Wien 1957: Berichte vom Mai 1957

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

2.5.1957: Hohe Auszeichnungen für Mandatare der Bundeshauptstadt

Mandatare in erster Reihe in Festsaal sitzend

Ehrenzeichenübergabe an Mandatare

Bundesminister Helmer überreichte heute an 11 Mandatare der Bundeshauptstadt Wien Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, die ihnen vom Bundeskanzler, der derzeit die Funktion des Bundespräsidenten ausübt, verliehen wurden.

Die Geehrten sind: der Erste Präsident des Wiener Landtages Bruno Marek, Stadtrat Josef Afritsch, der ehemalige Dritte Präsident des Wiener Landtages Konrad Lötsch, der Zweite Präsident des Wiener Landtages Karl Mühlhauser, der Dritte Präsident des Wiener Landtages Rudolf Sigmund und Stadtrat Leopold Thaller, Gemeinderätin a.D. Antonia Alt, Gemeinderat Richard Mazur und Gemeinderätin Antonie Platzer sowie die Bezirksvorsteher Peifer (Landstraße) und Franz Ramel (Wieden).


2.5.1957: Vizebürgermeister Honay empfing die Delegierten der Fernseh-Union

Die Delegierten an der gegenwärtig in Wien stattfindenden Tagung der Fernseh-Programm-Kommission der Europäischen Rundfunk-Union waren heute Gast der Wiener Stadtverwaltung.

Der Programmdirektor des französischen Fernsehens, Jean d'Arcy, bezeichnete in seiner Rede Wien als die Stadt des guten Geschmacks, der Intelligenz und der warmen Herzlichkeit. Die Eurovision sei erst richtig europäisch geworden, nachdem ihr auch Österreich beigetreten ist.

3.5.1957: Wiener Bildhauer stellen in Antwerpen aus

Vor einigen Monaten weilte eine Delegation aus Antwerpen in Wien, die sich für Wiener Künstler und Bildhauer interessierte. Die künstlerische Ausgestaltung städtischer Wohnhausanlagen fand dabei besonderes Interesse. Die Wiener Bildhauer, Wander Bertoni, Alois Heidl, Rudolf Hoflehner, Hans Knesl, Heinz Leinfellner, Josef Pillhofer, Elisabeth Turolt und Fritz Wotruba, wurden nun von der Stadtverwaltung Antwerpen eingeladen, sich an einer Plastikausstellung in Belgien zu beteiligen.

4.5.1957: Vizebürgermeister Honay eröffnet Wohnhausanlage auf der Schmelz

Vizebürgermeister Honay eröffnete heute in der Pilgerimstraße im 15. Bezirk eine große städtische Wohnhausanlage, mit 262 Wohnungen.

Die Mieter dieser Anlage finden hier Einrichtungen vor, die früher nur in komfortablen Großwohnungen vorhanden waren.

5.5.1957: Bundespräsidentenwahl

Portrait Adolf Schärf

Dr. Adolf Schärf

Adolf Schärf (SPÖ) wird als Nachfolger Theodors Körners Bundespräsident.

Dr. Adolf Schärf wurde am 20. April 1890 als Sohn eines Glasperlenbläsers in Nikolsburg (Mähren) geboren. Mit seinen Eltern kam er 1899 nach Wien, wo er 1901 in das Hernalser Gymnasium eintrat. Anschließend besuchte er die Universität Wien, wo er am 6. Juli 1914 zum Dr. iur. promovierte.

Nach Ableistung des Kriegsdienstes (1915-1918) wurde Schärf Sekretär des Präsidenten des Nationalrates (1918-1934). Unter einem Pseudonym veröffentlichte er seine ersten Schriften ("Sozialdemokratie und Landvolk", 1920; "Bauer wach auf, die Sozialdemokraten kommen", 1923). 1933/34 war Schärf sozialdemokratisches Mitglied des Bundesrates; 1934 schrieb er die Broschüre "Die Wahrheit über das kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz". Dreimal, 1934, 1938 und 1944 befand er sich aus politischen Gründen in Haft. Nach 1934 legte er die Rechtsanwaltsprüfung ab.

