Wien 1959: Berichte vom September 1959

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

2.9.1959: Auf jeden dritten Wiener Haushalt kommt ein Kraftfahrzeug

Wiens Kraftfahrzeugbestand erreichte über die Sommermonate die 230.000-Grenze. Dies bedeutet, dass auf jeden dritten Wiener Haushalt oder auf fast jeden siebenten Wiener ein Fahrzeug kommt.

2.9.1959: Römische Ruinenstätte auf dem Hohen Markt wird erweitert. Fortsetzung der Grabungen und Verlegung des Einstieges

Auf dem Hohen Markt gehen große bauliche Veränderungen vor sich. Nun ist auch das neue Bürogebäude der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft, das Haus Hoher Markt 3, bald fertig. Dadurch ergibt sich die Gelegenheit, den Abstieg in die Römische Ruinenstätte, die sich jetzt mitten auf dem Platz befindet, in die Halle des neuen Gebäudes zu verlegen. Gleichzeitig werden die Ausgrabungen fortgesetzt. Der Hohe Markt ist die interessanteste Stelle, die über Vindobona Aufschluss geben kann.

4.9.1959: Wiener Altersheimpfleglinge waren in der Wachau

Reisende an Deck des Ausflugschiffs

Donaufahrt nach Dürnstein

Auf Einladung des Wohlfahrtsamtes unternahmen 540 Pfleglinge der Altersheime Lainz und Baumgarten einen Ausflug nach Dürnstein.


4.9.1959: Stadtrat Mandl bei Eröffnung der Bonner Beethoven-Halle

Stadtrat Mandl wird als Vertreter der Stadt Wien an der Eröffnung der neuen Beethoven-Halle in Bonn teilnehmen. Die Eröffnung nimmt Bundespräsident Heuss vor. Bei der Grundsteinlegung dieser Halle vor einigen Jahren war Stadtrat Mandl ebenfalls in Bott und brachte damals Erde vom Grabe Beethovens aus Wien mit, die in einer Kapsel im Grundstein eingemauert wurde.

5.9.1959: Neue Straßennamen im 10. und 22. Bezirk

Drei bisher noch unbenannte Verkehrsflächen in der Siedlung Wienerfeld-West im 10. Bezirk werden nach bekannten Wiener Persönlichkeiten benannt. Die Siedlung erhält eine Keldorfergasse (Viktor Keldorfer, 1873 - 1959, Hofrat, Professor, Chordirigent), eine Kiurinagasse (Berta Kiurina, 1882 - 1933, Opernsängerin) und einen Bonnweg (Ferdinand Bonn, 1861 - 1933, Burgschauspieler).

In Aspern erhält eine Verkehrsfläche seitlich des Biberhaufens die Bezeichnung "Plattensteinergasse", zur Erinnerung an den vor drei Jahren verstorbenen Schriftsteller Richard Plattensteiner.

8.9.1959: Bürgermeister Jonas gratuliert der neuen Miss Europa

Portrait Christine Spazier mit Miss Europa-Schärpe

Miss Europa 1959 Christine Spazier

Bürgermeister Jonas hat heute der Wienerin Christl Spazier die herzlichsten Glückwünsche zu ihrer Wal als schönste Europäerin übermittelt.


8.9.1959: Der nasseste Sommer seit 109 Jahren

Der Meteorologisch-hydrographische Dienst der Magistratsabteilung 29, Brücken- und Wasserbau, hat die Niederschlagsmenge in Wien in diesem Sommer erhoben und festgestellt, dass seit mindestens 109 Jahren keine solchen Regenmengen gefallen sind. Am Observatorium der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte wurden in den Monaten Juni, Juli, August zusammen 406 Millimeter Niederschläge gemessen. Dieses Ergebnis übertrifft das bisherige Maximum um 35 Millimeter. In den höher liegenden Teilen des 17., 18. und 19. Bezirkes sind sogar bis 500 Millimeter Niederschläge gefallen.

Die fünf nassesten Sommer seit 1851 waren: 1959 (406 Millimeter), 1920 (371 Millimeter), 1918 (358 Millimeter), 1903 (346 Millimeter), 1916 (339 Millimeter).

Der 100-jährige Durchschnitt beträgt 215 Millimeter (das sind 215 Liter pro Quadratmeter) auf der Hohen Warte, 250 Millimeter am Nord-West-Rand und 190 Millimeter im Süd-Osten und Osten Wiens.

