Kommunikations- und Einsatzleitsystem der Wiener Rettung
Alle Telefon- und Funkgespräche werden aufgezeichnet und sind jederzeit abrufbar.
Notrufanlage
- Zehn Notrufleitungen für ankommende Anrufe
- Fünf Leitungen für die Bettenzentrale
- Fünf Leitungen für Alarm-Standleitungen zu
- Sämtliche Nebenstellen der Rettungsleitstelle (über die Geschäftsanlage erreichbar)
- Geschäftsanlage (an diese sind alle Rettungsstationen angeschlossen)
Sprech- und Datenfunk
Rettungs- und Notarztfahrzeuge sind mit Sprech- und Datenfunkgeräten ausgerüstet, die ein gemeinsames System benutzen. Ein Funkverwaltungsrechner koordiniert den Ablauf der Funkgespräche. Für die Abwicklung von Datentelegrammen (Einsatzdaten), Anweisungen und Statusmeldungen der Fahrzeuge stehen fünf Leitstellenplätze mit vier Duplexfrequenzen im 70-Zentimeter-Band sowie drei Senderstandorte (Allgemeines Krankenhaus, Krankenhaus Lainz und Krankenhaus Floridsdorf) zur Verfügung.
Als Sicherheitsebene und für Großeinsätze steht eine weitere Duplexfrequenz im 70-Zentimeter-Band als zweiter Funkkreis für Handfunkgeräte bereit.
Einsatzleitrechner
Die für die Alarmierung erforderlichen Daten werden nach den Angaben der Anruferin oder des Anrufers in den Einsatzleitrechner eingegeben.
Das System beinhaltet eine umfangreiche Text- und Datenverwaltung, aus der alle wichtigen Aufzeichnungen, Infos, Telefonlisten und andere jederzeit rasch aufrufbar sind. Alle Vorgänge oder Meldungen von Fahrzeugen und Disponenten werden auf die Sekunde genau protokolliert und sind jederzeit nachvollziehbar.
- Funktion des Einsatzleitrechners
- Elektronische Erfassung der Einsätze
- Überprüfung der Adressen mittels Datenbank und Zuordnung von Koordinaten für die Einsatzorte
- Information über den aktuellen Standort der Fahrzeuge
- Einsatzordnung auf Vorschlag des Computers oder manuell
- Alarmierung der Einsatzkräfte
- Übertragung der Einsatzdaten per Datenfunk direkt auf den Datenterminal im Einsatzfahrzeug
- Dem Disponenten werden Einsatzort und Ereignis auf einem Bildschirm grafisch angezeigt.
- Die integrierte Bettenverwaltung sorgt für die gleichmäßige Auslastung der Spitäler. Die Abbuchung erfolgt über Datenfunk von den Fahrzeugen.
Historische Entwicklung
Bis zur Einführung des Sprechfunks (1956) war die Kommunikation auf das Telefon beschränkt. Die Mannschaften meldeten sich bei Bedarf oder nach Absolvierung eines Einsatzes telefonisch aus dem Krankenhaus oder vom nächstgelegenen Polizei-Wachzimmer als einsatzbereit. Das "Einsatzleitsystem" bestand damals im wesentlichen aus Zetteln, einem "Numerator", Protokollbüchern, Namens-Indexbüchern sowie Strichlisten für die Statistik. Aus dieser Zeit stammt die heute noch gebräuchliche Bezeichnung "Protokollführer" für die in der Leitstelle tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
1985 wurde zum UKW-Sprechfunk ein zusätzliches Datenfunksystem für die Notarzt- und Rettungsfahrzeuge installiert. Das Programm wurde CAESAR (Computer Automatisiertes Einsatzleitsystem für Ambulanzfahrzeuge der Wiener Rettung) genannt. Es lief auf einem PDP-Rechner und über einen Funkverwaltungsrechner.
1994 erfolgte die Ausstattung der Einsatzleitstelle mit modernster Technik.
Verantwortlich für diese Seite:Wiener Rettung (Magistratsabteilung 70)
Kontaktformular
