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Stadtentwicklungsplan 2005 - Inhalt

Stadtentwicklungsplan 2005

Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung

Die 13 Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung, Abbildung (195-KB-JPG) © MA 18

Einleitung
Der Zielgebietsansatz
Umsetzungsmonitoring
Austausch- und Lernprozess
Auswahl der Zielgebiete
Die 13 Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung
Zielgebietsmanagement


Die im Folgenden beschriebenen Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung stellen eine Neuerung in der Präsentation der Anliegen und der Arbeitsweisen der Stadtentwicklung dar: Hier wurden bewusst spezielle Teile des Stadtgebietes ausgewählt, in denen aufgrund ihrer Ausgangssituation oder der erwarteten Veränderungen in den nächsten Jahren eine hohe Aufmerksamkeit der Stadt erforderlich sein wird. Sei es dass besondere Problemlagen zu bewältigen sein werden, oder dass dort herausragende Entwicklungspotenziale und Chancen vorliegen, die im gesamtstädtischen Interesse genutzt werden sollen. Die programmorientierte (und Verwaltungsgrenzen überschreitende) Arbeit in den Zielgebieten dient dazu, alle flächendeckend eingesetzten Entwicklungsmaßnahmen der Stadt inhaltlich zu ergänzen und koordinierend zu vertiefen. Nicht nur die Zielgebiete, auch die anderen Teile der Stadt werden wie bisher mit hoher Aufmerksamkeit für ihre Entwicklungsanliegen betreut werden.

Für die Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung sollen handlungs- und entwicklungsorientierte Programme - maßgeschneidert auf die jeweilige Herausforderung oder Problemstellung - erarbeitet und umgesetzt werden. Bezirke, relevante Akteur/innen aller betroffenen Einrichtungen, Vertreter/innen der Bevölkerung und der Wirtschaft werden hierzu eingeladen.

Für alle Zielgebiete werden integrative Planungsschritte sowie die Berücksichtigung der Prinzipien der Nachhaltigkeit, der Diversitätspolitik und des Gender Mainstreaming vorgesehen. Partizipative Planungsverfahren werden mit je nach Größe und Struktur der Zielgebiete unterschiedlich geeigneten Formen angewandt. Soweit in den Zielgebieten städtebauliche Maßnahmen gesetzt werden, sollen dabei auch entsprechend den Zielen des Klimaschutzprogrammes für Wien (KLIP) und energierelevante Innovationen angewendet werden (z.B. Forcierung von Fernwärme, Alternativenergien, erhöhte energetische Standards, Passivhäuser, auch im Bereich der wirtschaftlichen Nutzungen, "Klima Mustergebiete" als Pilotprojekte,...). Die Qualitätssicherung der städtebaulichen Entwicklung und der Landschaftsraumgestaltung sollte auch weiterhin verstärkt durch Wettbewerbsverfahren erfolgen.

In den Zielgebiets-Programmen sollen auf thematisch adäquate Weise die Entwicklungsziele und -maßnahmen für etwa 5 bis 10 Jahre festgehalten werden.

Aufgrund der Erfahrungen mit städtischen und EU-geförderten Programmen ist es sinnvoll, die Programme auf die jeweiligen Aufgabenstellungen methodisch und inhaltlich passend auszurichten. Dabei soll es aber für alle Programme vergleichbare Mindestinhalte geben, die auch die Voraussetzungen für die begleitende Beobachtung der Umsetzung (Monitoring) bilden. Zu diesen Inhalten gehören:

  • die Festlegung des Zielgebietes
  • eine Analyse der wichtigsten Probleme, Herausforderungen und Chancen für die Entwicklung des Gebietes
  • die möglichst konkrete Formulierungen von Zielsetzungen, auf die das Programm ausgerichtet ist
  • Maßnahmen, die zur Erreichung der genannten Ziele beitragen sollen, möglichst mit quantitativen Angaben
  • der Zeitraum, in dem das Programm umgesetzt werden soll
  • Realisierungsschritte, Zeitplan und Zuständigkeit für die Maßnahmen

Die Zielgebietsprogramme sollen mit intensiver Beteiligung der Bezirksvertretungen erstellt und auf städtischer Ebene politisch beschlossen werden, wobei die Stadtentwicklungskommission als vorbereitendes Organ fungiert.

Damit die Umsetzung der Zielgebietsprogramme zügig erfolgen kann, soll eine Begleitgruppe das Umsetzungsmonitoring durchführen. Hier sollen die beteiligten Bezirke - als für die Umsetzung wesentlich verantwortlichen Stellen - und allenfalls relevante Aktivgruppen des Zielgebietes vertreten sein.