9.9.1959: Europäische Filmproduzenten im Wiener Rathaus

Gäste bei Empfang

Empfang für ausländische Filmproduzenten

Die Teilnehmer der nach Wien einberufenen Generalversammlung der Internationalen Vereinigung der Filmproduzenten wurden heute von Vizebürgermeister Slavik im Wiener Rathaus empfangen.


14.9.1959: Der Oberbürgermeister von Kopenhagen in Wien

Jonas und Gäste in Gespräch um Tisch sitzend

Oberbürgermeister von Kopenhagen, Sigvard J. Munk (re.) bei Bürgermeister Jonas

Der Oberbürgermeister der dänischen Hauptstadt, Sigvard J. Munk, wurde heute von Bürgermeister Jonas im Rathaus empfangen.


14.9.1959: Belgiens Ministerpräsident trug sich in das Goldene Buch der Stadt Wien ein

Ministerpräsident und Gäste bewundern Porzellanskulptur eines Lipizzaners

Belgischer Ministerpräsident Gaston Eyskens bei Bürgermeister Jonas

Der belgische Ministerpräsident Gaston Eyskens stattete heute dem Wiener Rathaus einen offiziellen Besuch ab. Der Ministerpräsident trug sich in das Goldene Buch der Stadt Wien ein.


16.9.1959: Zehn neue Gassen in Inzersdorf

Durch die Verbauung des so genannten Neu-Steinhofes sind in Inzersdorf zehn neue Verkehrsflächen entstanden, die nun folgende Namen erhalten haben:

  • "Wilhelm Erben-Gasse" (Wilhelm, Erben, 1864 - 1933, Historiker, Professor für Geschichte an den Universitäten Innsbruck und Graz);
  • "Brandströmgasse" (Elsa Brandström, 1888 - 1948, Krankenschwester, leitete 1914 - 1920 als Abgeordnete des schwedischen Roten Kreuzes das Hilfswerk für die deutschen und österreichischen Gefangenen in Rußland);
  • "Gsellhofergasse" (Karl Gsellhofer, 1779 - 1858, Maler);
  • "Tuschlgasse" (Karl Tuschl, 1858 - 1943, Volksschauspieler);
  • "Trentinigasse" (Albert von Trentini, 1878 - 1933, Schriftsteller);
  • "Reiffensteingasse" (Bruno Reiffenstein, 1888 - 1951, Photograph);
  • "Kronfeldgasse" (Robert Kronfeld, 1904 - 1948, Segelflieger);
  • "Gaargasse" (Emil Josef Albert Gaar, 1883 - 1953, Altphilologe, Prof. an der Universität Wien);
  • "Terramaregasse" (Georg Terramare, 1889 - 1948, Dichter).

17.9.1959: Bürgermeister Jonas bei 500-Jahr-Feier in Bukarest

Die Stadt Bukarest hat Bürgermeister Jonas offiziell zur 500-Jahr-Feier der rumänischen Hauptstadt eingeladen. Jonas ist in Begleitung von StR. Nathschläger heute nach Bukarest abgeflogen.

18.9.1959: "Theodor Herzl-Hof" in der Leopoldstadt

Die von der Leopoldsgasse, Malzgasse und Miesbachgasse begrenzte städtische Wohnhausanlage im 2. Bezirk wurde auf den Namen "Theodor Herzl-Hof" benannt.

Der bekannte Publizist Theodor Herzl (1860 bis 1904) war der Begründer des Zionismus. Die neue Wohnhausanlage wurde an jener Stelle errichtet, an der sich früher das jüdische Altersheim befand.

19.9.1959: Die Josef Kainz-Medaille der Stadt Wien für Alma Seidler, Attila Hörbiger und Kurt Horwitz

Aufgrund eines Vorschlages einer Jury, bestehend aus namhaften Kulturkritikern, wurde Kammerschauspielerin Alma Seidler, für die Darstellung der Mrs. Dowey in J. M. Barries Charakterbild "Die Medaillen einer alten Dame" im Burgtheater, Kammerschauspieler Attila Hörbiger für die Rolle des Cornelius Melody in O'Neills "Fast ein Poet" im Burgtheater und Kurt Horwitz für die Inszenierung von Molieres Schauspiel "Der Misanthrop" im Volkstheater die Josef Kainz-Medaille durch Bürgermeister Jonas überreicht.

