Geschichte des Donaukanals

Die Donau ist mit 2.850 Kilometern Gesamtlänge nach der Wolga der zweitlängste Fluss Europas und nimmt als einzige europäische Wasserstraße ihren Weg von Westen nach Osten.

Blick auf die Wiener Urania und Zusammenfluss von Donaukanal und Wienfluss

Im Wiener Raum verzweigte sich die Donau in zahlreiche Arme, die teilweise durch Brücken oder Furten verbunden waren. Schon frühzeitig ermöglichten sie eine Handelsverbindung von Norden nach Süden.


Entstehung der ersten Vorstadt - Leopoldstadt

Der Wildreichtum der Donauauen veranlasste die Habsburger, sich diese als Jagdgründe anzueignen. Das Betreten der Jagdgründe war dem gewöhnlichen Volk streng verboten. Für die Bediensteten ließ Kaiser Maximilian II. 18 Häuser in schnurgerader Linie bauen. Diese Häuser wurden als Jägerzeile bezeichnet, die heutige Praterstraße.

Im nordwestlich gelegenen Teil des Inselsystems entstand ab 1439 eine erste Vorstadt. 1623 wurde die Ausweisung der Wiener Juden aus dem Getto in diese Vorstadt verfügt. 1669 ordnete Kaiser Leopold I. die Vertreibung der jüdischen Gemeinde auch aus diesem Gebiet an. Der gesamten Vorstadt wurde nach diesen tragischen Ereignissen der Name Leopoldstadt gegeben.

Entstehung des Donaukanals

Mit der Donauregulierung in den Jahren 1870 bis 1875 verlandeten die zahllosen Donauinseln und bildeten eine kompakte Fläche. In dieser Zeit entstand auch der Donaukanal, der südlichste ursprüngliche Donauarm, in seiner heutigen Form auf einer Gesamtlänge von 17,3 Kilometern.

Erschließung der Gebiete um den Donaukanal

Auch verkehrsmäßig wurde das gesamte Gebiet schon früh erschlossen: Bereits 1873 führte eine Linie der Pferdestraßenbahn vom heutigen Julius-Raab-Platz in die Rustenschacherallee. Die erste Brücke über den Donaukanal war die Augartenbrücke, die 1782 im Auftrag von Kaiser Joseph II. gebaut wurde. Damit sollte die Verbindung von der Hofburg in den Augarten verbessert werden.

1945 wurde sie, wie alle Donaukanalbrücken, von deutschen Truppen gesprengt. Im Frühjahr 1945 wurde die Augartenbrücke von sowjetischen Pionieren wieder instand gesetzt. Am 12. Jänner 1946 wurde sie für den Verkehr geöffnet. Damit war die Augartenbrücke die erste wiederhergestellte Donaukanalbrücke.

Donaukanal als urbanes Zielgebiet in der Stadtentwicklung

Nach dem Wiederaufbau entstanden links und rechts des Donaukanals die ersten imposanten Gebäude, wie der Ringturm oder die Raiffeisenzentrale. Doch der Donaukanal blieb das, was er immer war - ein Kanal. Im Rahmen des Stadtentwicklungsplans (STEP) wurde auch der Donaukanal als eines der urbanen Zielgebiete definiert.

Neben seiner zentralen Lage ist es vor allem der Aspekt der Vielfaltsdichte, also eine Konzentration der verschiedensten Nutzungen, Eindrücke und Stile, der den Donaukanal interessant macht. Um diese Spannung zu erhalten und eine transparente weitere Entwicklung des Donaukanals sicherzustellen, wurde ein Masterplan für den Donaukanal ausgearbeitet.

Im Rahmen des Masterplans wurden Flächen, die zukünftig für weitere Nutzungen und Projekte herangezogen werden sollen, grob eingeteilt und zoniert. Darüber hinaus wurden Maßnahmen hinsichtlich Erreichbarkeit, Barrierefreiheit, sanitäre Einrichtungen und diverse Infrastrukturerweiterungen definiert und generell Vorgaben für eine weitere qualitätsvolle Entwicklung festgelegt.

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