Bereits in den Apriltagen 1945 gehörte Schärf zu jenen Österreichern, die sich im Roten Salon des Wiener Rathauses zusammenfanden, um die Wiederbegründung der Republik Österreich in die Wege zu leiten. Vom 15. Dezember 1945 bis zum 8. Mai 1957 war Schärf Vorsitzender der Sozialistischen Partei Österreichs und Abgeordneter zum Nationalrat, vom April bis zum Dezember 1945 war er Staatssekretär, anschließend bis 1957 Vizekanzler. (Red.)


6.5.1957: Straßenbau am Wiener Straßenrand

Mit dem heutigen beginnt im 23. Wiener Gemeindebezirk die Durchführung eines umfangreichen Sanierungsprogrammes der Fahrbahnen. 20 Fahrbahnen werden mit Hilfe von Motorgradern instandgesetzt.

7.5.1957: Ehrenzeichen für Obersenatsrat Dr. Gall

Honay überreicht Gall das Ehrenzeichen

Überreichung des Ehrenzeichens an OSR Dr. Karl Gall

Vizebürgermeister Honay überreichte heute dem früheren ersten Beamten der Finanzgruppe beim Magistrat, Obersenatsrat Dr. Karl Gall, das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik.


8.5.1957: Wiener Lehrer erforschte Tiahuanaco-Kultur

Dem Wiener Hauptschullehrer und Privatgelehrten Prof. Hans Schindler hat der Akademische Senat der Universität von Sucre, Bolivien, in Würdigung seiner Arbeiten auf dem Gebiete der Erforschung der Tiahuanaco-Kultur im Hochlande von Bolivien und in Anerkennung seiner Arbeiten, die zur Entzifferung des Kalendersystems und der Durchforschung des Rechensystems jenes verschollenen Volkes führten, ehrenhalber die akademische Bürgerschaft und den Titel eines Universitätsprofessors zuerkannt. Prof. Schindler ist auch Ehrenmitglied verschiedener ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften. Im Jahre 1951 wurde ihm für seine Leistungen auf dem Gebiete der Anglistik bereits der österreichische Professorentitel verliehen. Er ist seit vielen Jahren ein populärer Dozent am Pädagogischen Institut der Stadt Wien und an den Wiener Volkshochschulen.

9.5.1957: 60. Geburtstag von Rudolf Henz

Portrait Rudolf Henz

Prof. Dr. Rudolf Henz

Am 10. Mai vollendet der Dichter Prof. Dr. Rudolf Henz das 60. Lebensjahr.

In Göpfritz a.d. Wild (Niederösterreich) geboren, besuchte er die Kadettenschule und die theresianische Militärakademie und bezog nach der Kriegsdienstleistung die Universität, wo er das Philosophiestudium mit den Fächern Germanistik und Kunstgeschichte absolvierte. Anschließend arbeitete er in der katholischen Volksbildung und trat 1931 in den Dienst der Ravag, deren wissenschaftlicher Leiter und späterer Direktor er wurde. Durch die Nationalsozialisten verlor er seinen Posten und brachte sich als freier Schriftsteller, als Glasmaler und Restaurator alter Kirchenfenster fort. 1945 kehrte er in seinen früheren Wirkungskreis zurück und ist heute Programmdirektor des Österreichischen Rundfunks.

Henz ist Träger hoher päpstlicher Orden und Vizepräsident des Österreichischen Kunstsenats. Bis 1954 übte er die Funktion eines Präsidenten der Katholischen Aktion in Österreich aus. 1953 wurde ihm der Staatspreis des Unterrichtsministeriums, 1956 der Literaturpreis der Stadt Wien verliehen.


9.5.1957: Neuer Direktor des Altersheimes Baumgarten

Als neuer Direktor des Altersheimes Baumgarten wurde Primarius Dr. Doberauer, ein anerkannter Facharzt für Alterskrankheiten, zum Direktor der Anstalt bestellt.

