Operatives Management in der Praxis: Weiterführende Empfehlungen und Kommentare aus den Arbeitskreisen
Die Mitglieder der Workshopgruppe 3 kamen bei der Erörterung des 3. Kapitels im zweiten Teil des Wiener Manifestes zu folgendem Ergebnis:
Dem unter Zielen definierten Inhalten wird grundsätzlich zugestimmt. Allerdings ist die Indikationenliste um die Aspekte der sozialen Betreuung zu ergänzen und der Schwerpunkt nicht nur auf die psychologische Betreuung zu legen.
Bei der Erstellung eines Alarmschemas ist darauf zu achten, dass Akutbetreuung bedingt, dass eine Alarmierung von Betreuungsteams so rasch wie möglich zu erfolgen hat, da hier besonders auch der Gesichtspunkt der Entlastung der Einsatzkräfte zu beachten ist. Je rascher der Einsatz der Betreuungsteams vor Ort erfolgt, um so rascher werden Einsatzkräfte wieder für ihre eigentlichen Aufgaben frei.
Auch bei der Erstellung eines Einsatzschemas ist dieser Grundsatz zu beachten.
Jedenfalls ist bei der Ausarbeitung eines Einsatzschemas darauf zu achten, dass adäquate Instrumentarien für die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Einsatzleitung vorgesehen werden.
Die Ausstattung der Betreuungsteams hat jedenfalls neben Betreuungs- und Informationsmaterial Mittel für die Kennzeichnung der Einsatzkräfte bei Großschadensereignissen und Katastrophenfällen und geeignete Kommunikationsmittel zur Kontaktsaufnahme mit der jeweiligen Leitstelle bzw. für die Teammitglieder untereinander zu umfassen.
Besondere Wichtigkeit kommt auch der Einbindung in den Gesamteinsatz zu, was vor allem durch vertrauensbildende Maßnahmen in den Beziehungen zu den Einsatzorganisationen zu erreichen ist. Als ein Mittel werden hier neben Informationsmaßnahmen das Volontieren von Mitgliedern der Betreuungsteams bei den Einsatzorganisationen in Betracht zu ziehen sein.
Nachsorge ist sofern notwendig über geeignete Stellen durch bestehende Einrichtungen zu organisieren; eine breite diesbezügliche Information der niedergelassenen Ärzte/innen wird vorgeschlagen. Es soll auch eine Information der Betreuten hinterlassen werden, die Auskunft gibt über die Maßnahme, der er unterzogen wurde und wohin er sich wenden kann, wenn weiterhin (ebenfalls bekannt gegebene Symptome nach dem Ereignis) auftreten. Nachbetreuung der Teams hat durch das Vorsehen von Teambesprechungen unmittelbar nach dem Einsatz, institutionalisierte Besprechungen Team - Einsatzkräfte und Supervision für die Teams zu geschehen.
Teamzusammensetzung wie vorgeschlagen und die Notwendigkeit einer Hierarchie sowohl im Innenverhältnis des Teams als auch im Außenverhältnis Team - Einsatzorganisationen wird von den Mitgliedern der Workshopgruppe unterstrichen. Einvernehmlich wird zur Teamorganisation angemerkt, dass der Satz "Als weiteres Angebot sollten Personen aus dem Bereich der Seelsorge (quer durch alle Konfessionen) zur Verfügung stehen, die den eventuell erforderlichen Teil der religiösen Betreuung in Notfallsituationen abdecken können" lauten soll "Als weiteres Angebot sollten Personen aus dem Bereich der Seelsorge (quer durch alle Konfessionen) zur Verfügung stehen, die eine erforderliche religiöse Betreuung in Notfallsituationen abdecken können".
Hinsichtlich des Hinweises auf die Kosten für psychosoziale Akutbetreuung stimmt die Gruppe mit dem im Manifest enthaltenen Text überein, schlägt jedoch vor, zu ergänzen, dass durch diese Art der Prävention Folgekosten für Krankenbehandlungen eingespart werden können und dass sich auch Vorteile durch eine Entlastung der Einsatzorganisationen ergeben. Grundsätzlich ist auch festzuhalten, dass die Tragung der Kosten Sache des Gesundheits- und Sozialwesens ist.
Der Forderung nach Qualitätssicherung wurde ebenfalls zugestimmt, wobei "Nähe zum Geschehen" mit der Wendung " im Sinne einer möglichst engen Einbindung in das Gesamtgeschehen des Einsatzes" ergänzt wurde. Weiter wurde postuliert, dass an der Vertrauensbasis zu den Einsatzorganisationen laufend zu arbeiten ist, um die gemeinsame Einsatzqualität aufrecht erhalten zu können. Laufend sind mit den Einsatzkräften im Sinne der Qualitätssicherung auch die Erfahrungen aus den Einsätzen zu evaluieren.
Verantwortlich für diese Seite:Magistratsdirektion - Krisenmanagement und Sicherheit
Kontaktformular
