Kindergarten im Wiener Stadtpark

Im Stadt­park wird in den kommenden Monaten ein neuer, hoch­moderner Kinder­garten entstehen, der viel Raum für Kommu­nika­tion und Be­wegung bieten wird. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2012 geplant.

Ausgangslage

Luftbildaufnahme des Parks mit gekennzeichneten Gebäudekomplex des bestehenden Kindergartens

Der Kindergarten im Stadtpark wurde 1949 als erster Kindergarten der Stadt Wien nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet. Nach 60 Jahren intensiver Nutzung soll das Haus durch ein neues, heutigen Anforderungen entsprechendes Gebäude für neun Kindergartengruppen ersetzt werden.

Der Kindergarten liegt im nordwestlichen Teil des denkmalgeschützten Stadtparks und gleichzeitig in einer Schutzzone sowie im Bereich des UNESCO-Weltkulturerbes. Der hochwertige Baumbestand auf dem Grundstück war ebenso eine wichtige Rahmenbedingung für den Neubauentwurf.


Wettbewerb

Im April 2010 wurde von der Abteilung für Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) für die Wiener Kindergärten (MA 10) ein geladener, einstufiger, anonymer Realisierungswettbewerb mit sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgelobt. Unter dem Vorsitz von Architekt Markus Geiswinkler fand im Juni 2010 die Sitzung des Preisgerichtes statt, bei der das Projekt von Architekt Martin Kohlbauer mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde.

Haus "mit Schwung"

Schaubild eines zweigeschoßigen Baukörpers mit geschwungener, blaugrüner Fassade inmitten eines Parks

Architekt Martin Kohlbauer hat einen geschwungenen Baukörper entworfen, der die Wellen der Landschaft aufnimmt, die auch im Inneren des Gebäudes spürbar werden. Zudem wird - vor allem durch die Öffnung in der Westfassade - ein Bezug zum Wienfluss hergestellt. Der Eingang ist sowohl von der Parkbucht im Norden als auch über die Wienflusspromenade vom Stadtpark und von der U-Bahn bequem erreichbar.

Die Grundrisse der Gruppenräume sind vielfältig und ermöglichen eine differenzierte Nutzung des Raumangebotes. Die Detailgestaltung ist kindergerecht. Die Freiflächen werden mit Naturmaterialien gestaltet. Eingeplant sind auch anregende Spielsituationen wie Hügel oder Hochsitze.


Offener Kindergarten

Das neue Haus wurde als offener Kindergarten konzipiert: Das heißt, die Kinder können sich im Gebäude frei bewegen und halten sich nicht ausschließlich in den ihnen zugeteilten Gruppenräumen auf. Sie können auch eine andere Gruppe besuchen oder das Spielangebot des Kreativbereichs nutzen.

Schaubild eines Innenraumes mit spielenden Kindern und einer nach außen abschließenden, gebogenen Glasfassade
Schaubild eines Innenraumes mit Treppenanlage und einem zweigeschoßig verglasten Eingangsbereich

Die Architektur des neuen Kindergartens unterstützt die Kommunikation und Kooperation der Gruppen untereinander. Besonderes Augenmerk wurde auf die Verbindungen zwischen den Gruppenräumen und auf Sichtverbindungen zu den daran angeschlossenen Nutzungsbereichen gelegt. Eine der neun Gruppen soll ein "Spielhaus" sein, das sowohl als Mehrzweckraum für Tanz und Bewegung für den Kindergarten als auch für externe Kinder mit eigenem Eingang genützt werden kann.

Kontakt

DIin Christine Bucher

Verantwortlich für diese Seite:
Architektur und Stadtgestaltung (Magistratsabteilung 19)
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