9.5.1957: Pressefahrt mit dem "Eisvogel" - Entdeckungsfahrt rund um den Praterspitz

Blick von Boot auf Hafenanlage

Pressefahrt mit dem "Eisvogel" durch die Wiener Hafenanlagen

Das Mehrzweckschiff "Eisvogel", der bewährte Alleskönner unter den Schiffen der städtischen "Donauflottille" unternahm heute mit 40 in- und ausländischen Journalisten an Bord eine Rundfahrt durch die Wiener Hafenanlagen. An Bord waren auch Stadtrat Thaller und Fachleute der MA 29 - Brücken- und Wasserbau.

Ausgangspunkt der Besichtigungsfahrt war der Hafen Freudenau, wo derzeit Bauarbeiten betreffend die Herstellung von Kaimauern mit einer Kranfahrbahn, die Verbreiterung der Einfahrt vom Vor- in den Innenhafen und den Bau einer über den Donaukanal und die Hafeneinfahrt führende Straßenbrücke im Gange sind. Der Bau von 320 Meter Kaimauer und die Verbreiterung der Einfahrt in den Hafen Freudenau wird 25 Millionen Schilling kosten. Die samt Auffahrtsrampen etwa einen Kilometer lange Hafenbrücke, mit der eine engere Verbindung der Hafengebiete Albern und Freudenau hergestellt wird, wurde mit 35 Millionen Schilling veranschlagt und soll in ca. zwei Jahren fertig sein.

Im Hafen Lobau, dem zweitgrößten Hafenbecken Wiens, der ausschließlich für den Ölumschlag bestimmt ist, wird an der Beleuchtung der Ufer mit Natriumdampflampen sowie der Errichtung verschiedener sanitärer Anlagen gearbeitet.

Im Hafen Albern befindet sich eine Brücke über die Schwechat im Bau. Dieser Brückenbau ist als Stahlbrücke mit Vollwandträgern über zwei Öffnungen mit je einer Stützweite von 27 Metern hergestellt. Die Baukosten zu dieser zu den riesigen Getreidespeichern von Albern führenden Brücke betragen 1,6 Millionen Schilling.

Außer dem Dreigestirn der Hafenanlagen unterhalb Wiens ist der Hafen Kuchelau als so genannter "Behördehafen" vorgesehen. Er soll der Heimathafen für die Wasserfahrzeuge der Stadt Wien, des Strombauamtes und der Strompolizei werden.

Die vier Hafenbecken haben eine Wasserfläche von 78 Hektar und verfügen bereits jetzt schon über Hafenbahngeleise von ansehnlicher Länge. Diese Häfen sind dazu bestimmt, das seit vielen Jahren und noch dazu im Kriege schwer beschädigte Umschlagsgelände entlang des rechten Stromufers zu ersetzen. Der Betrieb auf dem alten Umschlaggelände am Handelskai, das vor 80 Jahren ohne Bedacht auf spätere Entwicklungsmöglichkeiten angelegt wurde, war unrationell. Seine größte Umschlagsleistung betrug 1,8 Millionen Tonnen im Jahr, doch wurde diese in den letzten 50 Jahren nur dreimal erreicht. Für die Zukunft wird im neuen Hafengebiet im Osten von Wien mit folgender Kapazität gerechnet: Ölhafen Lobau drei Millionen Tonnen, Stückguthafen Freudenau zwei Millionen Tonnen und Getreidehafen Albern eine Million Tonnen im Jahr.

10.5.1957: Geburtsanzeige aus dem Türkenschanzpark

"Das Rehgehege im Türkenschanzpark meldet den ersten Zuwachs in diesem Jahr. Vor drei Tagen erblickten dort zwei Rehbabys das Licht der Welt. Noch stehen die Bambizwillinge nicht allzu sicher auf ihren zarten Beinen und die Wärter erwarten stündlich den Eintritt eines zweiten und wahrscheinlich bald auch eines dritten freudigen Ereignisses. Die Zahl der Jungen der aus vier Geißen und einem Bock bestehenden Rehgemeinschaft des Türkenschanzparkes wird sich allem Anschein nach auf ein halbes Dutzend erhöhen."

