Transnationales Präventionsprogramm zur Verhinderung von Gewalt an Kindern und sexuellem Missbrauch von Kindern
Trans-national local support programme to prevent violence against and abuse of children in families
Projektleitung
MAG ELF - Amt für Jugend und Familie
Dr.in Stefanie Friedlmayer, E-Mail: nd-gru@ma11.wien.gv.at
DSA Ingrid Moser
Projektziele
Ziel ist durch Primärprävention Kinder vor Misshandlung und Missbrauch zu schützen. Geplant ist ein Trainingsprogramm zu entwickeln, um werdende Eltern und Eltern mit Kleinkindern in ihrer Erziehungsverantwortung und -kompetenz zu unterstützen. Dies soll vor allem bewirken, dass Eltern in Krisensituationen auf diese erworbenen Ressourcen zurückgreifen, sei es durch Vertrauen in die eigene Kompetenz oder durch ein rechtzeitiges In-Anspruch-Nehmen von Beratung und Hilfe.
Zur Umsetzung dieses Ziels wurden drei Module durchgeführt:
Aus- und Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Referate der Kick-Off-Konferenz (10. bis 13. Februar 2002):
Anmerkung: Die Referate, mit Ausnahme des ersten Referates, sind Transkripte der Simultanübersetzung, die auf Tonträgern während der Veranstaltung aufgezeichnet wurden. Sprachliche Formulierungen und Stil entsprechen daher in manchen Passagen nicht den Standards wissenschaftlicher Publikationen.- Tom Levold (Deutschland): Elternkompetenzen zwischen Anspruch und Überforderung: 69 KB PDF • 77 KB RTF
- Mirjam Kalland (Finnland): Unterstützung von Eltern-Kind-Interaktionen bei Risikofamilien: 54 KB PDF • 64 KB RTF
- Vibeke Bing (Schweden): Die Schwedischen Familienzentren und neue familiäre Muster: 45 KB PDF • 58 KB RTF
- Marguerite Dunitz (Österreich): Gewalt in der Kinderstube - erste zarte Anzeichen von interaktiver Instabilität in der Eltern-Kind-Beziehung: 74 KB PDF • 81 KB RTF
- Grazia M. Fava Vizziello (Italien): Sorge für Kinder, Eltern und Beziehung: 54 KB PDF • 65 KB RTF
- Fortbildung für Praktikerinnen und Praktiker in allen Partnerstädten
- Final Konferenz: 27. bis 29. November 2003 Präsentation der Ergebnisse
- Tagungsbericht (nur in Englisch verfügbar): 126 KB PDF • 291 KB RTF
- Referate Final Konferenz: Anmerkung: Die Referate sind Transkripte der Simultanübersetzung, die auf auf Tonträgern während der Veranstaltung aufgezeichnet wurden. Sprachlichen Formulierungen und Stil entsprechen daher in manchen Passagen nicht den Standards wissenschaftlicher Publikationen.
Kurse für Eltern (Mai 2002 bis Juni 2003)
- Slogan: "Daphne for Families. Fit for Life."
- Gruppe für Väter und Kleinkinder: 7 KB PDF • 28 KB RTF
- Gruppe für Eltern - Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin: 6 KB PDF • 27 KB RTF
Thematische Workshops für Eltern: Überblick über alle Partnerstädte
Stadt |
Erster Abend |
Titel |
|---|---|---|
Aosta |
12. November 2002 |
Zwei plus, geboren werden und gemeinsam wachsen |
Eskilstuna, Zentrum Bikupan |
16. Jänner 2003 |
Neue Beziehung innerhalb der Kleinstfamilie |
Eskilstuna, Zentrum Tomas Kirche |
18. Februar 2003 |
Mütter tratschen |
Helsinki, Zentrum Torpparinmäki |
18. März 2003 |
Elternschaft - Freude und Sorgen |
Katrineholm |
27. März 2003 |
Eltern mit ihrem ersten Kind |
Knivsta |
21. November 2002 |
Werdende Eltern |
Västerås |
7. Februar 2003 |
Eltern fürs Leben |
Verona |
Frühjahr 2003 |
Gruppe für Mutter und Babys von 0 bis 1 und Gruppe für Väter und Kleinkinder von 0 bis 3 |
Vienna, Eltern-Kind-Zentrum Engerthstraße |
9. April 2003 |
So jung und schon Mutter?! |
Vienna, Eltern-Kind-Zentrum Katharinengasse |
24. Oktober 2003 |
Kennst Du das auch? |
Vienna, Eltern-Kind-Zentrum Rosa-Jochmann-Ring |
10. Februar 2003 |
Eltern sein, Partnerschaft leben |
Vienna, Eltern-Kind-Zentrum Längenfeldgasse |
10. Februar 2003 |
Mutter mit "40" |
Vienna, Eltern-Kind-Zentrum Ottakringerstraße |
13. März 2003 |
1+1= Familie! |
Vienna, Eltern-Kind-Zentrum Ocwirkgasse |
24. März 2003 |
Mann, Partner, Vater |
Austausch
Evaluation
- Interne Evaluation: MA 11 Forschung und Entwicklung - EU-Project: Daphne for families. Fit for life (Englisch)
- Externe Evaluation: Universität Edinburgh
Präsentation des Projekts
- Tagung des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein "Das kommt in den besten Familien vor", vom 26. bis 28. September 2003 in Kiel: 65 KB PDF • 113 KB RTF
- Final Report: EU-Project: Daphne for families. Fit for life (Englisch)
- Zusammenfassung: 16 KB PDF • 35 KB RTF
