Fortschreibungsergebnisse - Masterplan Verkehr 2003/2008
Im Zuge der Fortschreibung wurden aufgrund geänderter Rahmenbedingungen (Bevölkerungswachstum, Umweltentwicklung, Zielgebiete) teilweise Maßnahmen ergänzt und präzisiert. Änderungen zum Masterplan Verkehr Wien 2003 aufgenommen. Die Liste der Bauvorhaben und Projekte wurde 2008 auf den aktuellen Stand gebracht.
- Empfehlungen für die Fortschreibung
- Schieneninfrastruktur-Vorhaben der ÖBB in Wien
- Vierte Ausbauphase U-Bahn
- ÖV-Ausbauprojekte inklusive Erweiterung des Straßenbahnnetzes
- Straßenprojekte in der Stadt Wien
Empfehlungen für die Fortschreibung
- Der öffentliche Regionalverkehr (S-Bahn, Regionalbusse, VOR, Park & Ride, Mitfahrgemeinschaften) sollte als gemeinsamer Handlungsschwerpunkt zwischen Wien und Niederösterreich weiter forciert werden.
- Der öffentliche Verkehr außerhalb des dicht bebauten Stadtgebietes (Tangentialverbindungen, Straßenbahnausbau, U-Bahnausbau zu Stadterweiterungsgebieten, Erschließung neuer Zielgebiete mit öffentlichen Verkehrsmitteln) hat noch große Potenziale. Sie sollten durch Ausbaumaßnahmen erreicht werden.
- Der Radverkehr hat ebenfalls noch erhebliches Potenzial. Ein Qualitätssprung im Angebot soll neue Zielgruppen ansprechen.
Beispielhaft angeführte Ergänzungen
- Die innere Stadterweiterung soll nach Maßgabe der Möglichkeiten Vorrang vor der Stadterweiterung am Stadtrand haben. Durch das rasche Bevölkerungswachstum ist aber sowohl innere als auch äußere Stadterweiterung gleichzeitig erforderlich. Sie soll jedoch entlang von Achsen des öffentlichen Verkehrs liegen.
- Es soll ein Güterumschlagkonzept erstellt werden, in dem neben dem Güterverteilzentrum Inzersdorf weitere Standorte für Terminals in der Region geprüft werden sollen.
- Es soll ein Modell für ein konfliktfreies Miteinander im Straßenraum (Straße fair teilen) sowie für Siedlungsstraßen ("Wohnstraßen-Gebiete") entwickelt werden, gegebenfalls in Form von Pilotprojekten. Diese Modelle sollen in der Straßenverkehrsordnung verankert werden.
- Das 50-Orte-Programm soll fortgeführt und erweitert werden als Programm "50-Orte plus": Ziele und Projekte des 50-Orte-Programms
- Das Hauptradverkehrsnetz wird in seinen Funktionen neu definiert beziehungsweise zur besseren Priorisierung untergliedert: Die Basisrouten umfassen die übergeordneten Verbindungen durch die Stadt. Das Grundnetz dient als wichtige bezirks- beziehungsweise stadtteilübergreifende Verbindung. Im erweiterten Grundnetz sind zusätzliche, bezirksinterne Verbindungen enthalten.
Schieneninfrastruktur-Vorhaben der ÖBB in Wien
Ein wichtiges Projekt im S-Bahnnetz ist die Verlängerung der S45 von Handelskai bis Praterkai. Ein weiteres wichtiges Projekt ist der nahverkehrsgerechte Ausbau der Verbindungsbahn mit zusätzlichen Stationen nach Fertigstellung des Lainzer Tunnels. Oberste Priorität hat auch der Ausbau des Marchegger Astes (Elektrifizierung, zweigleisiger Ausbau) als Schnellverbindung zwischen Wien und Bratislava mit einem neuen Bahnhof in der Seestadt Aspern (ehemaliges Flugfeld Aspern).
Vierte Ausbauphase U-Bahn
Die Verlängerungen der U1-Nord und der U2 bis zum Stadion wurden fertiggestellt. Die U2 bis Aspern (Eröffnung 2010) befindet sich in Bau (dritte Ausbauphase). Die Finanzierung der vierten Ausbauphase der U-Bahn wurde 2007 mit dem Bund vereinbart. Sie umfasst die Verlängerungen der U2-Nord bis Aspern (Herbst 2010) beziehungsweise bis zur Seestadt Aspern bis 2013. Sie umfasst ebenfalls die Verlängerung der U1-Süd nach Rothneusiedl bis 2015 und der U2-Süd bis ins Stadtentwicklungsgebiet beim Hauptbahnhof Wien bis 2019. Mit der vierten Ausbauphase wird das U-Bahnnetz um 14 Kilometer verlängert. Im Jahr 2019 wird das Wiener U-Bahn-Netz fünf Linien, 88 Kilometer und 116 Stationen aufweisen.
Planungsergebnis 4. Ausbauphase (2010 bis 2019)
ÖV-Ausbauprojekte inklusive Erweiterung des Straßenbahnnetzes
Bei künftigen hochrangigen ÖV-Projekten soll vermehrt Augenmerk auf das Verhältnis zwischen Mitteleinsatz und effizienter Versorgungsqualität in den Stadtrandlagen gelegt werden. Die langfristig erforderlichen Kapazitäten sowie der gesamtwirtschaftliche Nutzen von Ausbauprojekten sollen in Alternativen bewertet werden (U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn, Bus). Zu den im Masterplan Verkehr 2003 vorgesehenen Netzerweiterungen des Straßenbahnnetzes wurde aufgrund der aktuellen Entwicklung und der STEP-Zielgebiete die Liniennetz-Erweiterung neu konzipiert.
Wichtige Netzelemente sind:
- Tangentialverbindungen zwischen 21. und 22. Bezirk (Linie 25 und Linie 26)
- Attraktive Straßenbahn-Erschließung für den Nordbahnhof, den Nordwestbahnhof und das Hauptbahnhof-Areal
- Erschließung des Entwicklungsgebiets am Laaer Berg, mit einer optionalen Verlängerung nach Oberlaa
Neue Netzelemente, die untersucht werden sollen, sind eine "Wienerberg-Tangente" zwischen U6 und U1 (optional als Buskorridor) und eine mögliche Straßenbahnverbindung zwischen Liesing und Rothneusiedl.
Straßenprojekte in der Stadt Wien
Ausgehend von den seit 2003 erfolgten Festlegungen mit der ASFINAG und den Anforderungen der Zielgebietsentwicklung des STEP 05 wird das Straßenbauprogramm folgendermaßen fortgeschrieben: Verschiebungen in den Realisierungszeiträumen von Projekten gegenüber dem Masterplan Verkehr 2003 ergeben sich aus inzwischen eingetretenen Verlängerungen des Planungsprozesses. Betroffen sind der äußere Abschnitt der A 5, die Donau- und Lobauquerung der S1, die A 23 Spange Flugfeld Aspern, die B228 und die Spange Seyring.
Neue Prioritätensetzung
Folgende Prioritäten wurden neu festgesetzt:
- Die Donauquerung der A 22 wurde der S 1 Donauquerung nachgereiht.
- Die Anschlussstelle Simmering und die B 225 wurden zugunsten der Anschlussstelle Landstraße samt Gürtelausbau zeitlich nach hinten verschoben.
- Bei der A 24 steht die Erschließung des Zielgebietes Rothneusiedl im Vordergrund (Anschlusstelle Inzersdorf). Der Abschnitt zur A 23 wird zurückgereiht.
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