Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße - Neugestaltung

Die fünftgrößte Einkaufsstraße Wiens wurde nach einem Wettbewerb attraktiviert und lädt nun noch mehr zum Einkaufen, Flanieren, Verweilen, Treffen und Kommunizieren ein.

Platzsituation mit Wasserbecken, Sitzsteinen, Schanigärten, Beschattung durch Altbaumbestand, ockergraue Pflasterung aus Granit

Neugestaltung Meidlinger Platzl mit neuem Belag und Wasserbecken

Schanigärten und konsumfreie Sitzbereiche wechseln einander im Bereich der klassischen Einkaufsmeile ab.

Belebte Einkaufsstraße, gestaltet mit Sitzbänken, Sitzsteinen, Quellstein, neuen Baumpflanzungen


Der erste Teilabschnitt zwischen Schönbrunner Straße und Tivoligasse/Reschgasse ist fertiggestellt. Der Oberflächenbelag wurde erneuert, Sitzsteine und Bänke wurden aufgestellt und neue Bäume gepflanzt. Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou bei der Eröffnung dieses Teilabschnitts im November 2014: "Mit der neu gestalteten Fußgängerzone bekommt das Zentrum Meidlings ein neues Gesicht."

Alter Einzelbaum mit einer Gruppe frei angeordneter Holzstühle, Trinkbrunnen, Wasserbecken, ocker-graue Pflasterung aus Granit, Blindenleitsystem

Meidlinger Platzl, Blick Richtung Theresienbadgasse

Straßenraum, breite Gehsteige mit Sitzbänken aus Holz, Allee, ockergrauer Pflasterung aus Granit, Radweg, Blindenleitsystem

Meidlinger Hauptstraße, Blick vom Meidlinger Platzl Richtung Schönbrunner Straße


Für 2015 ist die Fertigstellung des Abschnitts zwischen Sechtergasse und Eichenstraße vorgesehen. Die Realisierung der weiteren Bauabschnitte der Meidlinger Hauptstraße zwischen Reschgasse und Sechtergasse ist schrittweise in den Folgejahren geplant.

Wasserbecken, "Platanenterrasse" und "Linden-Teppich"

2010 fand ein EU-weiter, offener Realisierungswettbewerb "Gestaltung Fußgängerzone Meidling" statt. Wesentliches Merkmal des Siegerprojekts vom Team WES LandschaftArchitektur Hamburg & DI Kurt Traxler ist der neue, in grau- und ockerfarbenen Tönen gehaltene "Belagsteppich". Dieser variiert im Bereich wichtiger Aufenthalts- und Platzflächen.

Die bestehenden Plätze und Teilräume der Meidlinger Hauptstraße werden durch verschiedene Sitzmöbel, schlanke Lichtstelen und unterschiedliche Wasserinstallationen gezielt aufgewertet. Somit soll ein vielfältiges Angebot für alle Nutzerinnen und Nutzer entstehen. Eine "Platanenterrasse" in Form eines geschnittenen Baumdaches und ein "Linden-Teppich" bilden grüne raumbildende Elemente.

Visualisierung Fußgängerzone: eckig geschnittene Platanen spenden Schatten, Sitzgelegenheiten, Passanten, Geschäfte, ocker-graues Pflaster

Platanenterrasse

Visualisierung Fußgängerzone: Lindenallee beschattet grau-blau gepflasterten teppichähnlichen Bereich; Sitzgelegenheiten, Passanten, Geschäfte

Linden-Teppich


Die weitestgehend barrierefreie Nutzung der Fußgängerzone ist gewährleistet. So wurden etwa im Bereich des Meidlinger Platzls die bestehenden Stufen rückgebaut. Regelmäßig gesetzte schlanke Lichtstelen sorgen durch ihre Ausleuchtung für ein gutes Sicherheitsgefühl. Die Verknüpfung der Meidlinger Hauptstraße mit angrenzenden Bezirksteilen, wie die Verbindung zum Meidlinger Markt, wird gezielt gestärkt.

Innovatives Wettbewerbsverfahren

Im Vorfeld des Wettbewerbs wurde die Doppelfunktion der Meidlinger Hauptstraße als Einkaufsstraße und wichtiger öffentlicher Freiraum für die Bevölkerung genau analysiert. Die "Sozialraumanalyse Meidlinger Hauptstraße" sowie eine Studie zur Untersuchung der Geschäftsstraßenfunktion wurden direkt in die Wettbewerbsausschreibung eingearbeitet.

Ausschnitt Plandarstellung Meidlinger Hauptstraße, Fußgängerzone blau unterlegt mit eingezeichneten Gehlinien

Funktionsskizze zum Fußverkehr: Großversion: 1,8 MB PDF • Textvariante: 15 KB RTF

Wichtige Vorgaben waren die Alltagstauglichkeit der Möblierung, die Barrierefreiheit, die Möglichkeiten für gefahrloses wegbegleitendes Spiel, die Vielfältigkeit der angebotenen Treffpunkte und Aufenthaltsbereiche sowie die attraktive Anbindung der Meidlinger Hauptstraße an die Umgebung.

Zusätzlich zu den vorhandenen Grundlagenstudien wurde von den auslobenden Abteilungen Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) und Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) eine Funktionsskizze zur Berücksichtigung der Ansprüche des Fußverkehrs erarbeitet. Diese war ebenfalls Teil der Ausschreibung.


Fachübergreifende Jury begutachtete 22 Projekte

In der Wettbewerbsjury waren neben Fachleuten der Architektur und Landschaftsplanung auch eine Sozialwissenschafterin und eine Gender-Expertin vertreten. Die Bezirksvorstehung, die Gebietsbetreuung Stadterneuerung für den 12. Bezirk und der Einkaufsstraßenverein konnten ihr lokales Expertenwissen einbringen.

Zur Wettbewerbsteilnahme waren Architektinnen und Architekten sowie Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten, jeweils in Arbeitsgemeinschaft mit Bauingenieurinnen und Bauingenieuren, eingeladen. 22 Projekte wurden eingereicht. Das Team WES LandschaftArchitektur Hamburg & DI Kurt Traxler, Krems-Senftenberg (Bauingenieur) konnte den Wettbewerb einstimmig für sich entscheiden.

Publikation

Der Werkstattbericht Nummer 110 berichtet über das innovative, interdisziplinär ausgerichtete Wettbewerbsverfahren und fasst die beiden Analysen (Sozialraumanalyse und Geschäftsstraßenanalyse) zusammen.

Die Publikation können Sie im Webshop bestellen. Erforderlich ist eine Benutzerregistrierung für wien.at.

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Architektur und Stadtgestaltung (Magistratsabteilung 19)
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