Handlungsschwerpunkte - Zielsetzungen Masterplan Verkehr Wien 2003

Schienen und Straßen für Europa

Grafik mit den drei Korridoren der Transeuropäischen Netze: TEN 17: Paris-Straßburg-Stuttgart-Wien-Bratislava; TEN 23: Danzig-Warschau-Brünn-Wien-Venedig/Koper; TEN 22: Athen-Sofia/Konstanza-Budapest-Wien-Prag-Nürnberg/Dresden

Drei Korridore der Transeuropäischen Netze führen durch Wien

Schienen- und Straßenausbau zur Standortverbesserung international und der Bau des neuen Hauptbahnhofes sind wichtige Projekte des Verkehrsknotens Wien. Innerstädtisch tragen die Verkehrsberuhigung von Wohngebieten sowie die Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs zur Konkurrenzfähigkeit Wiens in der Region bei. Die Beibehaltung der hohen Lebensqualität steht im Vordergrund. Mehr Gestaltungs- und Nutzungsspielräume im Straßennetz lassen mehr Platz für den Rad- und Fußgängerverkehr als wichtigste nachhaltige Fortbewegungsarten in der Stadt. Die attraktive Straßenraumgestaltung im entlasteten Straßennetz trägt viel zum Wohlbefinden in der Stadt bei. Sie ist ein Pfeiler der urbanen Lebensader einer Stadt.

Hauptbahnhof


S-Bahn plus! - attraktiver öffentlicher Verkehr zwischen Wien und der Region

Zug und Menschen auf einem Bahnsteig

Der Pendelverkehr nimmt zu. Circa 200.000 Menschen kommen täglich nach Wien. Mehr als 67 Prozent pendeln mit dem PKW in die Stadt ein. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs im regionalen Pendelverkehr soll deutlich erhöht werden. Die notwendige Infrastruktur soll gebaut und die Betriebsqualität verbessert werden.


U-Bahn - Impulse für die Stadtentwicklung

Pfeil mit Schriftzug "zur U-Bahn" auf dem U-Bahnsteig

Die U-Bahn ist mit Abstand das beliebteste Verkehrsmittel der Wienerinnen und Wiener. Sie stellt das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs dar. Mit den geplanten Verlängerungen (U1 Nord, U2 Nord bis Aspern) wird die U-Bahn eine Betriebslänge von 75 Kilometer aufweisen. Die U-Bahn trägt wesentlich dazu bei, dass die Wienerinnen und Wiener mehr als ein Drittel ihrer Wege per öffentlichem Verkehr zurücklegen. Sie erschließt wichtige Stadterweiterungsgebiete wie beispielsweise Rothneusiedl, Flugfeld Aspern (zukünftiger Name: Aspern Seestadt). Sie bietet damit die Basis für eine ökologische Erschließung der neu entstehenden Stadtteile.

Schnelle ÖV-Tangenten - attraktiver öffentlicher Verkehr an der Peripherie

Die U-Bahn alleine ist noch nicht der öffentliche Verkehr. Eine Vielzahl an Straßenbahn- und Busnetzen komplettieren das Angebot des öffentlichen Verkehrs. Diese Linien fungieren als Zubringer und Verteilerfunktion zum U- und S-Bahnnetz in der Fläche. Attraktive Straßenbahn- und Busverbindungen auch an der Peripherie sollen den öffentlichen Verkehr weiter stärken. Hier können Tangentiallinien als verbindende Elemente zwischen zwei U-Bahnlinien notwendige neue Verkehrsbeziehungen erschließen.

Stopp nur an Haltestellen - systematische Bevorrangung von Straßenbahn und Bus

eigener Straßenbahn-Gleiskörper neben der Kfz-Fahrbahn

Getrennte Gleiskörper verringern Störungen

Zur systematischen Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs sollen ganze Linien einem Beschleunigungsprogramm unterzogen werden. Dazu können eigene Gleiskörper und somit eine vom Kfz-Verkehr unabhängige Linienführung eine weitgehend störungsfreie Fahrt garantieren. Die Beeinflussung von Ampelanlagen durch den öffentlichen Verkehr und somit die Bevorrangung des öffentlichen Verkehrs soll helfen, die Durchschnittsgeschwindigkeit des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen. Der barrierefreie Umbau von Haltestellen und die Ausstattung mit Fahrgastinformationen erhöhen den Komfort und die Kundenzufriedenheit.