11.5.1957: Stadtbaudirektor Dipl.-Ing. Ferdinand Hosnedl gestorben

Portrait Hosnedl

Stadtbaudirektor Dipl.-Ing. Ferdinand Hosnedl

Völlig unerwartet ist im Sanatorium Hera der Leiter des Wiener Stadtbauamtes, Stadtbaudirektor Dipl.-Ing. Ferdinand Hosnedl, im Alter von 57 Jahren an den Folgen einer schweren Operation verstorben.

Stadtbaudirektor Hosnedl entstammte einer alteingesessenen Wiener Familie. Er absolvierte die Technische Hochschule Wien und trat nach einer kurzen Tätigkeit in der Privatwirtschaft im Jahre 1926 in den Dienst des Wiener Stadtbauamtes. Hier wirkte er anfangs im baupolizeilichen Verwaltungsdienst und vor allem im Straßenwesen; im Jahre 1947 übernahm er die Leitung der Abteilung Straßenbau. 1949 in die Stadtbauamtsdirektion berufen, widmete er sich als inspizierender Oberbeamter insbesondere der Vorbereitung und dem Ausbau des sozialen Wohnbauprogrammes der Nachkriegsjahre und wurde 1954 zum Stadtbaudirektor von Wien ernannt.


11.5.1957: Der afghanische Ministerpräsident im Wiener Rathaus

Bundesheer steht Spalier für Ehrengast

Ankunft des afghanischen Ministerpräsidenten

Honay empfängt Davoud und Begleiter

Afghanischer Ministerpräsident Prinz Mohammed Davoud im Rathaus


Der als Gast der österreichischen Bundesregierung in Wien weilende Ministerpräsident des Königreiches Afghanistan, Seine Hoheit Prinz Mohammed Davoud, wurde heute von Vizebürgermeister Honay im Wiener Rathaus empfangen.

14.5.1957: Marianne Hoppe wieder am Volkstheater

Portrait Marianne Hoppe

Marianne Hoppe

Das Volkstheater bringt August Strindberg's "Traumspiel" zur Aufführung. Das Stück, das schon sehr lange nicht in Wien zu sehen war, ist ein willkommener Anlass, Deutschlands große Schauspielerin Marianne Hoppe, neuerlich dem Wiener Theaterpublikum vorzustellen.

Neben ihr werden vor allem Marianne Gerzner, Martha Hartmann und Dorothea Neff sowie Karl Skraup, Heinrich Trimbur, Kurt Sowinetz, Viktor Gschmeidler und Friedrich Palkovits zu sehen sein.

Die Regie führt Günther Haenel, das Bühnenbild entwirft Gerd Richter aus Stuttgart, die Kostüme Maxi Tschunko, die Musik schreibt Robert Leukauf.


15.5.1957: Schloss Tribuswinkel wird Kinderheim der Stadt Wien

Der Wiener Stadtsenat beschloss heute, das im Besitz der Gemeinde Wien befindliche Schloss Tribuswinkel bei Baden in Niederösterreich in ein Kindererholungsheim umzubauen. Die Kosten werden mit 3,150.000 Schilling angenommen. Das Schloss wird vollkommen adaptiert und mit den modernsten Einrichtungen versehen.

15.5.1957: Der Straßenbahnzusammenstoß auf der Reichsbrücke

Auf der Reichsbrücke ereignete sich ein schwerer Zusammenstoß zwischen den Zügen der Linie 16 und C. Der Unfall forderte drei Tote und 51 Verletzte.

16.5.1957: Ein "Georg Emmerling-Hof" am Donaukanal

Die neue große städtische Wohnhausanlage bei der Marienbrücke, 2, Obere Donaustraße - Gredlerstraße wird nach dem seinerzeitigen Wiener Vizebürgermeister Georg Emmerling benannt.

