Bildungszentrum Simmering - Planung
Auf dem Areal des Simmeringer Marktes wurden eine Volkshochschule, eine Musikschule, eine Stützpunktbücherei, Verkaufskioske, eine öffentliche Tiefgarage sowie eine Altstoffsammelinsel neu errichtet. Durch die Vereinigung von Volkshochschule, Musikschule und Bücherei in einem gemeinsamen Gebäude werden viele betriebliche und räumliche Synergien erreicht. Das in der Planung berücksichtigte ehemalige Marktamtsgebäude und die öffentliche Toilettenanlage stehen unter Denkmalschutz.
Wettbewerb
Seitens der Stadt Wien wurde im Jahr 2005 von der Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) ein offener, EU-weiter, zweistufiger Realisierungswettbewerb im Oberschwellenbereich ausgelobt. In der ersten Wettbewerbsstufe wurden 94 Projekte eingereicht. Unter dem Vorsitz von Architektin Marta Schreieck fand im Jänner 2006 die Sitzung des Preisgerichtes statt. Das Siegerprojekt stammt von Architekt Martin Kohlbauer ZT GmbH.
Position als öffentliches Kulturhaus
Dem ansteigenden Terrain folgend führt der von neu gestalteten Marktständen gesäumte Vorplatz tief in das Innere des Gebäudes. Die räumliche Perspektive steigert die Erlebbarkeit als öffentliches Kulturhaus. Die Durchdringung von Innen- und Außenraum ist oberstes Gestaltungsprinzip. Die räumliche Inszenierung findet in dem glasüberdeckten Atrium seinen Höhepunkt.
Die freie Komposition der räumlichen Figur mit der Anmutung eines Instrumentes fügt sich als nur dreigeschoßiger, freigespielter Baukörper, losgelöst von der Blockbebauung des Umfeldes, in den vorhandenen großen Grünraum ein. Er wird somit zum maßvollen Körper im städtebaulichen Umfeld.
Funktionale, logische Gliederung in drei Ebenen
Die funktionale Gliederung des eigentlichen Bildungszentrums erfolgt in drei Ebenen. Im Erdgeschoß befinden sich das Foyer und der Veranstaltungsraum, die Bücherei mit Spielbereich für Kinder, ein Café und ein Teil der Volkshochschule. Das erste Obergeschoß beherbergt die Musikschule, ein Atelier und den Keramik- und Werkraum der Volkshochschule. Die Räumlichkeiten im zweiten Obergeschoß sind mitsamt der Dachterrasse der Volkshochschule gewidmet. Die Dachterrasse selbst ermöglicht Freiluftnutzungen mit Orientierung zum Platz.
Die beiden denkmalgeschützten Pavillons am Standort werden einer zeitgemäßen Nutzung zugeführt. Der ehemalige Toilettenpavillon dient als großzügiger Aufgang aus der Tiefgarage. Das ehemalige Marktamt ist mittels gläserner Verbindung an das Foyer angebunden und wird als Kunstpavillon der Volkshochschule verwendet.
Ökologisches Konzept
Beim neuen, zentralen Bildungszentrum auf dem Gelände des Simmeringer Marktes wird ein hohes Augenmerk auf die ökologische Ausrichtung des Gebäudes gelegt. Neben der Beheizung mit Fernwärme kommt eine Kombination alternativer Energiesysteme zur Anwendung. So kann eine möglichst hohe Energieeffizienz des Gebäudes erreicht werden.
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