Wien 1958: Berichte vom August 1958

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.8.1958: Magistratsabteilung 40 hat neuen Leiter

Amtseinführung neuer Leiter der MA 40

Zum neuen Leiter der Magistratsabteilung 40, Technische Grundangelegenheiten, ist Oberstadtbaurat Dipl.- Ing. Robert Kainz bestellt worden. Er wurde heute in sein Amt eingeführt.


4.8.1958: Abschiedsbesuch bei Bürgermeister Jonas

Jonas in Gespräch mit Seydoux de Clausonne

Französische Botschafter Seydoux de Clausonne bei Bürgermeister Jonas

Der französische Botschafter Seydoux de Clausonne stattete heute Bürgermeister Jonas seinen Abschiedsbesuch ab.


4.8.1958: Wie war es in Brüssel? Jugendabonnement-Preisträger berichten von der Weltausstellung

Zum dritten Male wurde heuer unter den Teilnehmern am Jugendabonnement der Stadt Wien eine Bildungsreise ins Ausland verlost. 20 Jugendliche konnten kostenlos die Weltausstellung in Brüssel, ferner Ostende und Amsterdam besuchen. Heute berichteten die Jugendlichen Stadtrat Mandl von den Eindrücken ihrer Reise. Sie waren durchwegs begeistert von ihrer Reise und vor allem von der Weltausstellung sehr beeindruckt. Der österreichische Pavillon wurde allgemein gelobt, interessanterweise weil er "nicht so übertrieben modern" war wie manche andere Bauwerke der Weltausstellung. "Balsam für die Direktion der Wiener Verkehrsbetriebe dürfte das Urteil eines jungen Mannes sein, der im Vergleich zur Brüsseler Straßenbahn den Wiener Dreizehner einen Salonwagen nannte".

6.8.1958: Rauchschwaden über Wien - 150 Tonnen Gummi brannten

Afritsch in Gespräch mit Feuerwehr

Stadtrat Afritsch macht sich selbst ein Bild von der Lage

Feuerwehrmänner stehen mit Schläuchen auf verbranntem Schutt

Brandbekämpfung in Simmering

Feuerwehr mit Schläuchen auf Schutt, im Hintergrund dunkle Rauchwolken

150 Tonnen brennender Gummiabfall sorgt für dicke Rauchschwaden


Großes Aufsehen erregte heute ein Brand, der auf einem Lagerplatz in Simmering entstand. In der Gadnergasse Nr. 6 sind auf einer Fläche von ca. 500 Quadratmetern 150 Tonnen gelagerte Gummiabfälle der Gummiwarenerzeugung Tarbuk und Co in Brand gerieten. Dicke schwarze Rauchschwaden überlagerten Simmering und die angrenzenden Bezirke, bis in die Innere Stadt. Das Feuer konnte nach dem Einsatz von acht Löschfahrzeugen nach ca. zwei Stunden gelöscht werden. Stadtrat Afritsch traf am Brandort ein.

7.8.1958: Bürgermeister Jonas empfing Besuch aus Indien

Ehepaar in indischer Tracht mit Jonas um Tisch sitzend

Mr. Narayan mit Gattin zu Besuch bei Bürgermeister Jonas

Bürgermeister Jonas empfing heute Mr. Narayan, einen der Begründer der indischen Sozialistischen Partei, mit seiner Gattin, Mr. Duadda und Mr. Pardiwala im Wiener Rathaus.


8.8.1958: 80. Geburtstag von Otto Schönthal

Am 10. August vollendet Architekt Baurat Prof. Otto Schönthal das 80. Lebensjahr.

Ein gebürtiger Wiener, studierte er nach Absolvierung der Staatsgewerbeschule an der Akademie der bildenden Künste bei Otto Wagner und wurde dessen Mitarbeiter beim Bau der Stadtbahn, der Nußdorfer Schleuse, der Steinhofkirche, des Postsparkassengebäudes und des Lupusheimes. Seine selbständige Tätigkeit umfasst u.a. die Errichtung der Tribüne des Trabrennvereines, der Zentralbank der Deutschen Sparkassen, der Friedensbrücke, der Wohnhausanlagen in Sandleiten, in der Laxenburger und in der Rinnböckstraße. Von ihm stammt auch die architektonische Gestaltung des Papagenobrunnens auf der Wieden, der Kurpalast in Abbazia, ein Sportplatz in Prag, eine Trabrennanlage in Marienbad, das Haus der Arbeiterkammer in Klagenfurt. Für sein Schaffen vielfach ausgezeichnet, fungierte Schönthal als Präsident der Gesellschaft bildender Künstler und des Zentralverbandes der Architekten Österreichs. In der Zeit von 1938 bis 1945 lebte er in Dalmatien und in der Schweiz. Nach seiner Rückkehr wurden mehrere Gemeindebauten von ihm ausgeführt.

