Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 25.06.2010:
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Bgm Häupl überreichte Arthur Schneier Großes Goldenes Ehrenzeichen

Gründer der "Appeal of Conscience Foundation" für Toleranz, Religionsfreiheit und Verständigung aller Glaubensgemeinschaften


v.li.n.re: Kardinal Schönborn, Dr. Arthur Schneier mit Gattin und Bgm Dr. Michael Häupl

Bürgermeister Dr. Michael Häupl überreichte am Freitag im Wiener Rathaus das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien an den 1930 in Wien geboren Rabbiner Dr.Dr. Arthur Schneier. An der Feier nahmen hochrangige Persönlichkeiten teil, darunter der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant, sowie der 3. Präsident des Wiener Landtages, Heinz Hufnagel und zahlreiche Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde.

Bürgermeister Häupl bezeichnete den Geehrten als "Großes Symbol für den Dialog der Religionen". Dies habe "neben einem spirituellen auch einen wichtigen gesellschafspolitischen Charakter" und sei ein wesentlicher Faktor um Frieden zu schaffen und zu bewahren, so Häupl. Erzbischof Dr. Christoph Kardinal Schönborn betonte in seiner Laudatio die Verbundenheit und Treue des Geehrten mit Wien, was aufgrund dessen Lebensgeschichte "besonders beeindruckend" sei. "Sie haben für viele Menschen ein Symbol der Hoffnung gesetzt", auch er, Schönborn sei überzeugt, dass Friede nur aus "tiefer Überzeugung der einzelnen Religionsgemeinschaften" entstehen könne.

Schneier bezeichnete das Gefühl plötzlich "unerwünscht" zu sein, das ihn als Kind und Jugendlichen begleitet habe, als besonders schmerzlich. Es sei ein "langer Weg" in die Freiheit gewesen, so der Geehrte, der sich für die "große Ehre diese Hohe Auszeichnung zu erhalten" bedankte. Wien sei eine Stadt der Vielfalt und der Kultur und daher ein perfekter Platz um auch künftige Konferenzen der Appeal of Conscience Foundation hier abzuhalten.

"Presidential Medal" für Holocaust-Überlebenden


Dr. Arthur Schneier und Bgm Dr. Michael Häupl

Arthur Schneier wurde am 20. März 1930 in Wien geboren, flüchtete 1938 mit seinen Eltern nach Budapest und ist Überlebender des Holocaust. Im Jahr 1947 wanderte er in die USA aus, wurde Rabbiner und promovierte zum Doktor der Theologie an der Yeshiva University in New York City. Schneier gründete 1965 "The Appeal of Conscience Foundation”. Diese Initiative, der Geistliche verschiedener Religionen, Politiker und Wirtschaftsexperten angehören, bemüht sich um Toleranz, Religionsfreiheit und um die Verständigung aller Glaubensgemeinschaften. Etliche Konferenzen der Stiftung, wie etwa die "Conflict Resolution Conference" 1995, wurden in Wien abgehalten.

Der 80-Jährige ist unter anderem Senior Rabbi der Park East Synagoge in New York, Mitglied des Rabbinical Council of America und wurde 2008 vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, in die "High-Level Group der United Nations Alliance of Civilizations" berufen.

Rabbi Schneier erhielt 2001 vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton mit der "Presidential Medal" eine der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen der Vereinigten Staaten. Bereits 1997 wurde ihm das Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Seitens der Stadt Wien wurde Arthur Schneier 1996 mit dem Karl-Renner-Preis geehrt.

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