Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 02.10.2013:
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Nestroyhof und Salon5: Die neue künstlerische Partnerschaft

Mailath: Kooperation statt Expansion - mehr Mittel für die Kunst


Die TheaterleiterInnen Frederic Lion (Nestroyhof) und Anna Maria Krassnigg (Salon5) gehen eine künstlerische Partnerschaft ein, Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny ist "Trauzeuge".

Zwei besondere Wiener Bühnen beschreiten gemeinsame Wege: "Das 'Theater Nestroyhof Hamakom' und der 'Salon5' werden ab 2014 eine Partnerschaft eingehen und im Austausch miteinander programmieren", erklärten die beiden TheaterleiterInnen Frederic Lion (Nestroyhof) und Anna Maria Krassnigg (Salon5) heute, Mittwoch, anlässlich der Präsentation der Programme bis Ende 2014. Beide Theater wurden von der Wiener Theaterjury für eine vierjährige Konzeptförderung und eine inhaltlich-operative Zusammenarbeit empfohlen. Aufgrund inhaltlich ähnlich gelagerter Schwerpunkte, wie der Arbeit rund um jüdische Geschichte, dezentraler Kulturarbeit und Förderung des Sprechtheater-Nachwuchses, wurde eine engere Kooperation als sinnvoll erachtet. Auch seitens der Stadt Wien wird diese Partnerschaft gezielt gefördert: "Nach einer zunehmenden Partikularisierung der Theaterlandschaft in den letzten Jahren erscheint es mir als wichtiges Signal, wenn die Wiener Bühnen neue Wege erproben, um sich auszutauschen und Synergien zu nutzen", betonte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny bei der Pressekonferenz.

"Die Partnerschaft zwischen dem Theater Nestroyhof Hamakom und dem Salon5 ist Ausdruck für eine lebendige und vielfältige Theaterkultur in der Stadt", freut sich der Kulturstadtrat. "Durch die deutliche Erhöhung des Budgets haben nun beide Häuser die Möglichkeit, langfristig zu planen, vermehrt Eigenproduktionen zu erarbeiten und dadurch ihr inhaltliches Profil zu schärfen. Diese Zusammenarbeit auf vielen Ebenen bringt nicht nur ein spannendes künstlerisches Output, sondern durch die gemeinsame Nutzung von Strukturen auch mehr Geld für die Kunst", ist Mailath überzeugt.

Frederic Lion (Künstlerische Leitung Theater Nestroyhof Hamakom) nannte das Interesse an Nachwuchsarbeit und die inhaltliche Nähe als Gemeinsamkeiten in der Partnerschaft. Anna Maria Krassnigg (Künstlerische Leitung Salon5) betonte die gemeinsame Leidenschaft für das Aufspüren verdrängter Literatur und das Bekenntnis zur darstellenden Kunst und ihrem Personal. Die Spielpläne der Häuser kann man sich wie eine Achse vorstellen, auf der die kontinuierliche Programmierung des größeren Hamakom auf jährlich eine Uraufführung einer Tetralogie unter dem Titel "ON KICKS/ÜBERTRITTE" (vier Stücke von Anna Poloni 2014 - 2017) sowie ein Musiktheaterprojekt des Salon5 trifft - das erste wird "EMILY", ein poetry song project nach Emily Dickinson, im Juni 2014 sein. Zusätzliche gemeinsame Vorhaben sind "Fenster nach Morgen", eine Plattform für den professionellen Nachwuchs in der darstellenden Kunst, sowie die bereits erfolgreich bestehende "LiteraTurnhalle", die als geistiger und physischer Austragungsort für die Sichtbarmachung von wieder zu entdeckenden Texten dient.

Programmhöhepunkte der beiden Häuser

Das Theater Nestroyhof Hamakom bringt eine Uraufführung von Robert Schindels "Dunkelstein" im Oktober 2014 in der Regie von Frederic Lion, "Sonia Mushkat" von Savyon Liebrecht in der Inszenierung von Michael Gruner im April 2014 sowie "Valentinstag" von Iwan Wyrypajew im Februar 2014, ebenso inszeniert von Frederic Lion. Lesungen, Buchpräsentationen und eine Ausstellung rund um das Gedenken an die Novemberpogrome, interdisziplinäre Programme sowie "Sam's Bar" im Dezember 2013, bei der das Hamakom an die Tradition der Etablissement-Kultur anknüpft, zählen zu den wichtigen Programmpunkten des Spieljahres 2013/14.

Herzstück des Salon5 bildet die Tetralogie "ON KICKS/ÜBERTRITTE" mit Uraufführungen von Stücken von Anna Poloni: Teil 2, "PASADA - Eine Überfahrt", hat im September 2014 Premiere. Im Rahmen von "LiteraTurnhalle" präsentiert der Salon5 Gier nach Leben (Abende über Wilfried Steiner, Robert Neumann, Hermann Broch) sowie "Faul im Staate", das dem Syndrom der Politik des Vergessens gewidmet ist (zwei Abende mit Szenen nach Texten von Robert Schindel und Erwin Riess).

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