Planungsprozess - Donau City

Masterplan von Krischanitz und Neumann

Masterplan von Krischanitz und Neumann

Der 1991/1992 von den Architekten Krischanitz und Neumann erstellte Masterplan beinhaltete hauptsächlich folgende Aufgabenstellung:

  • Städtebauliche Konzeption eines neuen Stadtteils mit einem breiten Nutzungsmix
  • Eingehen auf die unterschiedlichen Höhenlagen

1996 wurde das Kollektorbauwerk, die heutige Donau-City-Straße beziehungsweise Carl-Auböck-Promenade, als technische Voraussetzung für die künftige Bebauung fertig gestellt. Aufgrund der sich laufend ändernden Rahmenbedingungen wie wirtschaftliche Gegebenheiten, Infrastrukturerfordernisse und Investorenwünsche, wurde der von den Architekten Krischanitz und Neumann erstellte Masterplan nicht eins zu eins umgesetzt.

Bisher realisierte Bauten

Derzeit sind rund zwei Drittel des geplanten Bauvolumens realisiert. Die Wohnbauten und der Saturn Tower östlich des Donauparks sind bezogen. Zur Wagramer Straße hin schließen die Bürobauten Ares Tower, STRABAG-Haus, Tech Gate Vienna und Andromeda an. Die Volksschule ist im Vorfeld der Wohnbauten am Ufer der Neuen Donau situiert. Die Kirche, das Bank Austria-Gebäude sowie Geschäfte liegen im Eingangsbereich bei der U-Bahn-Station Kaisermühlen.

Masterplan für die weitere Entwicklung

Plandarstellung des Wettbewerbsgebiets, Stand 2004

Plandarstellung des Wettbewerbsgebiets, Stand 2004

Für den noch unbebauten Bereich der Donau City südlich der Carl-Auböck-Promenade und für das Vorfeld zum Ufer der Neuen Donau wurde im Jahr 2002 ein Gutachterverfahren mit internationalen Architekten abgehalten. Dabei erhielt der Architekt Dominique Perrault aus Paris den Zuschlag. Er wurde im Anschluss an den Wettbewerb mit der Ausarbeitung eines vertiefenden Masterplanes beauftragt. Die Neudefinition der Gebäudestrukturen und der Freiflächen sowie die Überlegung von zukünftigen Nutzungen waren dabei die Hauptaufgabe.


Architektonisches Modell

Architektonisches Modell mit DC-Towers von Architekt Perrault

Als Ergebnis sollen zwei markante Hochhaustürme mit bis zu 220 und 175 Metern Höhe eine neue Dichte schaffen. Dadurch entsteht ein neues Zentrum mit Wahrzeichenfunktion. Die Hochhaustürme passen sich in die bereits bestehende Hochhaussilhouette ein. Ihre Randbereiche werden von Mischek-Tower und Hochhaus Neue Donau mit jeweils 100 Metern Höhe bestimmt.

Eine Terrasse bildet im Vorbereich den Übergang von der Donau City zum Ufer der Neuen Donau. Sie bleibt auf gleichem Niveau mit der Fußgängerebene. So kann sie als großzügiger, öffentlicher Raum wahrgenommen werden und stellt den direkten Bezug zum Wasser sowie zum Stadtzentrum her. Auf der Terrasse sind Nutzungen für Freizeit, Unterhaltung und Kultur vorgesehen.

Städtebauliches Leitbild

Plandarstellung des Endausbauzustands 2015

Leitbild - Szenario Endausbau 2015 (geplanter Endausbauzustand, wie er etwa 2015 zu erwarten wäre)

Basierend auf Dominique Perraults Planungen wurde für die gesamte Donau City ein städtebauliches Leitbild entworfen. Es wurde am 1. Juli 2004 vom Gemeinderat beschlossen und bildete die Grundlage für die weitere Entwicklung.


Inhalte Städtebauliches Leitbild/Ziele für die Donau City

  • Die Donau City hat die Aufgabe, die Rolle eines neuen, modernen, multifunktionellen Stadtteils nördlich der Donau zu übernehmen.
  • Das festgelegte Bauvolumen soll im Wesentlichen beibehalten werden. Dabei steht die optimale städtebauliche Entwicklung im Vordergrund.
  • Bestehende und künftige städtebauliche Qualitäten müssen sichergestellt werden. Nutzungsspezifisch und architektonisch sind die bestehenden Strukturen in die Neuplanungen mit aufzunehmen.
  • Nutzungsüberlegungen müssen nach Standortgegebenheiten und ihren Realisierungsmöglichkeiten mit ihren Folgewirkungen bewertet werden.
  • Das Erreichen einer möglichst großen urbanen Nutzungsvielfalt und eines hohen stadträumlichen Erlebniswertes muss bei phasenweiser Umsetzung gewährleistet werden.
  • Einrichtungen von allgemeinem Interesse, wie beispielweise Freizeit-, Sport-, Ausstellungs- und/oder Kultureinrichtungen, sind im Sinne der urbanen Nutzungsvielfalt zu fördern.
  • Die einzelnen Funktionen der Verkehrserschließung (zum Beispiel Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrerinnen und Radfahrer, Platzgestaltung, Zufahrten, Stellplätze) sind klar zu definieren und eindeutig umzusetzen.
  • Ein Freiraumkonzept (zum Beispiel Fußwegenetz, Grünplan) muss als Reaktion auf die realen Gegebenheiten gegenüber dem ursprünglichen Masterplanentwurf angepasst werden. Dadurch muss ein fassbares Erleben der Donau City ermöglicht werden. Das Freiraumkonzept hat die Randbereiche einzuschließen.
  • Die Harmonisierung der Vorlandnutzung ("Copa Cagrana") mit den Nutzungen der Donau City ist hinsichtlich einer gestalterischen Qualitätsanhebung und der funktionellen Einbeziehung ein wesentlicher Punkt der künftigen Entwicklung.

Kontakt

Dipl.-Ing.in Andrea Eggenbauer

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Stadtentwicklung Wien
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