Ausbildung und Qualitätssicherung: Weiterführende Empfehlungen und Kommentare aus den Arbeitskreisen

Geänderte und im Konsens der Arbeitsgruppe verabschiedete Version

Ziele

Für die Aus- und Fortbildung des Psychosozialen Akutbetreuung sowie deren Qualitätssicherung sollen Standards entwickelt werden, die einerseits die Vielfalt der Ausgangslage berücksichtigen, andererseits die Notwendigkeit einer wissenschaftlich fundierten Aus- und Fortbildung betonen. Die Schaffung einer anerkannten qualifizierten Ausbildung trägt zur Professionalisierung der psychosozialen Akutbetreuung bei und bildet die Voraussetzung zur Verwendung bei Einsätzen.

Zielgruppe

  • Sie umfasst die Laien, die in Organisationen eingebunden sind, Einsatzkräfte und psychosoziale Experten.
  • Anforderungen an die Ausbildungslehrgänge
  • Sie müssen die Multidisziplinarität der Teams berücksichtigen und ein gemeinsames Basiswissen schaffen.
  • Sie müssen zur Praxiserfahrung und Routine in der Intervention verhelfen.
  • Sie müssen Personen, die keine Einsatzerfahrung haben, diese vermitteln.
  • Sie müssen helfen, eigene persönliche Grenzen zu erkennen und Grenzen der Intervention in der Akutsituation vermitteln.
  • Sie sollen ein Menschenbild vermitteln, das von den Möglichkeiten der Autonomie, Überlebenskunst und Kreativität der Betroffenen ausgeht.
  • Sie sollen eine gesundheitsfördernde, nicht-pathologisierende Einstellung zu den Betroffenen vermitteln.
  • Sie sollen auf wissenschaftlicher Basis stehen, was Interventionstechniken betrifft.
  • Sie sollen auf Erfahrungslernen aufgebaut sein und Ressourcen und Kompetenzen der Teilnehmer/innen fördern.

Neu

  • Sie sollen der Multikulturalität Rechnung tragen
  • Sie sollen der Teamentwicklung dienen
  • Sie sollen die rechtlichen Grundlagen und Verantwortlichkeiten klar legen.
  • Sie müssen die Arbeit der Einsatzkräfte miteinbeziehen.
  • Sie dienen dem Profil in Hinblick auf die Eignung.
  • Sie dienen dazu, die Fähigkeit zu vermitteln, Unerträgliches erträglich zu machen.
  • Oder: Sie dienen dazu, die Fähigkeit zu vermitteln, Menschen in Extrem- und/oder Belastungssituationen zu begleiten.
  • Oder: Sie dienen dazu, Extremsituationen besser zu bewältigen.
  • Oder: Sie dienen dazu, die Fähigkeit zu vermitteln, Menschen bei der Bewältigung von Extremsituationen zu begleiten.

Kommentare "Erläuterungen und Empfehlungen"

Der Arbeitsgruppe war es ein Anliegen, die Inhalte des Wiener Manifestes als Diskussionsanregung zu verstehen und sieht den Text des Wiener Manifestes als ersten Schritt für ein prozesshaftes Geschehen, der in Standards für Ausbildung und Qualitätssicherung münden soll. Insofern wurde teilweise der Text des Wiener Manifestes berücksichtigt, teilweise wurden eigene Überlegungen angestellt.

Präambel

Die Teilnehmer des Workshops 2 empfehlen, die Einholung der Standards von Ausbildungen der verschiedenen EU und angrenzenden Staaten, um eine fundierte Diskussionsgrundlage für eine weitere Tagung zu schaffen, deren Ergebnisse einen weiteren Schritt in Richtung einer Standardisierung und Professionalisierung der psychosozialen Aktubetreuung darstellen können. Die Akutsituation wird auf die ersten 72 Stunden nach dem Ereignis definiert.

Es wird betont, dass die Situationen sind in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich sind.

Die Ausbildungen sollten auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von KIT, peers und von Laienhelfern/innen in Firmen hinsichtlich des Stundenausmaßes Rücksicht nehmen.

Diskussionsbeiträge zur Einführungsphase

Es werden die Unterschiede zwischen den Modellen für Einsatzkräfte und einem Modell für KIT und ähnliche Modelle betont.

  • Einsatzkräfte: Modul psychische erste Hilfe, vier bis acht Stunden Umfang
  • Inhalt und Didaktik: Stressreaktionen an sich und an Betroffenen, Umgang mit Schaulustigen in Form von anschaulichen Erfahrungslernen (Beispiele für Indikationen wie etwa plötzlicher Kindstod, Rollenspiele usw.) wurden genannt.
  • KIT: Zusätzlich zu den oben genannten Inhalten, sollten vermittelt werden, wie Einsatzorganisationen funktionieren.
  • Ziel: KIT-Mitarbeiter/innen sollen den Einsatzorganisationen nicht im Weg stehen.

Es wurde über Auswahlkriterien für Mitarbeiter/innen diskutiert:

  • Belastbarkeit
  • Bescheidenheit
  • Fähigkeit zur Empathie
  • Fähigkeit zur Strukturierung
  • Selbstreflexion und Teamfähigkeit
  • Fähigkeit menschlichen Beistand zu leisten
  • organisatorische Fähigkeiten
  • Kommunikationsfähigkeit und Fähigkeit mit Expert/innen Informationen auszutauschen.
  • Diskussionsbeiträge zum Basiskurs

Zielgruppendefinition

  • psychosoziale Expert/innen; diese sind Psycholog/innen, Psychotherapeut/innen, Ärzte/innen, Sozialarbeiter/innen, erfahrene Einsatzkräfte, Notfallseelsorger/innen
  • praxiserfahrene Laien

Diskussionsbeiträge zum Aufbaukurs

Er sollte praxisbegleitend nach einer Phase des Sammelns von Erfahrungen stattfinden.
Ergänzungen zum Punkt: Umgang mit besonderen Einsatzerfordernissen

Massenpsychologie, Aufrechterhaltung der kognitiven Funktionen der Helfer/innen, da die Gefahr droht, dass sie mit der Masse verschmelzen.

Unterschiedliche Auswirkungen von unterschiedlichen Katastrophen auf die Bevölkerung Gewalt und Missbrauch

Notfallpsychiatrie - Screening

Grundsätzlich sollten sich die Inhalte dieses Moduls auf die jeweilige Indikationenliste der/des Trägers/Trägerin der Akutbetreuung beziehen.

Anforderung an die Trainer/innen

Sie sollten aus der Praxis kommen und in der Lage sein, Einsatzwissen über Fallbeispiele zu vermitteln.

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