Verkehrsplanung und Mobilitätsstrategien - Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18)

Das Referat Verkehrsplanung und Mobilitätsstrategien beschäftigt sich mit Planungsfragen der städtischen und regionalen Verkehrsinfrastruktur. Zu den Aufgaben zählen strategische Überlegungen, die die Siedlungsplanung mit den Verkehrsnetzen abstimmen. Schwerpunkt sind verkehrssystemübergreifende und raumstrukturbezogene Bearbeitungen jener Verkehrsnetze und -knoten, die für Wien und das Umland Wiens Bedeutung haben.

Masterplan Verkehr

Das Referat erarbeitet das verkehrspolitische Leitbild der Stadt Wien, den im Jahr 2003 vom Gemeinderat beschlossenen Masterplan Verkehr 2003. Er stellt die Weichen für die Verkehrsentwicklung der nächsten zehn bis 20 Jahre. Im Jahr 2008 erfolgte die erste Evaluierung und Fortschreibung des Masterplan Verkehr 03/08. Sie wurde vom Wiener Gemeinderat im Dezember 2008 beschlossen.
Die Grundsätze und Ziele des Masterplans sind nachhaltige Mobilität, Effizienz, Akzeptanz, Kooperation und Innovation. Sie sollen der Maßstab und der Motor für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen sein. In diesem Maßnahmenpaket finden sich folgende Handlungsschwerpunkte:

  • Sichere Mobilität (Vision Zero)
  • S-Bahn plus
  • U-Bahn-Impulse für schnelle öffentliche Verkehr-Tangenten
  • Halt nur bei Haltestellen
  • Mobilität mit System
  • Platz da
  • Riesen Radverkehr
  • Logistik-Kompetenz
  • Schienen und Straßen für Europa

Planungen für öffentlichen Verkehr und Individualverkehr

Die operative Tätigkeit des Referates umfasst die "Generelle Planung von Netzen des öffentlichen Verkehrs" (U-Bahnen und Straßenbahnen) und des motorisierten Individualverkehrs in Wien. Aktuell in Bearbeitung sind die Planungen für eine vierte U-Bahn-Ausbauphase. Im Rahmen der "Generellen U-Bahnplanung" wird derzeit unter anderem die Verlängerung der U2 durchgeführt.

Neben den U-Bahn-Verlängerungen nehmen auch Verlängerungen beziehungsweise Erweiterungen des Straßenbahnnetzes eine wichtige Funktion für die zukünftige öffentliche Verkehrsentwicklung ein. Derzeit werden unter anderem schnelle Straßenbahntangenten im 21. und 22. Bezirk (Linien 25 und 26) und die Verlängerung der Linie D zum neuen Wiener Hauptbahnhof bearbeitet.
Die Stadt Wien versucht ihre Bürgerinnen und Bürger vorrangig zum Umsteigen auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes zu bewegen. Planungen für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer sind deshalb von immenser Bedeutung.

Strategieentwicklung und Kooperationen

Neben den konkreten Trassenplanungen werden "weiche" Maßnahmen, wie Überlegungen zu Mobilitätsstrategien, Mobilitätskonzepten und Mobilitätssteuerung immer wichtiger. Mehr an Bedeutung gewinnen Fragen der Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen allgemein beziehungsweise die Umsetzung von Lenkungsmaßnahmen (beispielsweise Parkraumbewirtschaftung, Gesetze). In Gremien wie Städtebund, Eurocities oder Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) werden die Interessen der Stadt auch in anderen Bereichen vertreten.

Das Referat beteiligt sich weiters an verschiedenen EU-Projekten wie SONORA, SETA, Magistrale für Europa oder Mobility Forum von Eurocities. Es ist aktiv in zum Teil EU-geförderten regionalwirksamen Bearbeitungen (zum Beispiel Central), welche die Region Wien betreffen, maßgeblich involviert.

Bürgerbeteiligungsverfahren

Zur Bewältigung von Planungskonflikten bei Verkehrsprojekten und zur verstärkten Einbindung der Öffentlichkeit in die Planung werden verschiedene Formen der Bürgerbeteiligung angewendet (zum Beispiel begleitende Ausstellungen zu den U-Bahn-Untersuchungen).

Verkehrserhebungen

Die Erhebung von verkehrsplanerischen Grundlagen, wie Verkehrsverhaltensuntersuchungen und Verkehrszählungen sowie die Grundlagenarbeiten für alle Bereiche der Verkehrsplanung gehören ebenfalls zu den Referatsaufgaben.

Verkehrs-Modell Wien

Zur Unterstützung der Planungsprozesse der Stadtplanung ist im Referat das Verkehrs-Modell Wien entwickelt worden. Dieses Analyse- und Prognoseinstrument basiert auf einem Modell der Wirklichkeit. Es stellt die Wirkung von Änderungen des Verkehrsangebotes und der Siedlungs- und Nutzungsstruktur dar und erklärt sie. Mit diesem Ansatz können die Wirkung von Veränderungen im Verkehrsangebot auf den öffentlichen Verkehr, den PKW-, Fußgänger- und den Fahrradverkehr untersucht werden und die Wirkungen von städtebaulichen Entwicklungen.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Stadtentwicklung Wien
Kontaktformular