Vision Zielgebiet City 2020

Ziele aus dem Stadtentwicklungsplan 2005

Die Entwicklungsziele des Zielgebiets City für die nächsten Jahre sind insbesondere

  • die Erhaltung der City als überregionales Zentrum von nationaler und internationaler Bedeutung,
  • die Erhaltung der historisch wertvollen Altstadt bei gleichzeitiger Entwicklung von zeitgemäßen Entwicklungsspielräumen für die historische Bausubstanz,
  • die Aufrechterhaltung und Förderung der vielfältigen Funktionen in der Wiener City,
  • die Erhaltung und Neuschaffung von nicht kommerzialisierten Bereichen in der Innenstadt, die etwa der Naherholung, der Alternativkultur und dergleichen dienen,
  • die Aufrechterhaltung der Attraktivität der City als Wohnstandort, auch durch Sicherung der Nahversorgung,
  • die weitere Optimierung des Fuß- und Radwegenetzes sowie der öffentlichen Verkehrsmittel.

Textbeiträge Andrea Maria Dusl und Franz Schuh

Blick auf Dachlandschaft vom Schwedenplatz Richtung Stephansdom

Wie sehen die Schriftstellerin Andrea Maria Dusl und der Schriftsteller Franz Schuh die Wiener Innenstadt und was sind ihre Wünsche für eine Zukunft der Innenstadt?

Die gesprochene Vollversion der beiden Beiträge finden Sie hier: Audiobeiträge: Visionen für das Zielgebiet City


Andrea Maria Dusl: "Meine Stadt"

"... Der Ring, der zirkumferrente Stadtboulevard hat eine Aufgabe. Er führt um die Stadt. Weil er aber zur Schnellstrasse degradiert wurde, die, anders als die Pariser Avenues, nirgendwo hinführt, haben sich hier auch keine nennenswerten urbanen Effekte überlebt. Noch bevor ich mir etwas für die Stadt selbst wünsche, wünsche ich mir den autofreien Ring. Er wird es uns damit danken, dass sich der Corso wiedereinstellt. ..."

"... Im Grunde genommen hat es für mich immer nur zwei Gründe gegeben, in die Stadt zu "gehen". Entweder musste ich etwas besorgen oder ich wollte jemanden treffen. Diese beiden Besuchsgründe stehen in völligen Widerspruch zu den Bedürfnissen einer anderen Gruppe von Stadtbenützern. Sie gehen in die Stadt, um etwas zu “liefern” oder um dort zu arbeiten. Die Ansprüche der beiden Stadtbenützergruppen werden naturgemäss völlig andere sein. Ich meine, die Stadt muss diese beiden Bedürfnisse amalgamieren. Das ist auch ihre Funktion als Urbs. Und sie muss eine dritte Gruppe inkorporieren: Die Menschen, die in der Stadt wohnen. Ohne Menschen, die die Stadt bewohnen, ist die Stadt tot. ..."

"... Ich wünsche mir, ja ich fordere, den Tourismus neu zu erfinden. Ich vermute, dass kein einziger touristischer Euro, der in der Stadt eingenommen wird, in der Stadt auch wieder ausgegeben wird. Die Stadt, das ist ihre grösste Gefahr, ist ein Vienna-Disneyland geworden. Eine Spanische Sisi-Sacher-Hofreitschule. Daran wird sie sterben. Ich wünsche mir also Reisende statt der Touristen. ..."

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Franz Schuh: "Vision vom Zusammenwachsen"

"... Und nun kann ich sagen, was meine Vision für Wien ist: erstens wünsche ich freundliche Kellner. Die These, dass der Grant zu Wien gehört und dass man daher auf keinen einzigen grantigen Kellner verzichten möchte, bekämpfe ich hiermit. In manchen Kaffeehäusern sind die Kellner bereits so arrogant wie die Gäste, nein, manche noch arroganter als die, die sie bedienen. ..."

"... Das Schöne des Lebens in der Vorstadt, in den "Außenbezirken" ist, dass man "in die Stadt" fahren kann. Man hat also sein Grätzel und "die Stadt". Ich sehe ja ein, dass man den Ringwagen nicht mehr um den Ring rundherum fahren lässt; es geht jetzt mit dem Ringwagen von der Innenstadt hinaus nach Ottakring. Es ist dieses Zusammenwachsen, dieses Näherkommen, das die Unterschiede zwischen der City und der Vorstadt ja nicht nivelliert, sondern nur relativiert. Aber es war doch schön, als die Straßenbahn am Ring noch Pause machte. In welcher Weltstadt gab es denn das, dass ein öffentliches Verkehrmittel einfach anhält, um die Fahrt erst nach ein paar Minuten, nach einer Zigarettenpause, wieder aufzunehmen?"

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