinnen und -halter, die in den Bezirken 6 bis 9 einen Stellplatz im öffentlichen Straßenraum suchen, ist um 18 Prozent zurückgegangen. Unter Einbeziehung des Durchgangverkehrs und der Fahrzeuge, die in den Bezirken 6 bis 9 auf Privatgrund parken, beträgt der Rückgang der Fahrleistungen zwölf Prozent.

Verlagerung in Randbezirke

Der Anteil der Fahrzeuge mit Nicht-Wiener-Kennzeichen hat sich in den bewirtschafteten Bezirken tagsüber um mehr als zwei Drittel reduziert. Die Verlagerungswirkungen der parkenden Kfz auf die Nachbarbezirke sind unterschiedlich. In den Randbereichen entlang des Westgürtels (15. bis 19. Bezirk) ist die durchschnittliche Auslastung vormittags geringfügig von 91 Prozent auf 96 Prozent angestiegen, im 12. Bezirk von 90 Prozent auf 99 Prozent.

Grafik: unterschiedliche Beurteilung der Parkraumbewirtschaftung vor und nach ihrer Einführung in den Bezirken 6 bis 9 durch Besucher und Bewohner dar.

Beurteilung der Parkraumbewirtschaftung durch BesucherInnen und BewohnerInnen

Die etwas skeptische Haltung der Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigten der Bezirke 6 bis 9 gegenüber der Parkraumbewirtschaftung hat sich nach der Einführung zu einer mehrheitlich positiven Einstellung verändert.

Die Parkraumbewirtschaftung hat zu einer deutlichen Entspannung der Parkraumsituation während des Tages geführt. Es fahren auch weniger Autos in die bewirtschafteten Bezirke. Mit diesem Rückgang der Verkehrsleistung, also der gefahrenen Kilometer, haben Luftverschmutzung und Lärm abgenommen. Diese Auswirkungen konnten bisher in allen Bezirken, in denen die Parkraumbewirtschaftung eingeführt worden ist, in ähnlichem Ausmaß festgestellt werden. Die Parkraumbewirtschaftung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation und der Lebensqualität in Wien.

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