Die häufigsten Klischees
- Schwule Männer sind besonders sensibel
- Lesbische Frauen sind männerfeindlich
- Schwule Männer benehmen sich weiblich oder tuntig
- Für Schwule ist Sex besonders wichtig
- In einer schwulen Beziehung ist einer "die Frau" und in einer lesbischen Beziehung eine "der Mann"
- Lesben und Schwule haben keine Kinder
Schwule Männer sind besonders sensibel
Das wird oft behauptet, ist aber - wie andere Klischees - nur ein positives Vorurteil. Es gibt auch unsensible Männer, die schwul sind, und sehr sensible Männer, die heterosexuell sind.
Lesbische Frauen sind männerfeindlich
Manche Lesben leben separatistisch; das heißt, dass sie ihr Leben ausschließlich auf Frauen ausrichten und beziehen. Andere Lesben verbinden enge Freundschaften mit Männern. Viele Frauen (lesbische wie heterosexuelle) lehnen männliches chauvinistisches oder sexistisches Verhalten ab, was aber mit Männerfeindlichkeit nichts zu tun hat.
Schwule Männer benehmen sich weiblich oder tuntig
Es gibt einige wenige schwule Männer, die sich bewusst sehr weiblich verhalten, was immer man darunter versteht, und sich als "Tunte" selbstinszenieren. Sie fallen durch exaltiertes Verhalten auf. Andere wenige geben sich ihrem Verständnis nach betont männlich. Und die allermeisten sind irgendwo dazwischen anzusiedeln und keiner sieht ihnen ihr Schwulsein an, weil sie eben völlig durchschnittlich und angepasst sind und keinem der gängigen Klischees entsprechen.
Für Schwule ist Sex besonders wichtig
In unserer Gesellschaft werden Buben und Mädchen - immer noch - sehr unterschiedlich erzogen. Gerade in der Sexual- und Rollenerziehung gibt es große Unterschiede. Das führt unter anderem dazu, dass männliche Sexualität anders bewertet wird als weibliche. Da schwule Männer eben Männer sind, ist ihr Sexualverhalten ein männliches, das sich von dem heterosexueller Männer einzig in der Partnerwahl unterscheidet. Es gibt Männer, denen Sexualität sehr wichtig ist, und es gibt Männer, für die Sexualität weniger wichtig ist und die sie daher ganz anders ausleben. Und es gibt alle Zwischenstufen. Ob ein Mann schwul oder nicht schwul ist, spielt hier keine Rolle.
In einer schwulen Beziehung ist einer "die Frau" und in einer lesbischen Beziehung eine "der Mann"
Nein. Dieser Klischeevorstellung erliegen heterosexuelle Menschen, die sich eine Beziehung nicht ohne Mann-Frau Konstellation vorstellen können. Die Erfahrung vieler Jahrhunderte zeigt aber ganz deutlich: es funktioniert!
Zwei Frauen oder zwei Männer, die in einer homosexuellen PartnerInnenschaft zusammenleben, können ihre Rollen und Machtverteilung in der Beziehung nicht am Geschlecht festmachen, sondern gehen in der Regel wesentlich partnerschaftlicher miteinander um als viele heterosexuelle Paare, deren Beziehungen vielfach nach wie vor durch patriarchale Strukturen mit einseitiger Machtverteilung auf Seiten des Mannes charakterisiert sind.
Lesben und Schwule haben keine Kinder
Dieses Klischee stellt für viele Eltern homosexueller Kinder ein großes Problem dar. Tatsächlich jedoch haben jede fünfte Lesbe und jeder achte Schwule aus früheren heterosexuellen Beziehungen ein oder mehrere Kinder.
In den letzten Jahren wollen aber vermehrt auch kinderlose Lesben und Schwule gemeinsam mit ihrem/ihrer gleichgeschlechtlichen PartnerIn ein Kind aufziehen. Für Lesben ist in manchen Ländern die künstliche Befruchtung möglich, einige entscheiden sich für eine Samenspende.
Das Adoptionsrecht und Pflegschaftsrecht für homosexuelle Paare wird bereits in vielen fortschrittlichen Ländern diskutiert und ist in manchen Bundesstaaten der USA schon geltendes Recht.
Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen
Kontaktformular
