Bildungscampus Hauptbahnhof Wien
Im Umfeld des neuen Hauptbahnhofes Wien wird ein Bildungscampus für Null- bis 14-Jährige errichtet. Er soll 2014/15 in Betrieb gehen.
Im Zuge der Errichtung des neuen Hauptbahnhofes Wien sollen 5.000 neue Wohneinheiten geschaffen werden. Um den Bedarf an infrastrukturellen Einrichtungen im Bereich der Kinderbetreuung und Bildung (Pflichtschule) abzudecken, ist die Errichtung eines elf-gruppigen Kindergartens, einer 17-klassigen Volksschule und einer 16-klassigen Hauptschule notwendig. Diese Einheiten werden in einer multifunktionalen Bildungseinrichtung, dem Bildungscampus Hauptbahnhof Wien zusammengefasst.
Wettbewerb mit über 100 Projekten
Seitens der Stadt Wien wurde im Jahr 2010 von der Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) für die Wiener Kindergärten (MA 10) und Wiener Schulen (MA 56) ein offener, zweistufiger EU-weiter Realisierungswettbewerb im Oberschwellenbereich ausgelobt. In der ersten Stufe wurden 102 Projekte zum Bildungscampus Hauptbahnhof eingereicht. Das Preisgericht wählte daraus neun Projekte zur Weiterbearbeitung für die zweite Wettbewerbsstufe aus. Unter dem Vorsitz von Architekt Albert Wimmer fanden im Februar 2011 die Sitzungen des Preisgerichtes der zweiten Stufe statt.
Siegerprojekt setzt neue Standards im Schulbau
Das Projekt der PPAG architects wurde von der Jury zur Realisierung empfohlen. Die Außenräume wurden vom Büro Karin Standler Landschaftsarchitektur entworfen.
Das Preisgericht begründete seine Entscheidung damit, dass das Projekt eine gelungene Verbindung zwischen Innenraum und Außenraum aufweist. Das Siegerprojekt soll neue Standards im Schulbau setzen - mit Freiräumen, Platz zur Begegnung und einer Umgebung, in der Lernen Spaß macht. Lernen und Freizeit werden in idealer Weise miteinander kombiniert. Die Infrastruktur- und Freizeitangebote können von den Kindergarten- und Schulkindern gemeinsam genutzt werden.
Lernen und Begegnen
Herzstück des Bildungscampus sind die sogenannten "Marktplätze", die von den Kindern gemeinsam genutzt werden. Sie sollen als Bewegungs-, Gruppenarbeits- und Aufenthaltsräume, als Räume für offene Unterrichtsformen (Lerninsel) sowie Versammlungsräume für alle dienen. Die übrigen Räume werden auf die "Marktplätze" ausgerichtet. In Kindergarten und Volksschule befindet sich zudem auch der Speisebereich am "Marktplatz".
Über den Tag verteilt wechseln Lern- und Freizeitphasen. Die Räume müssen diesen Wechsel ermöglichen und Arbeits- und Erholungsbereiche anbieten. Die Einteilung in "Unterrichtsräume" und "Freizeiträume" wurde aufgehoben.
Erster Campus für Null- bis 14-Jährige
Mit dem Leitprojekt des Bildungscampus Hauptbahnhof wird erstmals ein Campus für Null- bis 14-Jährige umgesetzt. Er umfasst auf einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern elf Kindergartengruppen, 17 Klassen der Ganztagsvolksschule sowie 16 Klassen der Ganztagshauptschule. Er soll mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 in Betrieb gehen. Rund 1.100 Kinder werden diesen Campus mit Leben erfüllen. Vorgesehen sind Investitionen in Höhe von 65 Millionen Euro.
Kontakt
Weiterführende Informationen
- Projekt Hauptbahnhof Wien
- Wiener Kindergärten (MA 10)
- Wiener Schulen (MA 56)
- Wettbewerbsergebnis - Bildungscampus Hauptbahnhof Wien Gudrunstraße
- Wettbewerbsausschreibung - Bildungscampus Hauptbahnhof Wien Gudrunstraße
- Ausstellung zum Wettbewerb "Bildungscampus Hauptbahnhof Wien" (Frühjahr 2011)
- PPAG architects
Verantwortlich für diese Seite:Architektur und Stadtgestaltung (Magistratsabteilung 19)
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