Erste Hilfe - Blutungen
Äußere Blutungen erscheinen für den Laien oftmals dramatischer als sie sind. Kleinere Verletzungen führen durch die automatische Aktivierung von Gerinnungssystemen zumeist nach wenigen Minuten schon zum Stillstand der Blutung. Hier reicht ein Pflasterverband oder Mullbinde aus, um die Wunde vor weiterer Verunreinigung und die Umgebung vor Blutspuren zu schützen.
Starke, insbesondere spritzende Blutungen können auf der anderen Seite die Patientin beziehungsweise den Patienten innerhalb weniger Minuten in eine lebensgefährliche Situation bringen. Bei einem erwachsenen Menschen bedeutet der Verlust von einem Liter Blut etwa ein Fünftel des Gesamtblutvolumens, was bereits eine ernsthafte Gefährdung bedeutet.
Innere Blutungen werden oftmals unterschätzt. Nachdem die Blutung nicht direkt sichtbar ist, wird eine solche oft erst bei Auftreten von Kreislaufproblemen erkannt oder vermutet. Ursachen für innere Blutungen sind beispielsweise Blutungen im Magen-Darm-Trakt aufgrund eines Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwürs oder auch Platzen von Kampfadern in der Speiseröhre sowie Verletzungen innerer Organe beim stumpfen Trauma. Bei jeder größeren Gewalteinwirkung auf den Körper wird so lange eine innere Blutung vermutet, bis sie im Krankenhaus ausgeschlossen werden kann.
Symptome
Äußere Blutung
Anhaltender Verlust von hell- oder dunkelrotem Blut aus einer Wunde. Im Fall von pulsierend-spritzendem Blutverlust besteht unmittelbarer Handlungszwang.
Innere Blutung
Blutungen in die Höhlen des Brustkorbs oder Bauches sind für den Laien als solche nicht zu erkennen. Blutungen im Magen-Darmtrakt äußern sich oftmals durch
- Bluterbrechen: hat sich Blut vor dem Erbrechen bereits im Magen befunden, erscheint das Erbrochene durch bereits begonnenen Zersetzungsprozesse typischerweise an "Kaffeesatz".
- Blut- oder Teerstuhl: ähnlich erscheint Blut im Stuhl oftmals schwarz und erinnert an Teer.
Allgemeine Symptome
- Blässe
- Schwindel, Übelkeit
- Schneller Herzschlag
- Blutdruckabfall
- Bewusstseinsverlust
Sofortmaßnahmen
- Selbstschutz: Blut und andere Körperflüssigkeiten bergen immer eine gewisse Gefahr, Krankheiten zu übertragen. Die intakte Haut des Retters schützt vor dem Eindringen von Keimen. Dennoch sollte der Retter aus hygienischen Gründen vor Kontakt mit blutenden Wunden Handschuhe tragen.
- Patientin beziehungsweise Patienten hinlegen: Jede Verletzung kann zur Schwächung des Kreislaufs und zum Kollaps führen. Vorbeugend sollte die Patientin beziehungsweise der Patient liegen.
Verantwortlich für diese Seite:Wiener Rettung (Magistratsabteilung 70)
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