17.5.1957: Wiener Stadion bekommt eine Ehrenhalle

Mit dem Ausbau des Wiener Stadions konnte auch dem Wunsche des Österreichischen Fußballbundes nach repräsentativen Räumen für offizielle Stadionbesucher entsprochen werden. Diese Räumlichkeiten bestehen aus einem Empfangsraum mit Buffet, einer Ehrenhalle und einer großen Loge für offizielle Gäste im ersten Rang des B-Sektors.

18.5.1957: Gedenktafel für Eduard van der Nüll und Siccard von Siccardsburg

Christl Mardayn mit Blumenstrauss und Begleiter

Christl Mardayn

Unterrichtsminister DDr. Drimmel enthüllte für die Erbauer der Wiener Staatsoper Eduard van der Nüll und Siccard von Siccardsburg am Wohn- und Sterbehaus, 6, Schadekgasse 4, eine Gedenktafel.


18.5.1957: Hohe Auszeichnung für Christl Mardayn

Unterrichtsminister DDr. Drimmel überreichte an die beliebte Schauspielerin Christl Mardayn, die am Konservatorium der Stadt Wien als Lehrerin wirkt, das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

21.5.1957: Konstituierung der Verkehrsplanungskommission-Wien - Experten aus allen Kreisen machen sich an die Arbeit

Heute fand im Wiener Rathaus die Konstituierung der Verkehrsplanungskommission-Wien statt. Ihr gehören u.a. an:

die Stadträte Afritsch, Koci, Lakowitsch und Thaller sowie aus jedem Gemeinderatsausschuss zwei Mitglieder, Vertreter der Stadtbaudirektion, die Leiter der Magistratsabteilungen 18, 28, 41, 46 und 70 und Vertreter der Wiener Verkehrsbetriebe, Mitglieder des Fachbeirates für Stadtplanung, Vertreter der Bundespolizeidirektion sowie der Bundesministerien für Verkehr, für Handel und Wiederaufbau und der Österreichischen Bundesbahnen, Vertreter der Kammern und des ARBÖ u.v.a..

23.5.1957: Präsidium der Internationalen Zeitungsschnittbüros im Rathaus

In Wien findet der Internationale Kongress der Zeitungsschnittbüros statt, an dem Delegierte aus Belgien, aus der Deutschen Bundesrepublik, England, Frankreich, Holland, Italien, Schweden und Österreich teilnehmen.

24.5.1947: Schienenritzenkratzer - ganz modern!

Der "Tramwayschienenritzenkratzer" ist im Wiener Sprachgebrauch ein beliebtes Wort. Fast möchte man sich wundern, dass es ihn wirklich gibt. Der Bahnwärter, wie er offiziell heißt, hat die Aufgabe, mit einem Kratzer und einem besonders flach und steif gebundenen Rutenbesen die Weichen zu reinigen und mit in Wasser aufgeschwemmtem Graphit zu schmieren.

Die Technik ist auch am Schienenritzenkratzer nicht spurlos vorübergegangen. Er wurde vor kurzem modernisiert und hat sich in ein 1,5 Tonnen-Auto verwandelt, das von den Verkehrsbetrieben vor einiger Zeit probeweise in Dienst gestellt wurde. Der Weichenreinigungswagen trägt einen tausend Liter Wasser fassenden Kessel und eine aufgebaute Pumpe gibt dem Wasser einen Überdruck von drei bis acht Atmosphären. An den Kessel ist ein Schlauch mit absperrbarer Spritzdüse angeschlossen. Mit Hilfe des Druckwassers kann die Weiche bis in ihre letzten Winkel rasch und mühelos gereinigt werden. Außerdem besitzt jeder Wagen zum gleichen Zweck eine entsprechende Druckluftausrüstung. Der Weichenwärter kann mit Hilfe des Wagens schnell von einem Arbeitsplatz zum anderen gelangen und seine Aufgabe besser und rascher als bisher erfüllen. Die Weichenpflege wird mit Hilfe der Weichenreinigungswagen in zwei Arbeitsschichten zwischen 5 und 22 Uhr durchgeführt.