22.9.1959: Zwei neue Spitalsobjekte in Ottakring

Bürgermeister Jonas legte heute den Grundstein für den Erweiterungsbau des Wilhelminenspitals. Nach dem Ausbau wird diese Krankenanstalt mit nahezu 2.000 Betten zu den größten und modernsten Spitälern Wiens gehören. Die Erweiterung wird 560 Betten umfassen, die in je zwei Pavillons zu je 280 Betten zusammengefasst werden. Die Baukosten sind mit 151,3 Millionen Schilling veranschlagt.

22.9.1959: Bürgermeister Jonas enthüllt Gedenktafel für Entdecker des Esperanto

Am ehemaligen Hotel Hamerand, Ecke Florianigasse und Schlösselgasse, wurde heute für den Entdecker des Esperanto, Dr. L. L. Zamenhof, durch Bürgermeister Jonas eine Gedenktafel enthüllt.

23.9.1959: Britische Museumsdirektoren besichtigten Museum der Stadt Wien

56 Mitglieder der Britischen Georgean Group besichtigten anlässlich ihres Wien-Aufenthaltes das Historische Museum der Stadt Wien auf dem Karlsplatz. Die Georgean Group ist eine private Gesellschaft, der auch Museumsdirektoren und Parlamentarier angehören.

24.9.1959: Stadtrat Mandl erhielt die Goldene Ehrenplakette des ASKÖ

Mandl nimmt Auzeichnung entgegen

Stadtrat Mandl erhielt Goldene Plakette des ASKÖ

Anlässlich seines 60. Geburtstages erhielt Stadtrat Mandl heute von leitenden Funktionären des ASKÖ die Goldene Plakette des ASKÖ.


25.9.1959: Antrittsbesuch des ungarischen Gesandten

Jonas und Sebes schütteln sich die Hand

Ungarischer Gesandter Istvan Sebes bei Bürgermeister Jonas

Der neue ungarische Gesandte, Istvan Sebes, stattete heute Bürgermeister Jonas seinen Antrittsbesuch ab.


26.9.1959: Bürgermeister Jonas eröffnete die neue Hauptfeuerwache Döbling. Der Schlussstein zur Behebung der Kriegsschäden bei der Feuerwehr ist gesetzt

Bürgermeister Jonas eröffnete heute die neue Hauptfeuerwache Döbling, die mit einem Kostenaufwand von 11,8 Millionen Schilling errichtet wurde.

Der Zweite Weltkrieg hat auch dieser Feuerwache schwere Schäden zugefügt. Als in den Vormittagsstunden des 10. September 1944 im Verlaufe eines schweren Luftangriffes die Objekte der Hauptfeuerwache Döbling schwerstens beschädigt wurden, musste, um die Aufrechterhaltung des Dienstbetriebes zu ermöglichen, die Feuerwache zunächst von den Feuerwehrangehörigen selbst provisorisch instandgesetzt werden. Nach Kriegsende wurden dann einige der zerstörten Objekte durch behelfsmäßige Neubauten ersetzt. Nach Bereitstellung der erforderlichen Geldmittel, 1956, konnte mit dem Aufbau der Feuerwache begonnen werden.

28.9.1959: 50. Geburtstag von Albin Skoda

Albin Skoda wird von Stewardess begrüßt beim Eingang zum Flugzeug

Albin Skoda

Am 29. September vollendet Kammerschauspieler Albin Skoda das 50. Lebensjahr. Albin Skoda wirkt seit 1946 am Burgtheater.


30.9.1959: Ein Schicksalsschlag für das japanische Volk. Bürgermeister Jonas drückte Botschafter Furuuchi Anteilnahme aus

Anlässlich des verheerenden Taifuns, der Japan heimgesucht hat, richtete Bürgermeister Jonas an den japanischen Botschafter Furuuchi ein Schreiben, in dem es unter anderem heißt: "Die Nachrichten aus Ihrem Heimatland besagen, dass schweres Unglück über das japanische Volk gekommen ist. Viele Ihrer Landsleute haben den Tod gefunden, ungezählte andere haben ihr Obdach verloren. Mit tiefer Erschütterung nehmen wir diese Nachricht entgegen und deshalb drängt es mich, sehr geehrter Herr Botschafter, Ihnen und dem japanischen Volk die tief gefühlte Anteilnahme der Stadt Wien auszudrücken....."

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