Weltweit erster Hochdruck-Wärmespeicher

In Simmering wurde 2013 ein bisher einzigartiger Wärmespeicher errichtet. Er ermöglicht, dass Wärme zeitlich unabhängig von der Erzeugung verbraucht werden kann, wenn sie benötigt wird.

Wärmespeicher von oben

Der neue Hochdruck- und Hochtemperatur-Speicher ist weltweit der erste dieser Art. Er deckt den jährlichen Wärmebedarf von rund 20.000 Haushalten und spart durch die Optimierung von Produktion und Speicherung jährlich rund 11.000 Tonnen Kohlendioxid ein.

Der Speicher nutzt die erneuerbare Wärmeerzeugung aus dem Wald-Biomassekraftwerk Simmering. Wärmeproduzentinnen und -produzenten wie die thermischen Abfallbehandlungsanlagen, die Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke in Simmering, Donaustadt und Leopoldau wurden integriert. Die Anlage wurde in nur 14 Monaten Bauzeit errichtet und ist seit Mitte November 2013 im Betrieb. Die Investitionskosten betrugen 20 Millionen Euro.

So funktioniert der Wärmespeicher

Video: Weltweit erster Hochdruck-Wärmespeicher in Simmering

Vereinfacht gesagt ist der neue Fernwärmespeicher auf dem Gelände des Kraftwerks Simmering nichts anderes als eine gigantische Thermoskanne. Die beiden Speicherbehälter sind mit 45 Metern deutlich höher als ein zwölfgeschossiges Gebäude. Bis zu 150 Grad Celsius heißes Wasser wird dort unter hohem Druck gespeichert. Die Speicher werden pro Jahr rund 2.200 Stunden be- und rund 2.200 Stunden entladen. Die jährlich gespeicherte und somit auch entnommene Wärmemenge beträgt rund 145.000 Megawattstunden. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Wärmebedarf von 20.000 Haushalten.


Optimaler Einsatz erneuerbarer Energien

Mitarbeiter von Wien Energie blickt auf den Hochdruck-Wärmespeicher und das Kraftwerk Simmering

Am Standort Simmering betreibt Wien Energie drei Kraft-Wärme-Kraftwerke und ein Wald-Biomassekraftwerk. Mit der Wärme aus den Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und der thermischen Abfallverwertung werden rund 320.000 Wohnungskunden und 6.200 Großkunden in Wien mit Wärme und Warmwasser versorgt.

Die Anlage trägt jetzt zum optimierten Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplungs-Kraftwerke und der thermischen Abfallbehandlungsanlagen im Zusammenspiel der erneuerbaren Energie bei. Kohlendioxid-Emissionen werden reduziert und die Fernkälte-Tagesspitzen in den Sommermonaten ausgeglichen.

Wien Energie will bis 2030 die Hälfte der erzeugten Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Die Nutzung erneuerbarer Energie ist ohne Speichermöglichkeiten und starke Netze oft begrenzt. Durch den Wärmespeicher kommt es zu einer zeitlichen Entkopplung zwischen Wärmeerzeugung und Wärmeverbrauch.

Daten und Fakten

  • Speichermenge Wasser: 11.000 Kubikmeter
  • Höhe der beiden Druckspeicher: 45 Meter
  • Druck: Zehn bar am Speicherboden, sechs bar an der Speicherdecke
  • Speichervermögen: 850 MWh
  • Wärme für 20.000 Haushalte pro Jahr
  • Kohlendioxid-Einsparung pro Jahr: rund 11.000 Tonnen
  • Investition: 20 Millionen Euro
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Energieplanung (Magistratsabteilung 20)
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