Erfolgreiche Integrationsbegleitung für Asylberechtigte

Seit April 2008 leistet Interface Wien mehrsprachige Beratung und Integrationsbegleitung für asylberechtigte Einzelpersonen und Familien. Das Betreuungsangebot schließt nahtlos an die "Grundversorgung" für Asylsuchende an und bietet eine zeitlich befristete Integrationsbegleitung von rund zwei Jahren.

Kinder melden sich für die Kinderuni an.

Asylberechtigen Personen ist die Bildung ihrer Kinder besonders wichtig.

Rund 500 bis 700 Personen wird pro Jahr in Wien Asyl gewährt. Nach oft jahrelangem Warten in Unsicherheit und erzwungener Untätigkeit schafft der positive Asylbescheid rechtliche Klarheit. Allerdings strömt eine Fülle von neuen Herausforderungen auf die Flüchtlinge ein: Deutschkurs besuchen, Wohnung und Arbeit suchen, eine eigenständige Existenz aufbauen.


Die Startbegleitung bei Interface Wien wird durch die Abteilung Integration und Diversität (MA 17) und die Abteilung Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40) finanziert.

Fast 6.000 in drei Jahren

Die Bilanz kann sich sehen lassen: 2.604 Klientinnen und Klienten und deren Familienangehörige wurden in den ersten drei Jahren betreut, insgesamt waren das 6.285 Personen. Allein im Jahr 2011 haben sich 581 Klientinnen und Klienten erstmals an die Beratungsstelle gewendet. Sie kamen großteils aus Herkunftsländern wie der Russischen Föderation (228), Afghanistan (134), Somalia (63) oder dem Iran (47) sowie dem Irak (23). Rund 68 Prozent sind Einzelpersonen, drei Prozent Paare und 29 Prozent Familien. Mehr als 40 Prozent der Familien sind alleinerziehende Mütter mit Kindern, häufig Kriegswitwen.

Die Beratung findet in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi, Russisch, Tschetschenisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Georgisch statt.

Punktuelle Beratung bis Case Management

Mit dem positiven Asylbescheid werden Klientinnen und Klienten über die Startbegleitung informiert. In einem ersten Clearing-Gespräch, das niederschwellig ohne Terminvereinbarung am offenen Beratungstag möglich ist, stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die individuellen Bedürfnisse und den Beratungsbedarf fest.

Rund 64 Prozent der Klientinnen und Klienten benötigen nur Beratungsgespräche, um ihre Probleme zu lösen. 36 Prozent werden aufgrund der Komplexität der Problemlagen in eine intensive Case Management-Betreuung übernommen. Dabei handelt es sich häufig um Familien, die unmittelbar nach dem Asylbescheid noch keinerlei Orientierung, Wissen und Sicherheit haben, um ihr Leben selbstständig zu steuern. Das betrifft zum Beispiel viele alleinerziehende Frauen.

Gemeinsam Ziele festlegen

Zunächst werden zwischen Klientin beziehungsweise Klient und Beraterin beziehungsweise Berater Ziele vereinbart, die im Prozess gemeinsam erreicht werden sollen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass eine Wohnung gefunden oder ein Deutschkurs absolviert werden muss.

Die Betreuung kann häufig nach wenigen Monaten abgeschlossen werden. Dann können die nächsten Schritte selbstständig bewältigt werden. Bestehen komplexere Problemlagen, wird meist der vorgesehene Zeitraum von zwei Jahren ausgeschöpft.

Bildung der Kinder

Besonderen Wert wird auf die Bildung der Kinder gelegt, unter anderem durch die Möglichkeit, an der KinderUni teilzunehmen. Für Jugendliche gibt es ein Mentoring-Programm in Kooperation mit dem Verein Grenzenlos, um den Kontakt mit österreichischen Jugendlichen zu fördern.

Weitere Projekte

Obdachlose und von Obdachlosigkeit bedrohte asylberechtigte oder subsidiär schutzberechtigte Klientinnen und Klienten werden im Projekt MOWIEN - Mobile Wohnbegleitung Wien bei der Wohnungssuche begleitet.

Das Projekt LOB - Lebensorientierungsberatung für asyl- und subsidiär schutzberechtigte Frauen bietet seit 2012 eine intensive, am Case Management orientierte, frauenspezifische Beratung für Alleinerzieherinnen, ältere und nicht (mehr) in den Arbeitsprozess integrierbare Frauen, traumatisierte und isolierte Frauen sowie Frauen mit grundlegenden existenziellen, gesundheitlichen oder familiären Problemen.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Goran Novakovic (Magistratsabteilung 17)
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