Da die Maßnahmen für die Zielgebiete nicht über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren festgeschrieben, sondern immer wieder auf neue Herausforderungen und Entwicklungschancen ausgerichtet werden sollen, ist es sinnvoll, nach etwa 5 Jahren eine Evaluierung der Fortschritte durchzuführen und die Zielgebietsprogramme nachzujustieren.

Um die Erfahrungen mit diesem neu zu entwickelnden, flexiblen Programmset für Wien laufend zu sammeln, auszuwerten und zur Verbesserung der Umsetzungsaktivitäten zu verwenden soll ein Austausch- und Lernprozess eingeleitet werden, der es den Teilnehmer/innen an der Programmarbeit und -umsetzung erlaubt, durch Beobachtung, Reflexion und Berichterstattung, die Programme selbst und die angewendeten Umsetzungsverfahren zu verbessern und die dabei gemachten Erfahrungen zwischen den Zielgebieten auszutauschen.

Der Zielgebietsansatz
  • Zielgebiete sind auf bestimmte Themen/Herausforderungen/Chancen ausgerichtete, zusammenhängende Teile des Wiener Stadtgebietes
  • Sie sind nicht exakt abgegrenzt, sondern beziehen wichtige Auswirkungen und Beziehungen zu außerhalb gelegenen Funktionen oder Stadtteilen mit ein
  • Engagement seitens der betroffenen Bezirke und relevanter Akteur/innen ist Voraussetzung für Programmstart in einem Zielgebiet
  • Zielgebietsprogramme sind offen hinsichtlich Arbeitsweisen, Methoden
  • Erstellt werden in der Regel mehrjährige Programme (5-10 Jahre) mit konkreten Maßnahmen/Projekten
  • Bei Erarbeitung und Umsetzung werden relevanter Akteur/innen einbezogen
  • Umsetzungsbegleitung - Monitoring
  • Dokumentation im Stadtentwicklungsbericht (Fünfjahresrythmus)
  • Lernprozesse werden ermöglicht durch regelmäßigen Austausch zwischen Verwaltung, Akteur/innen und beteiligten Fachexpert/innen aus verschiedenen Zielgebieten
  • Die Steuerung und Qualitätssicherung der parallel laufenden Programmerstellungsprozesse erfolgt in einem gemeinsamen Programm-Management
  • Die Finanzierung der Programmerstellung erfolgt durch die Stadtplanung, jene der Detailplanung und der Maßnahmen durch die zuständigen Magistratsabteilungen, durch die Bezirke sowie nachgelagerte Dienststellen und Unternehmungen der Stadt Wien in ihrem jeweiligen Wirkungsbereich.
Umsetzungsmonitoring
  • Begleitgruppe zur Erfassung der Programmumsetzung aus Vertreter/innen der Verwaltung, der beteiligten Bezirke und Akteur/innen
  • Regelmäßige Berichterstattung über Projektentwicklung und -umsetzung
  • Hinweise zur Unterstützung der Maßnahmenumsetzung
  • Beobachtung neuer Entwicklungstendenzen und Anforderungen, Anpassung der Programme
Austausch- und Lernprozess
  • Erfahrungen mit Programmumsetzung, Anforderungen zur Unterstützung der Projektentwicklung und -umsetzung sollen regelmäßig zwischen Beteiligten an der Umsetzung (Verwaltung und Externe) ausgetauscht werden
  • Das Programm-Management sorgt für die Auswertung der Erfahrungsergebnisse und entwickelt daraus Verbesserungsvorschläge für die Programmgestaltung und -umsetzung
Auswahl der Zielgebiete

Die Auswahl und vorläufige räumliche Beschreibung der Zielgebiete erfolgte nach thematisch-inhaltlichen und räumlichen Schwerpunksetzungen. Es ging bei der Auswahl darum, jene Gebiete zu erfassen,

  • von denen wesentliche Impulse für die Stadt zu erwarten sind,
  • wo Auswirkungen der dort stattfindenden Entwicklungsprojekte auf die Umgebung und Bevölkerung besonders intensiv sein werden oder
  • wo aufgrund drängender Problemlagen intensive und gebündelte Entwicklungsaktivitäten erforderlich sein werden.

Die genaue Bestimmung der Zielgebiete, Bearbeitungsinhalten und der zeitlichen Abfolge der Bearbeitung wird in den nächsten Jahren aufgrund der Aktivitäten der Verwaltung und des Interesses von Bezirken und Bewohner/innen festgelegt werden. Es ist dabei davon auszugehen, dass die Programmarbeit für die Zielgebiete zeitlich gestaffelt durchgeführt wird, was es auch ermöglicht, fachliche Expertise und Betreuungskapazität auf eine überschaubare Anzahl von Programmen zu bündeln.

Mit der Bearbeitung der Zielgebiete in der vorliegenden Form wird ein Weg beschritten, die strukturellen und landschaftlichen Besonderheiten und Charakteristika einzelner Stadtteile über die administrativen (Bezirks)Grenzen hinweg zu erfassen und Ansatzpunkte für entsprechende Entwicklungsschritte aufzuzeigen.

