Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 26.03.2008:
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Klimaschutzprogramm "ÖkoKauf Wien" spart CO2 und Geld

Utl.: Sima und Weber präsentieren erstmals Erfolgsbilanz des ökologischen Einkaufs der Stadt Wien

Übersicht Kostenersparnis, Foto: PID - Klicken Sie auf das Bild und Sie erhalten das Foto in Druckqualität (268 kB) Wien (RK). Bedeutende Einsparungen beim CO2 durch die Arbeit von "ÖkoKauf Wien", des Klimaschutzprogramms für den ökologischen Einkauf der Stadt Wien, konnten am Mittwoch Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima und Stadtbaudirektor Gerhard Weber gemeinsam mit dem "ÖkoKauf Wien"-Programmleiter Ekkehard Philipp erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. "Die Einsparung von ca. 103.000 Tonnen CO2 in den Jahren 2004 bis 2007 ist mehr als beeindruckend", stellte Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima fest. "Noch dazu, da die erarbeiteten Zahlen wieder einmal beweisen, dass umweltschonendes Handeln und wirtschaftliches Denken sich sehr oft ergänzen können. Denn besonders erfreulich ist, dass durch den ökologischen Einkauf der Stadt Wien auch bedeutende finanzielle Einsparungen erzielt werden konnten, nämlich ca. 44,4 Millionen Euro. Das sieht auch Wiens Stadtbaudirektor Gerhard Weber so: "Besonders im Bereich der Haustechnik können durch den Einsatz von ökologischen Maßnahmen und Techniken erhebliche Einsparungen lukriert werden. Wie z.B. 1,5 Millionen Euro pro Jahr nur durch die Umrüstung von handelsüblichen Armaturen mit sogenannten Sparperlatoren".****

Zwtl.: CO2-Einsparung durch "ÖkoKauf Wien"

Seit den Jahren 2003/2004 werden die von "ÖkoKauf Wien" laufend erarbeiteten Kriterienkataloge für den ökologischen Einkauf innerhalb der Stadt Wien verbindlich eingesetzt. Daher gibt es seit dem Jahr 2004 auch Zahlenmaterial für die Reduktion von CO2-Emmissionen durch die Beschaffung von Waren aller Art nach diesen Kriterienkatalogen, die nunmehr erstmals präsentiert werden.

Der Hauptanteil bei den CO2-Einsparungen wird durch die laufende Umstellung auf Bio-Lebensmittel in den Einrichtungen der Stadt Wien erreicht:

2004 betrug der Bioanteil im Essen für Kindergärten betrug40 %, 2005 erreichte er 50 % und seit 2007 wurde der Anteil auf beeindruckende 51 % gesteigert. Folgende Zahlen sind die aktuellen aus 2007: Im Wiener Krankenanstaltenverbund wurde der Bio-Anteil in den Lebensmitteln auf 32 % erhöht. Die Pensionistenwohnhäuser der Stadt Wien haben einen Bio-Anteil im Essen von 18 %. In den Schulen der Stadt Wien beträgt dieser Anteil 11 % (geschätzter Wert auf Berechnungsbasis finanziell - laut Mengenangabe wären es 30 %).

Ein weiteres hohes CO2-Einsparungspotential liegt in der Umrüstung auf Energiesparlampen und Sparperlatoren (diese verringern die Durchflussmenge von handelsüblichen Armaturen ohne Qualitätsverlust um ca. 50 %).

Unter Berücksichtigung dieser Zahlen für diese drei maßgebenden Indikatoren errechnet sich eine CO2-Einsparung für 2004 von ca. 22.500 Tonnen, für 2005 von ca. 25.000 Tonnen, für 2006 von ca. 26.500 Tonnen und für 2007 von ca. 29.000 Tonnen. Das sind gesamt ca.103.000 Tonnen an eingespartem CO2 durch die Arbeit von "ÖkoKauf Wien".

Weitere CO2-Einsparungen - zusätzlich zu den oben angeführten Summen - ergeben sich durch den Einsatz vieler anderer Kriterienkataloge. Zum Beispiel spart der Einsatz der Büro- und Druckpapiere aus den Mustermappen von "ÖkoKauf Wien" pro Jahr 300 - 400 Tonnen CO2, von energieeffiziente Küchen- und Elektrogeräten 175 Tonnen und von energieeffizienten Büromaschinen 195 Tonnen.

Zwtl.: Einige Vergleichszahlen zum eingesparten CO2

Um die - durch die Arbeit von "ÖkoKauf Wien" - schwer vorstellbare große Summe von 103.000 Tonnen eingesparten CO2 vorstellbar zu machen, einige Vergleichszahlen:

Kraftfahrzeuge: Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 8 l Benzin pro 100 km und einer Jahresfahrleistung von 15.000 km entsprechen 103.000 Tonnen CO2 der Emission von 34.095 Fahrzeugen, d.h. 34.095 Pkw's fahren ein Jahr lang nicht (oder ein Pkw fährt 34.095 Jahre lang nicht). Oder man könnte 511,4 Mio. km fahren, um 103.000 Tonnen CO2 zu emittieren. Das ist etwa 12.000 Mal um die Erde.(In Wien wurden im Jahr 2005 insgesamt 27.019 benzinbetriebene Kfz neu zugelassen, davon waren 20.551 Pkw).

Zwtl.: Vorurteil: " ... ökologisch oder biologisch einkaufen kostet mehr ..."

Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass ökologische oder biologische Waren oder Leistungen teurer sind als herkömmliche. Ganz im Gegenteil, dieses Vorurteil trifft in den wenigsten Fällen zu. Da seit den Jahren 2003/2004 die Kriterienkataloge von "ÖkoKauf Wien" verbindlich eingesetzt werden, gibt es seit 2004 auch Zahlenmaterial für die finanziellen Einsparungen durch die Beschaffung von Waren aller Art nach diesen Kriterienkatalogen.

Hier einige Bespiele, wie durch die Anwendung von Kriterienkatalogen von "ÖkoKauf Wien" gespart wird:

Wäschetrockner amortisieren sich z.B. (von Energieeffizienzklasse C auf A, ca. 3 Stunden pro Tag) schon nach knapp einem Jahr. Oder: Geschirrspüler, Waschmaschinen und Kühlgeräte unter selben Bedingungen nach ca. dreißig Monaten.

Besondere Kosteneinsparungen ergeben sich aber beim Einsatz von Energiesparlampen, wassersparenden WC-Spülkästen und Sparperlatoren:

Bei den wassersparenden WC-Spülkästen wurden 2003 40% umgerüstet, ab 2004 50%, ab 2006 60% und seit 2007 sind es bereits 70%. Insgesamt konnten so durch diese Umrüstungen auf wassersparende WC-Spülkästen von 2004 bis 2007 fast 700.000 Euro eingespart werden.

Durch die Umrüstung von handelsüblichen Armaturen mit Sparperlatoren wird eine Wassereinsparung und zusätzlich eine Senkung des Warmwasserverbrauches bewirkt, was zu einer jährlichen Einsparung von ca. 1,5 Millionen Euro führt. Für die Jahre 2004 bis 2007 bedeutet das eine Gesamteinsparung von knapp über 6,0 Millionen Euro.

Die Einsparung bei den Energiesparlampen resultiert zum einen aus dem geringeren Energieverbrauch bzw. zum anderen aus der Verringerung der Tauschkosten. Diese stellen deswegen einen hohen Kostenanteil, weil pro Lampe mit Tauschkosten von ca. 30 Euro gerechnet werden muss. Die Einsparung durch den Einsatz von Energiesparlampen beträgt für die Jahre 2004 bis 2007 ca. 37,6 Millionen Euro.

Somit ergeben sich für diese wesentlichen Indikatoren folgende durch "ÖkoKauf Wien" verursachten finanziellen Einsparungen für die Jahre 2004 bis 2007: 2004 ca. 5,5 Millionen Euro, 2005 ca. 9,0 Millionen Euro, 2006 ca. 13,0 Millionen Euro und 2007 ca. 17,0 Millionen Euro. Somit gesamt ca. 44,4 Millionen Euro.

Weitere ökologische und damit auch monitäre (finanzielle) Bewertungsmodelle sind derzeit im Aufbau, z.B. für den Innenausbau den ÖkoKauf-Bau-Umwelt-Schnellrechner (ÖBUS-Datenbank) und für Tiefbauarbeiten (Datenbank) oder eine durch die Kriterien von "ÖkoKauf Wien" verursachte Reduktion von Lösungsmitteln im Innenausbau.

Durch den Einsatz von ökologischen Wasch- und Reinigungsmitteln bzw. ökologischer Reinigungssysteme (z.B. Mikrofaser) können z.B. im Wiener Krankenanstaltenverbund pro Jahr ca. 300 Tonnen Waschmittel eingespart werden, was zu einer monitären (finanziellen) Einsparung von ca. 30.000 Euro im Jahr führt.

Zwtl.: Das Programm "ÖkoKauf Wien"

Jahr für Jahr investiert die Stadt Wien rund fünf Milliarden Euro in eine Vielzahl von Waren, Produkten und Leistungen. Der Ankauf so großer Warenmengen ermöglicht es auch, auf Qualität und Beschaffenheit der Produkte Einfluss zu nehmen. Damit ist eine Marktmacht verbunden, die zur Weiterentwicklung der ökologisch verträglichen Produkte und zur Ausweitung des Angebotes führen soll. Mit diesem ökologischen Einkaufsprinzip ist die Wiener Stadtverwaltung ein Vorbild für Wirtschaft, Handel und VerbraucherInnen.

Das Programm "ÖkoKauf Wien" (Leiter: OSR Dipl.-Ing. Ekkehard Philipp) ist Teil des Klimaschutzprogramms "KliP Wien" und hat zum Ziel, umweltbezogene Kriterienkataloge für alle Waren, Produkte und Leistungen zu erstellen, die seitens der Stadt Wien eingekauft (beschafft) werden. Ziel ist die stärkere Orientierung des Einkaufs der Stadt Wien an ökologischen Gesichtpunkten. International einmalig auf dem Gebiet der ökologischen Beschaffung ist, dass die Ergebnisse von "ÖkoKauf Wien" durch einen Erlass des Magistratsdirektors verbindlich anzuwenden sind.

"ÖkoKauf Wien" ist magistratsübergreifend organisiert und wird von einem Programmleiter sowie einem Lenkungsteam geleitet. Das Lenkungsteam besteht aus ExpertInnen der Magistratsdirektion, dem Büro der Geschäftsgruppe Umwelt/PID - MA 53, den relevanten Magistratsabteilungen, der Wiener Klimaschutzkoordinationsstelle, der Wiener Umweltanwaltschaft, des Wiener Krankenanstaltenverbundes, der Wiener Stadtwerke und Wiener Wohnen. Die Leitung dieses Programms ist Aufgabe der Magistratsdirektion - Geschäftsbereich Bauten und Technik, Stadtbaudirektion, Projektleitstelle.

Nähere Informationen und die Kriterienkataloge zum downloaden unter www.oekokauf.wien.at .

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/

(Schluss) ma

(RK vom 26.03.2008)

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