- Poster "Einige Ideen von Eltern für Eltern": 65 KB PDF
Zielgruppe
Das Angebot richtet sich an "normale" Familien und Eltern, die sich mit ihrer Elternschaft bewusst auseinandersetzen. "Normal" bezieht sich auf alle möglichen Formen von Beziehungskulturen. Probleme und Gefühle wie Wut, Ärger, Überlastung und Stress werden gesellschaftlich oft als individueller Fehler oder als pathologische Reaktion behandelt, die nichts mit dem "normalen" Leben zu tun haben. Diese Defizitsicht führt zu Verunsicherung, Probleme werden zu Familiengeheimnissen oder ignoriert. Lebenskrisen, Partnerkonflikte oder Probleme am Arbeitsplatz sind manchmal der letzte Auslöser, der die Emotionen zum Überlaufen bringt. Kinder sind in solchen Fällen oft am härtesten betroffen. Normales Familienleben ist nicht ein geschützter Raum der Harmonie, sondern beinhaltet die zuvor erwähnten Krisen und Konflikte. Eine ausreichend gute und bewusste Elternschaft ist gekennzeichnet durch Verantwortung und setzt sich mit Konflikten und Krisen auseinander. Genau an diesem Punkt setzt das Projekt an.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Bezugnehmend auf die Bindungstheorie und die Theorie nicht linearer dynamischer Systeme (vergleiche Luhmann, 1990) kann Alltagsgewalt, Kindesmisshandlung, psychischer und sexueller Kindesmissbrauch nicht als die Tat eines individuellen pathologischen Akteurs gesehen werden, sondern als ein gesellschaftliches Phänomen, das unter bestimmten Bedingungen (wie wirtschaftliche Probleme, verunsichernde Lebensereignisse, Stress) in normalen Familien vorkommt (vergleiche Nachtigall, 1998).
Der Zweck von Primärprävention ist es, Probleme noch bevor sie entstehen, zu verhindern.
Die Geburt eines Kindes, insbesondere des ersten Kindes, bewirkt eine Vielzahl von Veränderungen. Die Veränderungen betreffen die finanzielle Situation, die Paarsituation und die dramatischen Veränderungen im Zeitbudget der Familie.
In dem veränderten Familiensystem muss sich jede einzelne Person neu definieren und ihren Platz in der neuen Struktur finden.
Die Familie ist heutzutage in ihrer Funktion auf die Herstellung von Intimität und dem Erfüllen sozialer Aufgaben reduziert. Sowohl körperliche und emotionale Versorgung als auch Anpassung an die Gesellschaft soll durch die familiäre Beziehungsarbeit gewährleistet werden. Bei der Bewältigung der elterlichen Aufgaben gibt es in der Regel wenig Gelegenheit zu positiver Rückmeldung, sondern oft wird das Scheitern und das Misslingen besonders betont (Defizitorientierung). Das führt zu einer Verunsicherung der Eltern. Darüber hinaus erschweren in der postmodernen Gesellschaft Rollenkonfusion und Rollenkonflikte (zum Beispiel Mutterschaft beziehungsweise Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit) die Übernahme von Rollenmodellen und Vorbildern der Elterngeneration.
Familien erbringen vielfältige Leistungen für die Gesellschaft. Im Gegenzug liegt es in der Verantwortung des Wohlfahrtsstaates, der Öffentlichkeit Zugang zu unterstützenden und helfenden Systemen wie soziale Serviceeinrichtungen, Beratung und Psychotherapie zu ermöglichen.
Die Gesellschaft nimmt durch die Jugendwohlfahrt diese Verantwortung wahr, Familien zu unterstützen und ihre Funktion so gut als möglich auszuüben.
Das grundlegende Ziel des Projektes ist es, Schutzfaktoren gegenüber innerfamiliärer ebenso wie außerfamiliärer Gewalt zu entwickeln. Als erster Schritt des Programms sollen gerade nicht spezifische Fähigkeiten wie Erziehungskompetenz, Verantwortung , Kommunikations- und Konfliktfähigkeit trainiert werden. Auch die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein als Eltern - die Elterrolle innezuhaben - sollen gefördert werden. In einem zweiten Schritt geht es darum, Problemlösefähigkeiten und -strategien, auf konstruktive Weise mit Konflikten umzugehen, zu vermitteln. Eltern sollen sich ihrer Verantwortung als Erwachsene gegenüber Kindern bewusst werden, ohne sich dabei überfordert zu fühlen. Familien zu stärken heißt auch Kinder zu stärken.
Weiterführende Informationen
- Daphne - Freedom, Security and Justice - Förderprogramm "Daphne" der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission (Englisch)
- Projektorte
- Literaturhinweise
Verantwortlich für diese Seite:MAG ELF - Servicestelle (Magistratsabteilung 11)
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