Sichere Mobilität: Vision Zero

Seit 1983 konnte die Zahl der Unfälle mit Personenschaden und die Zahl der verletzten und getöteten Personen um etwa 35 Prozent reduziert werden. Eine starke Abnahme ist dabei bei den getöteten Fußgängerinnen und Fußgängern zu verzeichnen. Seit 1998 ist allerdings eine Trendumkehr zu verzeichnen. Die Zahl steigt wieder leicht an. Die Stadt Wien hat sich die drastische Reduktion der Zahl der Getöteten und Verletzten zum Ziel gesetzt. Minus 50 Prozent der Toten und Verletzten bis 2020 und die langfristige Reduktion der Getöteten auf null wird angestrebt.

Platz da! - Rückgewinnung des öffentlichen Raumes

Neu gestalteter Ilgplatz im zweiten Bezirk

Das Straßennetz dient primär der Verknüpfung und der Erreichbarkeit von Standorten. Mobilität ist einem Zweck gewidmet. Die Funktionen, die das Straßennetz zu bewältigen hat, sind vielzählig: fließender und ruhender Verkehr, öffentlicher Verkehr, Fuß- und Radverkehr. Der Straßenraum ist nicht beliebig vermehrbar. Aufgrund der verschiedenen Ansprüche entstehen Konflikte. Sie müssen durch bauliche oder organisatorische Maßnahmen bewältigt werden.

Die Beanspruchung des öffentlichen Raumes durch den Kfz-Verkehr (beispielsweise Parken) soll langfristig reduziert werden. Durch diese Rückgewinnung des öffentlichen Raumes ist wieder mehr Platz für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer vorhanden. Verkehrssicherheit, Barrierefreiheit, Gehökonomien und Geschwindigkeitsreduktion helfen, den Straßenraum wieder auf das Niveau der Fußgängerinnen und Fußgänger zu heben. Die Parkraumbewirtschaftung hilft ebenfalls, die Gestaltungs- und Nutzungsspielräume im öffentlichen Raum zu erhöhen. Die attraktive Gestaltung trägt viel zu einem urbanen Lebensgefühl in der Stadt bei. Der Straßenraum dient auch zum Aufenthalt und der Begegnung.

Qualitätssprung im Radverkehr

Fahrradfahrer auf dem Schwarzenbergplatz

Der Radverkehrsanteil schwankt zwischen drei und 4,5 Prozent. Erhebungen zeigen, dass sich die Nutzung des Fahrrades weg vom reinen Freizeit- und Sportgerät hin zum Verkehrsmittel des Alltags entwickelt hat. Besonders im dicht bebauten Stadtgebiet sind die meisten Wege unter fünf Kilometer lang. Für sie ist das Fahrrad eine hervorragende Alternative zum PKW. Ein Qualitätssprung im Radverkehr soll die Flächenkonkurrenz im Straßenraum zugunsten des Radverkehrs abbauen. Lückenschlussprogramme, flächige Erschließungen und die Errichtung von Abstellanlagen unterstützen diese Bestrebungen.

Mobilität mit System - Aufbau Mobilitätsmanagement

Ein umfassendes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement hilft Staus zu vermeiden, Verkehrsunfälle zu reduzieren und Verkehrsspitzen zu entlasten. Es informiert Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer über entstandene Komplikationen im System und hilft, die Kapazitäten in den Verkehrssystemen besser zu nutzen. Mithilfe von VEMA (Verkehrsmanagement Wien, heute ITS) soll eine Organisationsstruktur aufgebaut werden, die die Zusammenführung und Nutzung von Verkehrsdaten und Einrichtung eines dynamischen Verkehrsinformationssystems zum Ziel hat.

Logistik Kompetenz - Flächenmanagement für Güter und Logistik-Verkehr

Die Konkurrenzsituation am Logistik-Standort wird immer stärker. Durch den Ausbau der Logistikkapazitäten und des Flächenmanagements soll die Verbesserung des Standortes Wien für die Wirtschaft vorangetrieben werden.

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