Kindergarten Schukowitzgasse I
Neubau als Energiespargebäude
Die rege Bautätigkeit im Stadterweiterungsgebiet Breitenlee setzt einen weiteren Impuls im Baugeschehen der Stadt Wien: Mit der Errichtung von neuen Wohnungen und dem damit verbundenen Zuzug junger Familien steigt auch der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen.
Auf dem Grundstück in der Schukowitzgasse 87, auf dem später der Kindergarten errichtet wurde, wurde 1997 zunächst eine Volksschule mit neun Klassen gebaut. Das städtebauliche Konzept des Architekten Wimmer sah schon damals eine Erweiterungsmöglichkeit durch einen Kindergarten als Abschluss im Süden der Volksschule vor. Im Jahr 2002 fiel die Entscheidung, mit der Realisierung eines Kindergartens mit sechs Gruppen und einem Mehrzweckraum zu beginnen.
Im Sinne des ökologischen und nachhaltigen Bauens wurde der Neubau des Kindergartens als "Energiespargebäude" ausgeschrieben und konzipiert.
Planungsprozess
Von der Stadt Wien wurde für die Planung des Kindergartens ein geladener, anonymer Wettbewerb mit sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgelobt. Der Gewinner des Wettbewerbs, Architekt DI Georg Reinberg (Energietechnik: Dr. Manfred Bruck; Grünraumplanung DIin Anna Detzlhofer) wurde im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren mit den weiteren Planungsarbeiten beauftragt. Das Projekt wurde in den Jahren 2005 bis 2006 realisiert.
Planungsergebnis
Städtebauliche Situation
Das zu bebauende Grundstück befindet sich nahe dem alten Ortskern von Breitenlee, der eine noch erkennbare dörfliche Struktur aufweist. Das Gebäude fügt sich in die eingeschossige Bebauungsstruktur des nördlich gelegenen Schulbaus ein. Es nimmt dessen lineares, additives, durch Innenhöfe (Freiluftklassen) strukturiertes Konzept auf. Zugleich bildet es einen städtebaulich gut gelösten Abschluss der bestehenden Schule. Der Schulvorplatz wird durch den Neubau des Kindergartens nach Süden hin gefasst und zum gemeinsamen Eingangsbereich für Schule und Kindergarten.
Räumliches Konzept
Der als erdgeschoßiges Gebäude konzipierte Kindergarten umfasst sechs nach Süden orientierte Gruppenräume (vier Hortgruppen, eine Kindergartengruppe, eine Kinderkrippe). Sie werden über eine atriumartige Halle mit einer großzügigen Oberlichtöffnung erschlossen. Diese zentrale Halle ist zugleich Mittelpunkt und Kommunikationsbereich und kann als zusätzlicher Bewegungsbereich für die Kinder genutzt werden.
Die Gruppenstruktur, die eine definierte Raumfolge von Garderobe, Waschraum und Gruppenraum bildet, wird durch das pädagogische Konzept des "offenen Kindergartens" erweitert. Türen, die die Gruppeneinheiten untereinander verbinden, erlauben ein umfassendes "Inbesitznehmen" des Hauses durch die Kinder. Die Einbeziehung der Atriumhalle schafft vielfältige Möglichkeiten, das Gebäude in seiner Gesamtheit zu nutzen und für die Kinder erlebbar zu machen. Vor den Gruppenräumen erstreckt sich ein Grünbereich, der vielfältige Spiel- und Betätigungsmöglichkeiten anbietet.
Energiekonzept

Energiespargebäude bei Tag, Nacht und unterschiedlichen Witterungsverhältnissen - Funktionsweise eines Energiespargebäudes
Der kompakte Baukörper, die hohe Dämmung und die Lüftungswärmerückgewinnungsanlage reduzieren die Wärmeverluste auf ein Minimum. Das Solarkonzept mit Speicherung in der Gebäudemasse wurde gewählt, weil dadurch die relativ extremen Nutzungsansprüche besser ausgeglichen werden können. Beispiele für die extremen Nutzungsansprüche sind die hohe interne Wärmeerzeugung während der Nutzung und das Fehlen interner Wärmeerzeugung in den kalten Nachtstunden und an den Wochenenden. Zusätzlich steigt durch die warmen Umschließungsflächen die Behaglichkeit.
Das Projekt stellt einen weiteren Beitrag zur Erreichung der im Klimaschutzprogramm der Stadt Wien formulierten Ziele dar.
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