Gaswerk Leopoldau - Nachnutzung denkmalgeschützter Gebäude
Im Oktober 2009 wurde Architekt Diether S. Hoppe beauftragt, für zwei der bestehenden Gebäude am Gaswerksareal eine Erhebung und Bewertung ihres Baubestands vorzunehmen, sowie Vorschläge für deren zukünftige Nutzung auszuarbeiten.

Luftbild des Gebietes Gaswerk Leopoldau mit Kennzeichnung des Gasmesserhauses und des Wohlfahrtsgebäudes
Bei den bearbeiteten Gebäuden handelt es sich um das Gasmesserhaus und das Wohlfahrtsgebäude. Neben den übrigen historischen Gaswerksgebäuden wurden im Jahr 2005 mit Bescheid des Bundesdenkmalamts auch diese beiden Betriebsobjekte unter Denkmalschutz gestellt.
Kurzer geschichtlicher Überblick
Am 16. April 1912 wurde - nach dem Gaswerk Simmering - in Leopoldau das zweite städtische Gaswerk in Wien errichtet. Neben Verwaltungsgebäuden und Wohnhäusern wurde eine Reihe von Betriebsgebäuden und technischen Anlagen gebaut, die zum Großteil noch heute bestehen und ein Bild sowohl der seinerzeitigen Gasproduktion als auch der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten ergeben.
Das Gasmesserhaus als technische Einrichtung erfüllte dabei die Funktion der Gasverteilung auf die ehemals angrenzenden Hochbehälter sowie die Kontrolle der Gasabgabe an die Verbraucher. Das Bauwerk besteht aus einer - heute leerstehenden - circa 80 mal 20 Metern großen Halle mit einer Raumhöhe von rund sieben Meter und einem alten Rohrkeller in gleicher Dimension. Das eigentlich technisch-funktionelle Gebäude weist auch eine hohe architektonische Qualität auf, die sich in einer imposanten Konstruktion des Daches bis zu verfliesten Innenwänden zeigt.
Das Wohlfahrtsgebäude diente den Gaswerksbeschäftigten als soziales Zentrum am Werksgelände. Die Funktionen reichen von gesundheitlichen Einrichtungen wie Toiletten und Duschen über Speiseräume bis zu Veranstaltungssälen für bis zu 480 Besucherinnen und Besucher. Aus diesem Grund weist das Gebäude heute eine Vielfalt an unterschiedlichen Raumgrößen auf. Dies würde eine Vielzahl an zukünftigen Nutzungen ermöglichen.
Nachnutzung
Für beide Gebäude wurden im Rahmen der Untersuchung neue Nutzungsmöglichkeiten ermittelt.
Das Gasmesserhaus eignet sich infolge seiner Größe und Konfiguration eher für großflächige, zum Beispiel museale Verwertungen, ein Theater oder eine Sporthalle. Wegen der problematischen Wärmedämmung ist hier jedoch mit einer eingeschränkten Ganzjahresnutzung zu rechnen. Im Zusammenhang mit der gewünschten technologischen Ausrichtung des Zielgebietes Siemens-Allissen könnte als Nachnutzung des Gasmesserhauses auch eine technische Verwertung, zum Beispiel als Strömungslabor, angedacht werden.
Das Wohlfahrtsgebäude würde sich infolge seiner Raumstrukturen als Kommunikations- oder Schulungszentrum eignen. Aber auch Bibliothek, Museum, Sport, Veranstaltungsstätte wären denkbare zukünftige Nutzungsmöglichkeiten.
Download
Über die Nachnutzungsmöglichkeiten wurde Ende 2009 eine Studie erstellt. Sie enthält den geschichtlichen Werdegang, historische Lagepläne, Fotos, Bestandsfotos, Pläne und Empfehlungen für mögliche Nachnutzungen des Gasmesserhauses und des Wohlfahrtsgebäudes.
Studie "Nachnutzung Gasmesserhaus & Wohlfahrtsgebäude": 6,7 MB PDF
Kontakt
- Stadtteilplanung und Flächennutzung (MA 21B)
DI Thomas Spritzendorfer - Wien Energie Gasnetz
Mag. Christian Kunna
Telefon: +43 1 401 28-1011
E-Mail: christian.kunna@wienenergie-gasnetz.at
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