Planungsergebnis - Verkehrskonzept 1994
Der folgende Ziel- und Maßnahmenkatalog gibt einen Überblick über die wesentlichsten Schwerpunkte der Wiener Verkehrspolitik 1994.
Vorrang für den öffentlichen Verkehr
Die Attraktivierung des Straßenbahn- und Busnetzes durch Bevorrangung stand im Vordergrund. Der Ausbau eigener Gleisköper beziehungsweise Busspuren sollte verstärkt werden. Intervallverdichtungen außerhalb der Spitzenzeiten unter zehn Minuten waren anzustreben. Abstimmung des Fahrplanes und die Ausdehnung der nächtlichen Betriebszeiten (Buslinien im 24-Stunden-Betrieb) sollten neue Fahrgäste erzielen. Daneben stand die Erweiterung des Liniennetzes in Abstimmung mit dem U-Bahnnetz (U6 Nord, U1 Nord, U2 Nord, U3 Süd, U1 Süd, U3 West, U6 Süd) im Vordergrund. Die Verbesserung der Flughafenanbindung (S7), die Verdichtung des Intervalls auf der Stammstrecke und der Ausbau tangentialer Linien (S80, S45) standen im S-Bahnbetrieb im Vordergrund.
Verkehr und öffentlicher Raum
- Rückgewinnung von öffentlichen Flächen vom Kfz-Verkehr für andere Nutzungen
- Verbessertes Parkraumangebot für die Wohnbevölkerung
- Haltung der Leistungsfähigkeit des motorisierten Individualverkehrs
Die Rückgewinnung des öffentlichen Raumes sollte nicht nur den Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrerinnen und Radfahrern dienen. Sie war auch in gestalterischer Hinsicht ein wichtiges Anliegen. Das Erlebnis einer städtischen Umwelt trägt wesentlich zum Qualitätsgefühl der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Wien bei. Durch Einführung der flächendeckenden Parkraumbewirtschaftung sollte das Parkraumangebot für die Wohnbevölkerung verbessert werden. Das Kfz-Verkehrsaufkommen im Berufspendelverkehr sollte reduziert werden sowie eine flächenhafte Verkehrsberuhigung erfolgen.
Umweltschutz
- Reduktion der Schadstoffemissionen (CO, Nox, HC, SO2, Ruß)
- Reduktion der Lärmbelastung
Sowohl für das Ziel der Schadstoffreduktion, als auch für die anderen Zielbereiche waren Verbesserungen durch technische Maßnahmen möglich (Katalysator, energiesparende Fahrzeuge, bauliche Maßnahmen). Selbst bei Ausschöpfung des gesamten absehbaren technischen Potenzials konnte auf eine Reduktion des Kfz-Verkehrs nicht verzichtet werden.
Erhöhung der Verkehrssicherheit
Trotz Zunahme des Verkehrs waren die Unfallzahlen durch entsprechende Maßnahmen gesunken: von 1983 bis 1991 um zehn Prozent. 1992 ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um weitere 3,9 Prozent gesunken. Dennoch musste die Verkehrssicherheit durch geeignete Maßnahmen mittelfristig weiter verbessert werden. Dreißig Prozent weniger Verletzte und Tote bis zum Jahr 2010 sollten erreicht werden.
Radwege
Die Förderung des Fahrrads vor allem für Wege bis zu fünf Kilometer als eine echte Alternative zu den motorisierten Verkehrsmitteln wurde forciert. Das Ziel war die Erhöhung des Radverkehrsanteils auf sechs Prozent des Gesamtverkehrs. Das sollte mit der schrittweisen Fertigstellung und Weiterentwicklung des Grundnetzes und der Netzverdichtung auf Bezirksebene erfolgen. Bei hohem Verkehrsaufkommen und an Gefahrenstellen sollten eigene Radfahranlagen errichtet werden. Im weniger befahrenen Straßennetz sollten Radfahrstreifen oder Mehrzweckstreifen gebaut werden. Die Öffnung von Einbahnen sollte kurzfristig in den inneren Bezirken in Angriff genommen werden. Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an den Quell- und Zielpunkten, Beförderung von Fahrrädern in allen öffentlichen Verkehrsmitteln sollten begleitend angeboten werden.
Verantwortlich für diese Seite:Stadtentwicklung Wien
Kontaktformular
