Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 11.10.2003:
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Weltkulturerbe "Historisches Zentrum von Wien"

v.li.n.re.: Bgm. Dr. Michael Häupl, Prof. Francesco Bandarin, StR. DI Rudolf Schicker, Foto: Pressefoto Votava - Klicken Sie auf das Bild und Sie erhalten das Foto in Druckqualität (398 kB) Wien (RK). Wiens Innenstadt ist ab sofort Weltkulturerbe. Am Samstag Vormittag überreichte der Direktor des UNESCO- Welterbezentrums Paris, Prof. Francesco Bandarin, im Rahmen einer Feierstunde im Wiener Rathaus Bürgermeister Dr. Michael Häupl die entsprechende Urkunde. Damit ist der historische Kern der Stadt, "einer der bedeutendsten der Welt", so Bandarin, zum Stadtdenkmal im Sinne des Welterbes ernannt. Mit dem bereits vor einigen Jahren in das Welterbe aufgenommenen Schloss Schönbrunn verfügt Wien nun über zwei Stadtzonen, die diesen Status innehaben. Bürgermeister Dr. Michael Häupl dankte für die Auszeichnung und verwies auf die Verdienste seiner Vorgänger Leopld Gratz und Dr. Helmut Zilk um das Wiener Stadtbild. Es gehe nun darum, so Häupl bei der Feier wie auch bei der vorangegangenen Pressekonferenz, den Schutz für die historisch gewachsene Stadt mit den Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft kompatibel zu machen. Wien sei kein Museum, aber eben eine unverwechselbare Stadt, das solle sie auch in Zukunft bleiben.****

Zwtl.: Konferenz zu Fragen der Stadtentwicklung zwischen Tradition und Moderne

Die Fragen rund um die Entwicklung historischer Städte zwischen ihrer Tradition und den Anforderungen der Zukunft sollen Thema einer Konferenz sein, die in Wien im Jahr 2005 stattfinden soll. Prof. Bandarin hat diesen Vorschlag an Bürgermeister Häupl herangetragen, der ihn "als weitere Auszeichnung für die Stadt" aufgegriffen hat. Bei dieser hochkarätigen Veranstaltung sollen alle relevanten Institutionen und Organisationen vertreten sein, ebenso die politischen Entscheidungsträger großer historischer Städte, Architekten, Denkmalpfleger etc., um auf breiter internationaler Ebene die komplexe Materie zu diskutieren. Stadtrat Dipl. Ing. Rudolf Schicker begrüßte ebenfalls die Initiative zu dieser Konferenz und verwies bei der Medienkonferenz auch darauf, dass die Entscheidungsfindung für das neue Projekt Wien Mitte - Prof. Bandarin bezeichnete es als absolut übereinstimmend mit den Intentionen des Weltkulturerbes - auch große allgemeine Anerkennung in der Fachwelt finde. Für die Zukunft verwies Schicker in seiner Rede beim Festakt auf ein Wort von Gustav Mahler: "Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche", Wien werde also auch künftig die zeitgemäße architektonische Formensprache in das Weltkulturerbe einbringen. Ähnlich der Festredner, Prof. Dr. Werner Oechslin, der von der Stadt erwartet, die vorhandene urbane Qualität weiterzuschreiben, damit Wien eben "anders" bleibe. Kulturstadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny verwies im Mediengespräch besonders auf den Wiener Altstadterhaltungsfonds, der in rund drei Jahrezehnten 170 Millionen Euro in die Erhaltung des historischen Stadtbildes investiert hat.

Zwtl.: Weltweite Schutzfunktion

Die Urkunde, Foto: Pressefoto Votava - Klicken Sie auf das Bild und Sie erhalten das Foto in Druckqualität (581 kB) Die 1972 gegründete Welterbekomission hat die Aufgabe, Kultur- und Naturdenkmäler von internationaler Bedeutung zu schützen und zu bewahren.

Mehr als 170 Staaten haben die Welterbekonvention bisher ratifiziert, gegenwärtig umfasst die Welterbe-Liste rund 750 Eintragungen, davon mehr als drei Viertel Kulturdenkmäler, der Rest Naturdenkmäler und gemischte Widmungen. In Österreich zählen neben den Wiener Welterbestätten die Innenstädte von Salzburg und Graz, sowie die Regionen Hallstatt-Dachstein, Neusiedler See (gemeinsam mit Ungarn), die Semmering-Bahn und die Kulturlandschaft der Wachau zum Welterbe.

Zwtl.: Wiens Innenstadt als einzigartiges Stadtdenkmal

Die Wiener Innenstadt wurde als einzigartiges Stadtdenkmal in das Weltkulturerbe aufgenommen, das über die baukünstlerische Bedeutung auch für historische Rolle der Stadt als politisches, geistiges und kulturelles Zentrum eines Vielvölkerstaates in Mittel- und Osteuropa steht. Mit der Wiener Innenstadt verbindet sich eine Jahrhunderte lange Förderung von Wissenschaft und Kunst, im Besonderen auch die Bedeutung für die Musikgeschichte mit einer Reihe großer musikalischer Schulen und Komponisten vom Barock bis ins 20. Jahrhundert.

Architektonisch sind im historisch gewachsenen Stadtzentrum bis heute wertvolle Bauten vom Mittelalter über das nach den Türkenkriegen zur Hochblüte gelangte österreichische Barock bis zur Gründerzeit zu finden, die in ihrer Gesamtheit eine harmonische Einheit ergeben und den Denkmalcharakter der Stadt ausmachen. Diesen Status angepasst ist nun - nach der entsprechende politischen Willensbildung - auch das Projekt Wien Mitte, für das nach dem seit einigen Tagen vorliegenden Wettbewerbsergebnis mit dem Siegerprojekt des Ateliers Henke & Schreieck ein kompatibler Entwurf vorliegt.

An der Feier im Stadtsenatssitzungssaal nahmen weiters zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur, Architektur und Wirtschaft teil, darunter Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk, Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder, Umweltstadträtin Dipl.-Ing. Isabella Kossina, Gesundheitsstadträtin Dr. Elisabeth Pittermann, Zweite Landtagspräsidentin Prof. Erika Stubenvoll, Dritter Landtagspräsident Johann Römer, Stadtrat Dr. Peter Marboe und Stadtrat Johann Herzog.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/

(Schluss) gab

(RK vom 11.10.2003)

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