Öffentlicher Verkehr - Planungsergebnis Masterplan Verkehr Wien 2003
Wien verfügt über eines der besten öffentlichen Verkehrssysteme der Welt. Sowohl die Dichte des öffentlichen Verkehrsnetzes als auch die Intervalle und die Benutzungsqualität stehen im internationalen Vergleich sehr gut da.
Öffentlicher Personennahverkehr in Wien
Die Stadt Wien hat sich trotzdem zum Ziel gesetzt, den Anteil der Wege der Wiener Bevölkerung mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf 40 Prozent im Jahr 2020 zu erhöhen. (2001 waren es 25 Prozent.)
Im dicht bebauten Stadtgebiet hat der öffentliche Verkehr eine Vorrangstellung, da hier ein dichtes ÖV-Netz angeboten wird. Die Fahrgastzahlen steigen, der Anteil des öffentlichen Verkehrs nimmt zu. Im Pendlerverkehr zwischen Wien und dem Umland dagegen stagnieren Angebot und Nachfrage. 2002 wurde nur ein Drittel der "Arbeitswege", die die Stadtgrenze queren, in öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. In der Stadt selbst ist das Verhältnis genau umgekehrt. Hier fahren zwei Drittel mit den Verkehrsmitteln des Umweltverbundes.
Die heutigen Anforderungen erfordern eine optimale Vernetzung der Verkehrsmittel, der Aktivitäten einzelner Verkehrsträger sowie der einzelnen Angebote zu einer hohen Bedienungsqualität in der gesamten Stadtregion.
Internationaler Fernverkehr
Im europäischen Kontext soll Wien in seiner Funktion als TEN-Knoten weiterentwickelt werden. Im Zusammenspiel mit den Streckenausbauten soll Wien ein attraktiver Durchgangs- und Umsteigeknoten im Personenverkehr (Fernverkehr, öffentlicher Personennahverkehr) werden. Weiters soll Wien ein intermodaler Güterverkehrsknoten mit der Voraussetzung des Aufbaus eines Logistik-Clusters werden. Im Bereich des Süd- und Ostbahnhofs soll ein Durchgangsbahnhof für den Fernverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr (Hauptbahnhof Wien) errichtet werden. Er soll mit der zu modernisierenden U1-Station Südtiroler Platz attraktiv verbunden werden. Für internationale Busverbindungen ist ein zentraler Busbahnhof erforderlich. Der Westbahnhof, als Fern- und Nahverkehrsknoten unverzichtbar, soll im Zuge der Bahnhofsoffensive attraktiver gestaltet werden. Hinsichtlich der Frequenz soll das Angebot zu den Landeshauptstädten und im Fernverkehr zu den EU-Beitrittsstaaten deutlich verbessert werden.
Regionalverkehr
Im Regionalverkehr wurde bis Ende 2003 das S-Bahnkonzept von 1998 überarbeitet. Ziel ist es, den Anteil des öffentlichen Verkehrs im regionalen Pendlerverkehr deutlich zu erhöhen. Neben infrastrukturellen und betrieblichen Erfordernissen sollen auch qualitative Maßnahmen festgelegt werden. Beispiele dafür sind ein neues S-Bahn-Fahrzeug und die Ausgestaltung der S-Bahnstationen entsprechend dem Standard der Wiener U-Bahnstationen. Für die kleinräumige und flächenhafte Erschließung ist ein attraktives Regionalbusangebot erforderlich. Die Erreichbarkeit der Endstellen dieser Regionalbusse soll durch die Einrichtung von Regionalbuskorridoren unterstützt werden. Die Regionalbus-Endstellen sind die zukünftigen Endstellen des öffentlichen Verkehrsnetzes in Wien.
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