Straßennetz und öffentlicher Raum - Planungsergebnis Masterplan Verkehr Wien 2003

Spielende Kinder auf einer Straße

Das Straßennetz dient der Verknüpfung und Erreichbarkeit städtischer Nutzungen. Neben dem fließenden und ruhenden Kfz-Verkehr, dem öffentlichen Verkehr, dem Radverkehr und dem Fußgängerverkehr dient das Straßennetz als öffentlicher Raum für Aufenthalt und Begegnung. Schließlich ist die Straße ein Element der Stadtgestaltung und erfüllt umwelthygienische Aufgaben (Belichtung, Belüftung, Begrünung).

Aus diesen verschiedenen Anforderungen ergeben sich bei einem begrenzten Flächenangebot zwangsläufig Konflikte. Sie müssen durch bauliche und organisatorische Maßnahmen bewältigt werden. Die angestrebte Erhöhung des Anteils des öffentlichen Verkehrs, des Fußgänger- und Radverkehrs bedeutet, dass die Um- und Ausbaumaßnahmen in den nächsten Jahren vorrangig in diese Richtung geplant und intensiviert werden müssen.

Höhere Netzdichte - neue Netzgliederung

Bei der Erweiterung des höherrangigen Straßennetzes steht die Entlastung bestehender Siedlungsgebiete im Vordergrund. Für die Erschließung neuer Siedlungsbereiche gilt es, eine ausreichende Netzdichte zu schaffen. Der öffentliche Verkehr muss mit den Erfordernissen des nichtmotorisierten Verkehrs verknüpft werden.

Das 2003 rund 700 Kilometer umfassende bestehende Hauptstraßennetz der Stadt Wien ist nach den Kriterien des Kfz-Verkehrs ausgewiesen. Eine neue Netzgliederung soll den verkehrspolitischen Zielen besser entsprechen. Sie soll klare Regeln für den Umgang mit Nutzungskonflikten im Straßenraum enthalten.

Steigerung der Aufenthaltsqualität auf Straßen

Neben der Neubewertung des Straßennetzes soll erlebbare Qualität im öffentlichen Straßenraum geschaffen werden. Erreicht werden kann das durch die ausgedehnte Schaffung von dauernden und temporären autoverkehrsfreien Zonen und großzügig dimensionierten Gehsteigen. Möglichkeiten für Treffpunkte, Sitzgelegenheiten zum Ausrasten, sowie kommerzialisierte Bereiche wie Schanigärten führen zu einer positiven Belebung des Straßenbildes. Dabei müssen die erforderlichen Durchgangsbreiten freigehalten werden. Speziell für Kinder sind neben optimalen Spielplätzen sichere und attraktive Spielmöglichkeiten im öffentlichen Raum wichtig.

Prioritätensetzung

Der knappe Raum im öffentlichen Straßennetz führt oft zu Konflikten zwischen den verschiedenen Verkehrsarten und -teilnehmern. Daher sind bei Aus- und Umgestaltungsmaßnahmen Prioritäten zu setzen:

  1. Mindeststandards für Fußgängerinnen und Fußgänger
  2. Ansprüche des öffentlichen Verkehrs
  3. Komfortverbesserungen für Fußgängerinnen und Fußgänger über die Mindeststandards hinaus auch in jenen Straßen, die nicht zum Hauptnetz des Fußgängerverkehrs zählen
  4. Mindeststandards für den Radverkehr im Hauptradverkehrsnetz wie zum Beispiel Radverkehrsanlagen in den Hauptstraßen, Mitbenützung von Busfahrstreifen, sichere Führung bei Straßenbahn- und Bushaltestellen, keine Umwegführungen über das Nebenstreckennetz
  5. Kfz-Fließverkehr
  6. Ruhender Verkehr im MIV-Hauptstraßennetz

Eine Änderung der Prioritäten ist immer dann möglich, wenn wichtige Gründe vorliegen, zum Beispiel besondere Erfordernisse für den Wirtschaftsverkehr.

Verantwortlich für diese Seite:
Stadtentwicklung Wien
Kontaktformular