Ergebnisse der Evaluierung - Masterplan Verkehr 2003/2008
Die Evaluierungsergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
- Die Evaluierung der Rahmenbedingungen führt zu einer Bestätigung der Ziele und Maßnahmen des Masterplan Verkehr Wien 2003. Sie unterstreicht deren Zweckmäßigkeit und Dringlichkeit (Bevölkerungswachstum, Energie- und Umweltprobleme, Alterung der Gesellschaft).
- Aus der Evaluierung der Ziele lässt sich vor allem bei einer längerfristigen Betrachtung (seit 1993) eine Erfolgsgeschichte ableiten. Der Modal-Split-Anteil der Verkehrsarten des Umweltverbundes hat sich zwischen 1993 und 2006 von 60 auf 66 Prozent erhöht. Das bedeutet eine Reduktion des Pkw-Verkehrsaufkommens bezogen auf eine konstante Einwohnerzahl um nahezu 17 Prozent. Auch die durchschnittlichen Pkw-Weglängen haben sich nicht vergrößert.
- Im Gebiet innerhalb des Gürtels (Parkraumbewirtschaftung) wurde der Ziel-Modal-Split für 2020 bereits erreicht. Die Kfz-Verkehrsbelastungen an den Hauptstraßen A und B sind nach den Zählperioden von 1990 bis 1995 (minus 4,7 Prozent) und von 1995 bis 2000 (minus 1,3 Prozent) zwischen 2000 und 2005 nochmals zurückgegangen (minus 2,8 Prozent).
- Im gesamten Stadtgebiet ist es allerdings nicht gelungen, die Kfz-Fahrleistungen zu reduzieren. Dies begründet sich einerseits im Bevölkerungswachstum (2001 bis 2006: plus 6 Prozent). Andererseits ist dafür das starke Wachstum des stadtgrenzenüberschreitenden Verkehrs verantwortlich (2000 bis 2005: plus 10,1 Prozent Kfz-Fahrten an der Stadtgrenze). Die Pkw-Fahrleistung der Nicht-Wienerinnen und Nicht-Wiener in Wien ist noch stärker gewachsen (2001 bis 2006: plus 17 Prozent). Im Gegenzug hat die Fahrleistung der Wienerinnen und Wiener im Umland zugenommen.
- Die Pkw-Fahrleistung pro Kopf der Wienerinnen und Wiener konnte von 6,3 auf 6,1 Kilometer reduziert werden. Die Klimaschutzziele konnten aber nicht erreicht werden. Statt einer Reduktion um fünf Prozent CO2 pro Kopf im Verkehr gegenüber 1990 gab es eine Zunahme um 15 bis 25 Prozent. Neben der Kfz-Fahrleistung spielt dabei der gestiegene Flottenverbrauch aufgrund der Gewichtszunahme der Gesamtflotte in den letzten Jahren eine zentrale Rolle.
- Positiv hat sich die Lärmbelästigung durch Verkehr entwickelt. Sie ist von circa 72 Prozent auf circa 67 Prozent der Personen zurückgegangen.
- Die Umweltziele bei NO2 wurden verfehlt. Die Ursachen liegen nicht in der Entwicklung der Kfz-Fahrleistungen, sondern sind eine Folge des stark gewachsenen Dieselfahrzeuganteils und neuer motortechnischer Entwicklungen.
- Bei der Verkehrssicherheit konnten Verbesserungen erzielt werden. Allerdings müssen die Anstrengungen deutlich erhöht werden, damit die langfristigen Ziele (minus 50 Prozent Tote und Verletzte) erreicht werden.
Die Evaluierung der Ziele belegt, dass die Maßnahmenprogramme wie U-Bahnausbau, Modernisierung der S-Bahn-, Straßenbahn- und Busflotte, Parkraumbewirtschaftung oder die Investitionen in den Radverkehr wirksam sind.
Evaluierung der Maßnahmen des Masterplan Verkehr 2003
Bei der Maßnahmenevaluierung war zu bedenken, dass der Masterplan 2003 langfristig (bis 2020) angelegt ist. Zum Zeitpunkt der Evaluierung waren erst knapp 30 Prozent der Laufzeit verstrichen. Von den circa 370 geprüften Maßnahmen waren bereits mehr als die Hälfte umgesetzt oder im Laufen. Bei circa einem Viertel traten zeitliche Verzögerungen auf. Bei etwa einem Fünftel der Maßnahmen waren starke zeitliche Verzögerungen zu verzeichnen. Hier erschien die Realisierung unsicher oder gefährdet beziehungsweise war keine Umsetzung absehbar. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nur die Hälfte davon im alleinigen Wirkungsbereich der Stadt Wien liegt.
Modal Split 1970 bis 2020

Bis 2020 soll der Anteil des motorisierten Individualverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen auf 25 Prozent reduziert werden.
Der Modal Split zeigt die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel. Zwischen 1970 und 1990 stieg der Anteil des motorisierten Individualverkehrs von 33 auf 40 Prozent. Seit 1990 ist dieser Trend wieder rückläufig. 2006 lag der Anteil des motorisierten Individualverkehrs bei 34 Prozent. Die restlichen 66 Prozent der Wege wurden mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt.
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