Kindergarten Schukowitzgasse II
Im Herbst 2010 wurde nach nur sechsmonatiger Bauzeit in der Schukowitzgasse im 22. Bezirk ein neuer Kindergarten in Passivhausbauweise in Betrieb genommen.
Neubau als Erweiterung eines bestehenden Kindergartens
Der steigende Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen im Stadterweiterungsgebiet Breitenlee war ausschlaggebend dafür, angrenzend an den bestehenden Kindergarten Schukowitzgasse I ein neues Gebäude für sechs Kindergartengruppen zu errichten. Durch Zusammenlegung der beiden Freiflächen entstand ein großzügiger gemeinsamer Spielbereich, der nun von beiden Kindergärten genützt wird.
In einem städtebaulichen heterogenen Umfeld gelegen, bietet der kompakte, freistehende zweigeschoßige Baukörper eine unverwechselbare Identität und fügt sich harmonisch in die angrenzende Umgebung ein.
Wettbewerb
Seitens der Stadt Wien wurde im Herbst 2008 von der Abteilung Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) für die Wiener Kindergärten (MA 10) ein offener, einstufiger Realisierungswettbewerb ausgelobt, an dem 90 Architekturbüros teilnahmen. Unter dem Vorsitz von Architekt Dietmar Eberle konnte bei der Sitzung des Preisgerichtes das Projekt von Architekt Clemens Kirsch mit dem 1. Preis ausgezeichnet werden.
Funktionale Offenheit - Räumliche Intimität
Der rechteckige Nutzungskern ist als räumlich offenes System konzipiert. Um ihn herum vermittelt eine "Filterschicht" (bestehend aus Nebenräumen, Außenstiegen und der "Verandazone" mit pflanzlichem Sonnenschutz und geschützten Spielbereichen) zwischen dem Innen- und Außenraum. Die abwechselnd offen und geschlossen gestaltete Fassade erlaubt vielfältige Ein- und Ausblicke.
Die zwei Kleinkindergruppen sind im Erdgeschoß situiert und bieten so eine direkte Ausgangsmöglichkeit in den Garten. Im Obergeschoß befinden sich vier weitere Gruppenräume für größere Kinder. Ein Gruppenraum ist als Ruheraum konzipiert, die übrigen drei sind für den "offenen Betrieb" geplant: Hier gibt es eine freie Einteilung von Spielflächen und Kreativbereichen. Mit flexiblen Möblierungselementen entsteht ein großzügiges räumliches Kontinuum mit den unterschiedlichsten Kombinationsmöglichkeiten. Ebenso bieten räumlich differenziert gestaltete Spielkojen einen intimen Rückzugsbereich zum Spielen und Entspannen.
Konstruktion und Haustechnik
Aufgrund der kurzen Bauzeit von nur sechs Monaten wurde eine rasch herstellbare Konstruktion in Mischbauweise aus Ortbeton und Holzfertigteilen gewählt. Der zentrale, zweigeschoßige Baukörper besitzt seitliche, als Boxen ausgebildete Zusatzbauten in Brettschichtholzbauweise. Die Aussteifung des Gebäudes erfolgt über einen zentralen, massiven Kern in Stahlbetonbauweise sowie eine weitere massive Stahlbetonwand an der innen liegenden Treppe.
Das Gebäude wurde in Passivhausbauweise errichtet. Für die erforderliche Heizlast wurde eine Luft-Wasser-Wärmepumpe geplant, die auf dem Flachdach aufgestellt ist. Die Lüftungsanlage ermöglicht eine Kühlung des Gebäudes in den Sommermonaten.
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