28.5.1957: 50 Jahre Zentralsparkasse der Gemeinde Wien

Aus Anlass des 50-jährigen Bestandes der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien findet unter großer Beteiligung ein Festakt statt.

28.5.1957: Gedenktafel für Alfred Adler

Schaulustige vor Gedenktafel

Gedenktafelenthüllung für Dr. Alfred Adler

Am Haus 1, Dominikanerbastei 10, wurde eine vom Verein für Individualpsychologie gestiftete Gedenktafel für Dr. Alfred Adler, dem Begründer der Individualpsychologe, enthüllt.


28.5.1957: 60. Geburtstag von Erich Wolfgang Korngold

Portrait Erich Wolfgang Korngold

Erich Wolfgang Korngold

Am 29. Mai vollendet Erich Wolfgang Korngold das 60. Lebensjahr.

Korngold wurde in Brünn geboren, nahm Unterricht an der Akademie in Wien, wo Robert Fuchs, Hermann Graedener und Alexander von Zemlinsky seine Lehrer waren. Hier errang er auch seine ersten Erfolge. Nach dreijähriger Tätigkeit als Kapellmeister am Stadttheater in Hamburg kehrte er wieder nach Wien zurück, wo er als freischaffender Künstler lebte. Durch Max Reinhardt erhielt er auch Aufträge in Berlin, Paris und London. 1934 ging er nach Amerika und hatte vor allem als Filmkomponist großen Erfolg. Sein populärstes Werk, die Oper "Die tote Stadt", wurde auf mehr als 80 der bedeutendsten Bühnen der Welt aufgeführt. Bekannt wurden ferner die Opern "Der Ring des Polykrates", "Violanta" und "Das Wunder der Heliane", seine Bühnenmusik zu Shakespeares "Viel Lärm um nichts" sowie die Bearbeitung der Johann Strauß-Operetten "Eine Nacht in Venedig", "Cagliostro in Wien" und "Das Spitzentuch der Königin".


31.5.1957: Wertvolle Neuerwerbungen für das Museum der Stadt Wien

Bei einer Münchner Auktion, die dieser Tage stattfand, wurde eine größere Anzahl wichtiger Jugendwerke von Moritz von Schwind ausgeboten. Der Leiter der Museen der Stadt Wien nahm an dieser Aktion teil und konnte so gut wie alle wirklich für Wien bedeutsamen Gegenstände erwerben. Unter ihnen befinden sich die Illustrationen zu der Ballade "Der Liedler" von Josef Kenner, die Franz Schubert vertont hat, eine Folge von sieben Bleistiftzeichnungen aus dem Jahre 1822, zwei Aquarellfolgen zu Kinderbüchern, die Schwind für seinen Schwager Armbruster, einen Wiener Verleger, um dieselbe Zeit ausarbeitete. Die Originale befanden sich im Besitz von Nachkommen Schwinds. Die erste Reihe gehört zu einem Kinderbuch "Rosenblätter", das Armbruster selbst geschrieben hat, und das auch erschienen ist. Die zweite Serie zu "1001 Nacht" muss erst wissenschaftlich untersucht werden, ein Druck dazu ist nicht bekannt. Außerdem wurde ein schöner, unausgeführter Entwurf für ein Grabmal Schuberts erworben, und schließlich der Entwurf eines Musikerbrunnens für Wien mit den Büsten von Beethoven, Mozart, Haydn und Schubert.

31.5.1957: Stadtrat Mandl begrüßt Carl Schuricht

Dirigent in Aktion

Dirigent Carl Schuricht wird die Wiener Festwochen eröffnen

Der Dirigent des Eröffnungskonzertes der heurigen Wiener Festwochen, Carl Schuricht, wurde heute von Stadtrat Mandl begrüßt.

Carl Schuricht wird nach dem Konzert wieder in die Schweiz zurückfliegen. Der berühmte Dirigent wird aber im nächsten Jahr ein Konzert der Wiener Philharmoniker dirigieren.


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