Klischees
Über schwule Männer, lesbische Frauen und Transgenderpersonen gibt es besonders viele Klischees. Eine der gängigsten Klischees sind:
- Schwule Männer sind besonders sensibel
- Lesbische Frauen sind männerfeindlich
- Schwule Männer benehmen sich weiblich oder tuntig
- Für Schwule ist Sex besonders wichtig
- In einer schwulen Beziehung ist einer "die Frau" und in einer lesbischen Beziehung eine "der Mann"
- Lesben und Schwule haben keine Kinder
Wie kommen Klischees zu Stande? Irgendwann kommt irgendwer auf die Idee, dass irgendjemand oder irgendetwas so und nicht anders ist. Das wird meist erst behauptet; dann geht es ganz schnell, dass man Beobachtungen macht, die dieses Bild bestätigen und schon ist aus der Behauptung eine Tatsache geworden. Je bekannter dies wird, desto mehr Beobachtungen lassen sich machen, desto mehr wird das ursprünglich lediglich Behauptete zur "Wahrheit", zur "Wirklichkeit". Aber wie wirklich ist diese Wirklichkeit?
Jeder Mensch wird täglich mit einer Unmenge an Information überflutet, das Gehirn kann diese Mengen nicht aufnehmen und verarbeiten, sondern selektiert sie. Das Gehirn sucht sich Informationen aus die es verarbeitet und andere, die es einfach ignoriert. Hat man ein bestimmtes Bild von jemandem oder von etwas, so registriert man jede neuerliche Information, die diesem Bild entspricht, als Bestätigung. Widerspricht jedoch ein neuerlicher Reiz dem im Kopf bereits existierenden Bild, so wird das Bild nicht neu gemacht. Vielmehr wird der neuerliche, widersprüchliche Reiz, der als solcher kognitive Dissonanz erzeugt, gar nicht erst wahrgenommen. Daher ist es auch kaum möglich, einmal in vielen Köpfen festgesetzte Klischees mit der Wirklichkeit zu vergleichen.
Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen
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