8.8.1958: "Stiftungsbänke" für Wiener Parkanlagen

Noch in diesem Sommer werden in Wiener Parkanlagen, in Alleen, in Ausflugsgebieten und überall dort, wo dafür ein Bedarf besteht, die ersten so genannten "Stiftungsbänke" zu sehen sein. Es handelt sich um Bänke, die von privater Seite der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wurden.

Die Aktion "Stiftungsbänke für Wiens Gärten" wurde vom Kulturwirtschaftlichen Institut angeregt, das sie nun im Rahmen der Förderung neuer Werbemethoden und Werbemittel auch durchführen wird. Bis jetzt haben sich 100 Firmen gemeldet, die Stiftungsbänke aufstellen möchten. Im Einvernehmen mit dem Stadtgartenamt, das hinsichtlich der Platzwahl für die gewidmeten Bänke nach Möglichkeit die Wünsche der Spender berücksichtigen wird, wurden für diese Zwecke Bänke in Ausführung der Type "Stadtpark" oder der älteren Type der Wiener Gartenbänke empfohlen. Für Ausflugswege und Rastplätze außerhalb des Stadtgebietes wurde die Type "Wienerwald" bestimmt.

11.8.1958: "Die Brücke am Kwai" - festliche Premiere im "Forum"

Bürgermeister Jonas hat für die österreichische Erstaufführung des mehrfach ausgezeichneten Columbia-Films "Die Brücke am Kwai" den Ehrenschutz übernommen. An der Premiere wird auch Bundespräsident Dr. Schärf teilnehmen.

12.8.1958: Unterfahrung Franzensbrücke ist fertig

Die Unterfahrung der Franzensbrücke am Donaukanal wurde dem Verkehr übergeben. Die einbahnige Unterfahrung in Richtung Stadt wurde zur Entlastung und Entschärfung der Verkehrssituation bei der Kreuzung Weißgerberlände, bzw. Dampfschiffstraße und Radetzkystraße ausgebaut.

12.8.1958: Stadträtin Haines bei Bürgermeister Jonas

Jonas in Gespräch mit Olive Haines

StR. Olive Haines bei Bürgermeister Jonas

Bürgermeister Jonas empfing heute die ehemalige Bürgermeisterin und derzeitige Stadträtin von Wandsborth, London, Olive Haines. Olive Haines ist die Leiterin des Gesundheitswesens.


12.8.1958: Wiener Pflastersteine für Wimpassing

Die Wiener Straßen bekommen allmählich ein modernes Gesicht. Das "gute" alte Wiener Pflaster wird mehr und mehr von besseren Belägen, wie Beton und Asphalt, abgelöst. Das ausgediente Würfelpflaster kommt auf Lagerplätze. 5.000 alte Pflastersteine werden allerdings in Wimpassing (Niederösterreich) weiterhin als Straßenbelag dienen. Sie wurden heute an die Gemeinde Wimpassing verkauft.

18.8.1958: Axel Wenner-Gren im Wiener Rathaus

Portrait Axel Wenner-Gren

Axel Wenner-Gren

Der schwedische Industrielle Axel Wenner-Gren stattete Bürgermeister Jonas im Rathaus einen Besuch ab.


19.8.1958: Bürgermeister Jonas empfängt Vittorio de Sica

Menschenmenge drängt an Auto mit dem de Sica vorfährt

Stürmische Begrüßung für Vittorio de Sica

Jonas mit de Sica in Gespräch an Tisch sitzend

Empfang für Vittorio de Sica bei Bürgermeister Jonas


Vittorio de Sica, der anlässlich der Premiere seines Filmes "Kanonenserenade" zu einem kurzen Aufenthalt nach Wien gekommen ist, besuchte heute Bürgermeister Jonas.

19.8.1958: Gemeinde Wien gibt halbe Million für Überschwemmungsopfer

Der Wiener Stadtsenat beschloss heute einstimmig, sich an der Spendenaktion der Bundesregierung für die Überschwemmungsopfer in Kärnten und Steiermark mit einer halben Million Schilling zu beteiligen.

20.8.1958: Wieder Verkehr über die Ringturmkreuzung

Jonas und Vertreter der Stadtregierung posieren vor Steinquader an Kreuzung

Verkehrsübergabe Ringturmkreuzung

Jonas und Vertreter der Stadtregierung begehen neu gestaltete Kreuzung

Die Ringturmkreuzung wird dem Verkehr übergeben


Unter großer Beteiligung der Bevölkerung wurde heute die neugestaltete Ringturmkreuzung von Bürgermeister Jonas und Vertretern der Wiener Stadtregierung dem Verkehr übergeben.

Die Baukosten betrugen ca. 22 Millionen Schilling.

