Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 25.08.2010:
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Vbgm. Ludwig: Gemeindebau-Benennung nach Käthe Jonas
Feierliche Namensgebung der Städtischen Wohnhausanlage Waidhausenstraße 28

v.li.n.re.: Bezirksvorsteherin Kalchbrenner, Staatssekretär Schieder und Vizebürgermeister Ludwig bei der Enthüllung der Gedenktafel
Mit der Benennung der städtischen Wohnhausanlage in der Penzinger Waidhausenstraße 28 in "Käthe-Jonas-Hof" ehrt die Stadt Wien die ehemalige Gemeinderätin Käthe Jonas. Am Dienstag, den 24. August 2010, nahmen Vizebürgermeister Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig und Bezirksvorsteherin Andrea Kalchbrenner die offizielle Namensgebung vor.
Der 1962 bis 1964 erbaute Gemeindebau, der nun nach Käthe Jonas benannt wurde, liegt an der Grenze zwischen Ober- und Unterbaumgarten und verfügt über drei Häuserzeilen mit insgesamt 104 Wohnungen und parkähnliche Grünanlagen.
"Käthe Jonas hat sich Zeit ihres Lebens unermüdlich und beherzt für die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter und für eine Verbesserung der Lebenssituation von Frauen eingesetzt. Sie war eine sehr mutige und aufrechte Frau und Politikerin, die stets das Wohl ihrer Mitbürgerinnen und -bürger an erste Stelle setzte. So ließ sich Jonas auch in der menschenverachtenden NS-Ära nicht einschüchtern und stand unbeirrt zu ihrer sozialen Gesinnung", würdigte Vizebürgermeister Michael Ludwig die großen Verdienste von Käthe Jonas.
Durch die Errichtung der rund 2.000 Gemeindebauten in Wien wurde für die notleidende Arbeiterschaft in der Vor-, Zwischen- und Nachkriegszeit eine ganz wesentliche Verbesserung erreicht. Für Tausende Menschen wurde auf diese Weise leistbarer und qualitätsvoller Wohnraum geschaffen. "Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, was es damals für die Arbeiterinnen und Arbeiter bedeutete, nicht mehr in menschenunwürdigen Quartieren hausen zu müssen. Die Gemeinschaftseinrichtungen, die in allen Gemeindebauten realisiert wurden, verbesserten maßgeblich den Alltag und die Lebensqualität von Frauen. Käthe Jonas hat sich deshalb auch sehr für den sozialen Wohnbau eingesetzt", hob der Wiener Wohnbaustadtrat hervor.
"Es freut mich sehr, dass mit der Benennung des Gemeindebaus nach Käthe Jonas, die vor allem für mich als Frau auch ein Vorbild ist, ein besonderes Zeichen des Gedenkens gesetzt wird", unterstrich Bezirksvorsteherin Andrea Kalchbrenner.
"Ich freue mich besonders, dass mit der Namensgebung eine der großen Frauenpolitikerinnen der ersten Stunden der zweiten Republik geehrt wird", erklärte Mag. Andreas Schieder, Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen und Bezirksvorsitzender der SPÖ Penzing, anlässlich der offiziellen Namensgebung der Städtischen Wohnhausanlage.
Käthe Jonas (1904-1999)
Käthe Jonas wurde am 16. November 1904 als ältestes von fünf Kindern eines Eisenbahners in Wartberg (Bezirk Freistadt/Oberösterreich) geboren. In ihrem Geburtsort besuchte sie die Pflichtschule. Mit 21 Jahren zog sie zu ihrem Mann, einem Schaffner der Österreichischen Bundesbahnen, nach Wien. Seit 1940 war sie bei den Wiener Radiowerken beschäftigt, bei denen sie später auch dem Betriebsrat angehörte.
In der NS-Zeit wurde Jonas auf Grund ihrer sozialen Gesinnung verhaftet und 1943 zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, die sie im Wiener Landesgericht absaß. Nach 1945 war sie in der Bezirksorganisation Penzing tätig und wurde schließlich zur stellvertretenden Leiterin der Wiener SPÖ-Frauen gewählt. Von Mai 1946 bis Dezember 1954 war sie Bezirksrätin in der Bezirksvertretung Penzing, danach vertrat Käthe Jonas ihren Bezirk im Wiener Gemeinderat. Dort wirkte sie vor allem in den Gemeinderatsausschüssen für öffentliche Einrichtungen und für Gesundheitswesen, dessen stellvertretende Vorsitzende sie zeitweise war. Im Juni 1969 schied sie aus dem Gemeinderat aus.
Käthe Jonas starb am 12. Februar 1999. Für ihre Verdienste wurde sie mit der "Viktor-Adler-Plakette" geehrt. Die Stadt Wien verlieh der langjährigen Gemeinderätin im Juli 1970 das Goldene Ehrenzeichen.
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- Christiane Daxböck
Mediensprecherin Vbgm. Dr. Michael Ludwig
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