Ausgangslage - Verkehrskonzept 1994

Die Wiener Verkehrspolitik basiert seit langem auf in regelmäßigen Abständen erneuerten Verkehrskonzepten: Im Verkehrskonzept 1970 wurde das Grundnetz der U-Bahn und damit ein Qualitätssprung im öffentlichen Verkehr festgelegt; die Verkehrskonzeption 1980 stellte die Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs im Straßenraum in den Vordergrund.

Zahlreiche Veränderungen machten eine Neuorientierung der Wiener Verkehrspolitik notwendig. Neue Rahmenbedingungen wie der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union, der Entfall des Eisernen Vorhangs, die sich verschärfenden Umweltprobleme, Kapazitätsengpässe in den Infrastrukturnetzen, Kooperationsfragen im Stadt-Umlandbereich und der Bedeutungszuwachs des öffentlichen Raumes führten zu neuen verkehrspolitischen Grundsätzen. Dazu zählten etwa Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung oder Verkehrsverbesserung.

Zielsetzung(en) zum Modal Split 1994

Die Stadt Wien setzte sich daher eine spürbare Verringerung des Kfz-Verkehrs in Wien bis zum Jahr 2010, bezogen auf das Jahr 1990, zum Ziel. Dies betrifft das Kfz-Verkehrsaufkommen und die Kfz-Fahrleistung. Da das Gesamtverkehrsaufkommen in Wien weiter wachsen wird (Bevölkerungswachstum, Stadterweiterung), kann dieses Ziel nur durch überproportionale Senkung des Kraftfahrzeuganteiles am Gesamtverkehrsaufkommen erreicht werden. Der Anteil der Wege des motorisierten Individualverkehrs sollte von 37 auf 25 Prozent im Jahr 2010 gesenkt werden.

Unter anderem müssten die erzwungenen Wege verringert werden. Damit verbunden waren erheblich geänderte verkehrspolitische Rahmenbedingungen.

Die Reduktion des Kfz-Verkehrs setzte insbesondere bei jenen Fahrten an, für die eine zumutbare Alternative im öffentlichen und nichtmotorisierten Verkehr bestand. Zusammen mit den technischen Verbesserungspotenzialen sollten damit die Zielsetzungen, besonders die der CO2-Reduktion, um die Hälfte bis zum Jahr 2010, erreicht werden.

Planungsprozess

Der Magistrat wurde bis Ende 1993 beauftragt, ein Verkehrskonzept vorzulegen. Es bestand aus politischen Leitlinien über die verkehrspolitischen Grundsätze und einem generellen Maßnahmenprogramm. Das Programm wurde im Sommer 1993 diskutiert. Im Rahmen des vom Gemeinderat eingesetzten "Unterausschusses Verkehr" wurde unter Beteiligung von Interessens- und Bürgervertreterinnen und -vertretern eingehend beraten. Insgesamt bestand der Anspruch, auf dieser Grundlage einen möglichst breiten Konsens zu erzielen.

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