21.8.1958: Erste Ausbaustufe der Laudon´schen Wasserleitung bewilligt

"Ende des vorigen Jahres hat die Gemeinde Wien zur weiteren Sicherung des Wald- und Wiesengürtels das so genannte Laudon-Gut in Hadersdorf erworben. Es umfasst zahlreiche Wiesen, Äcker, Felder und Gewässer und ist insgesamt 1,727.000 Quadratmeter groß. Der Kauf schien der Stadtverwaltung umso wichtiger, als sich dadurch auch die Möglichkeit ergab, den Quellen des Einzugsgebietes der Hadersdorfer Wasserleitung größeren Schutz angedeihen zu lassen.

Bis zum Zeitpunkt des Kaufes bezog die Bevölkerung von Hadersdorf und Weidlingau das Wasser aus dieser Laudon´schen Wasserleitung. Als aber das Gesundheitsamt der Stadt Wien seine ersten Untersuchungsergebnisse vorliegen hatte, verfügte es aus sanitären Gründen die Sperre des Brunnens. Seither wird das Wasser für die Bewohner dieses Gebietes dem Wiener Rohrnetz und der Wientalwasserleitung entnommen. Das ist aber nur in begrenztem Maße möglich.

Auch die Wasserwerke hatten sich sofort an die Arbeit gemacht und mehrere Probebohrungen vorgenommen. Diese haben ergeben, dass nach Errichtung eines Grundwasserwerkes die Entnahme größerer Mengen einwandfreien Wassers möglich wäre.

Der Amtsführende Stadtrat für Öffentliche Einrichtungen Koci berichtete darüber im Wiener Stadtsenat und schlug als Sofortmaßnahme zur Behebung des derzeitigen Notstandes und als Ersatz für den stillgelegten alten Brunnen die Errichtung eines neuen Rohrbrunnens mit 800 Millimeter Durchmesser vor. In diesen sollen zwei vorhandene Unterwasserpumpen eingebaut werden. Außerdem sind einige Ausbesserungen am Behälter und eine Überholung und Verstärkung der elektrischen Einrichtungen notwendig. Die Kosten dieser Arbeiten betragen 270.000 Schilling. Der Wiener Stadtsenat gab diesem Plan für die erste Ausbaustufe der Laudon´schen Wasserleitung die Zustimmung."

22.8.1958: Bürgermeister Jonas empfängt Zarah Leander

Zarah Leander und Jonas am Balkon des Rathauses

Zarah Leander im Wiener Rathaus

Bürgermeister Jonas empfing heute im Wiener Rathaus Zarah Leander, die in Begleitung ihres Gatten mit Peter Kreuder und Raimundtheaterdirektor Marik kam. Die Unterhaltung drehte sich in erster Linie um die bevorstehende Premiere von "Madame Scandaleuse" im Wiener Raimundtheater.


28.8.1958: Wien erlebt "Parade der Magier"

Feuchtfröhliche Stimmung bei Teilnehmern

Empfang für Magier im Wiener Rathaus

Zu dem in Wien stattfindenden "Internationalen magischen Kongress" kamen 350 aktive Magier nach Wien, die untereinander um den Grand Prix und die Meistertitel in einzelnen Sparten der Magie in Wettbewerb treten werden. Wien gilt in internationalen Magierkreisen als der Geburtsort der klassischen Zauberkunst. Hervorragende Meister dieser Künste, wie Prof.Dr. Hofzinser, Prof. Döbler und Ottokar Fischer haben in der Vergangenheit als Amateure die magische Kunst salonfähig und damit die Wiener Magierschule zu einem Begriff gemacht. Das große Magier-Welttreffen findet einmal in drei Jahren statt. Die Teilnehmer wurden im Rathaus empfangen.


28.8.1958: Hamburger Polizisten bei Vizebürgermeister Honay

Honay begrüßt Abordnung in Zivil

Vizebürgermeister Honay empfängt Hamburger Polizisten

Vizebürgermeister Honay empfing heute im Wiener Rathaus eine Abordnung der Hamburger Polizei, die mit Polizeipräsident in Ruhe Georges, zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach Wien gekommen ist.

Der Anlass des Besuches ist die Begegnung der Polizeimannschaften Hamburgs und Wiens im Pentathlon (Fünfkampf im Fechten, Reiten, Schwimmen, Laufen und Schießen).


29.8.1958: Hafenstadt Barry grüßt Wien

Zwischen Wien und Barry, der kleinen Hafenstadt am Bristol-Kanal, gibt es seit Jahren einen regen Austausch von jugendlichen Feriengästen. Der Student Denis O´Sullivan, einer aus der Jugendgruppe, die gegenwärtig in Wien auf Besuch weilt, überreichte heute Bürgermeister Jonas ein Schreiben des Stadtoberhauptes von Barry, in der er sich für die liebevolle Aufnahme seiner Landsleute in Österreich bedankt.

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