Radverkehr - Planungsergebnis Masterplan Verkehr Wien 2003
Der Anteil der Radfahrerinnen und Radfahrer am Gesamtverkehrsaufkommen in Wien schwankt in den letzten Jahren zwischen drei und 4,5 Prozent. Verkehrszählungen zeigen aber, dass sich das Fahrrad vom reinen Freizeit- und Sportgerät zum Verkehrsmittel für den Alltag entwickelt hat. Besonders im dicht bebauten Stadtgebiet erweist es sich bei Wegen bis fünf Kilometer als Alternative zu den motorisierten Verkehrsmitteln.
Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer
Mit dem steigenden Verkehrsaufkommen hat auch die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden, an denen Radfahrerinnen und Radfahrer beteiligt sind, zugenommen. Radverkehrswege wurden immer besser auf die Verkehrssicherheit ausgelegt ausgebaut. Eine Zeit lang konnte dem negativen Trend dadurch Einhalt geboten werden. Danach war wieder ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen. Wenn unter diesen Umständen der Radverkehrsanteil auf acht Prozent aller Wege der Wienerinnen und Wiener gesteigert werden soll, müssen generell fahrradfreundliche Bedingungen geschaffen werden.
Weiterer Ausbau des Radverkehrsnetzes
Das Radverkehrsnetz der Zukunft fällt durch qualitativ hochwertigen Bestand und einheitliche Ausbaustandards auf. Es soll durch das sogenannte Netzlückenschluss-Programm komplettiert werden. Zu den Standards zählt eine markante Beschilderung. Damit den unterschiedlichen Anforderungen der Radfahrerinnen und Radfahrer Rechnung getragen werden kann, soll die Benützungspflicht von Radwegen in der Straßenverkehrsordnung aufgehoben werden.
Die flächige Erschließung des Radverkehrs soll nach dem Mischprinzip erfolgen. Die Verbesserung der Querungsmöglichkeiten in Fußgängerzonen und bei Hauptverkehrsstraßen sowie das Öffnen der Einbahnen für den Radverkehr sollen die Bedingungen für das Radfahren zusätzlich unterstützen. Radfahren gegen die Einbahn soll Regelfall werden.
Fahrradabstellplätze
Sichere und bequeme Fahrradabstellplätze gehören ebenfalls ins Programm. Sie werden bei der Errichtung beziehungsweise im Umbau von Gebäuden gesetzlich verankert. Die Schaffung von Abstellanlagen im dicht bebauten Gebiet beziehungsweise bei älteren Bausubstanzen soll durch innovative Pilotprojekte gefördert werden. An den Stationen des öffentlichen Verkehrs vor allem in den Außenbezirken sollen überdachte und auch gesicherte Bike-and-Ride-Anlagen errichtet werden.
Budgetmittel für Radwegenetz
Für den weiteren Ausbau des Radwegenetzes wurden bis zum Jahr 2008 rund 30 Millionen Euro budgetiert. Für die Errichtung von Fahrradabstellplätzen sollen Mittel aus der Parkometerabgabe herangezogen werden können.
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