Die folgenden Zielgebiete sind jene Gebiete, in denen nicht nur die Vielfalt der urbanen Struktur am deutlichsten zum Ausdruck kommt, sie sind auch jene, deren positive ökonomische und soziale Entwicklung für die gesamte Stadt von entscheidender Bedeutung ist.

Die 13 Zielgebiete der Wiener Stadtentwicklung
  • Die historische City, deren Funktion als zentraler Wirtschafts- und Wohnstandort auch unter den baulichen Schutzbestimmungen sicherzustellen ist. Hier wurden als zentrale Herausforderungen die Tourismusentwicklung, die Sicherung der Zentrenfunktion sowie die Berücksichtigung der Anforderungen aus dem Status des Weltkulturerbes versus zeitgemäßer Architektur formuliert.
  • Das Gebiet Bahnhof Wien Europa Mitte - Erdberger Mais ist das größte und das wichtigste Entwicklungsgebiet im dichtbebauten Stadtgebiet. Die Neunutzung des Bahnhofareals sowie die großen Flächenreserven bieten große stadtentwicklungsstrategische Entwicklungspotentiale (STRAP).
  • Der große Entwicklungsbereich U2-Donaustadt/ Flugfeld Aspern, der mit seinen Potenzialen zu einem Zentrum mit regionaler Verflechtung ausgebaut werden soll.
  • Der Teilraum Floridsdorf - Achse Brünnerstraße, der ausgehend vom gründerzeitlichen Zentrum Floridsdorf vor allem von den auseinander fallenden Handelsfunktionen sowie der Siedlungsentwicklung entlang der strukturbildenden ÖV-Linie deutlich geprägt ist.
  • Der Bereich Siemens-Allissen, wo durch Nutzung der Kompetenzen von Leitbetrieben neue Impulse für eine urbane Gebietsentwicklung zu erwarten ist.
  • Das Donaufeld, mit dem Ziel, einen lebendigen Stadtteil mit hoher Lebensqualität zu schaffen, wobei hier die Durchmischung mit Arbeitsplätzen, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie der Schutz des von einer Bebauung freizuhaltenden, wichtigen Grünkeiles im Vordergrund stehen.
  • Das Zielgebiet Waterfront (Stadt am Wasser), um hier auf Möglichkeiten hinzuweisen, die diese besonderen Lagen vor allem in Hinblick auf die bauliche Entwicklung (Büros, Wohnungen) aber auch auf die Lebensqualität bieten.
  • Der Bereich Rothneusiedl (Entwicklungsoption), der aufgrund der Nähe zu hochrangiger Infrastruktur Ansätze und Möglichkeiten für eine Entwicklung bietet.
  • Das Wiental, westliches "Tor zu Wien". Wichtige innerstädtische Grünverbindung vom Wienerwald bis zum Donaukanal bildet und gekennzeichnet durch das Nebeneinander von geschützten Landschaftsteilen, historischer Kultur und einer zu inszenierende Flusslandschaft.
  • Das Zielgebiet Westgürtel, bei dem die wesentliche Aufgaben darin besteht, durch Maßnahmen der Stadterneuerung, der Stabilisierung der angrenzenden Geschäftsstraßen, Imageaufwertung und Verbesserung der angrenzenden Gründerzeitviertel, Verkehrsorganisation, Diversity-Konzepten eine Verbesserung der Lebensqualität für alle Bewohner/innen herbeizuführen.
  • Der Bereich des Donaukanals, wo die ökologische Bedeutung der Ufer ebenso hervorgehoben werden soll, wie die Attraktivierung des Raums für Freizeit und Wohnen sowie der Möglichkeit, Unternehmensstandorte durch Flagship-Architektur (am Wasser) zu inszenieren.
  • Der Teilraum Prater-Messe-Krieau-Stadion, der eingebettet in einen der bedeutendsten Landschaftsräume der Stadt ist und wo die zukünftige Herausforderung darin besteht, die Synergien zwischen bestehenden und neu zu errichtenden Einrichtungen zu nutzen sowie die Integration von Erholung, Kultur und Unterhalten herzustellen.
  • Das Zielgebiet Liesing-Mitte, das von hochrangigen Linien des öffentliches Verkehrs (S-Bahn, U6) erschlossen wird und wo es einerseits gilt, bestehende Wohnbaureserven zu entwickeln und andererseits Gewerbe- und großflächige Industriegebiete den Anforderungen an moderne Produktionsstandorte anzupassen und umzustrukturieren.
Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Kurt Mittringer, MA 18
E-Mail: mit@m18.magwien.gv.at
Telefon: (01) 4000-88861
Telefax: (01) 4000-99-88861

Abbildung: © MA 18

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