Erfolgreiche Integrationsbegleitung für Asylberechtigte

Seit April 2008 leistet Interface Wien mehrsprachige Beratung und Integrationsbegleitung für asylberechtigte Einzelpersonen und Familien. Das Betreuungsangebot schließt nahtlos an die "Grundversorgung" für Asylsuchende an und bietet eine zeitlich befristete Integrationsbegleitung von rund zwei Jahren.

Kinder melden sich für die Kinderuni an.

Asylberechtigen Personen ist die Bildung ihrer Kinder besonders wichtig.

Rund 500 bis 700 Personen wird pro Jahr in Wien Asyl gewährt. Nach oft jahrelangem Warten in Unsicherheit und erzwungener Untätigkeit schafft der positive Asylbescheid rechtliche Klarheit. Allerdings strömt eine Fülle von neuen Herausforderungen auf die Flüchtlinge ein: Deutschkurs besuchen, Wohnung und Arbeit suchen, eine eigenständige Existenz aufbauen.


Die Startbegleitung bei Interface Wien wird durch die Abteilung Integration und Diversität (MA 17) und die Abteilung Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40) finanziert.

8.000 in fünf Jahren

Die Bilanz kann sich sehen lassen: über 8.000 Klientinnen und Klienten und deren Familienangehörige wurden in den ersten fünf Jahren betreut. Rund 1.000 Klientinnen und Klienten, die im Jahr 2013 beraten wurden, kamen großteils aus den Herkunftsländern Afghanistan, Iran, Syrien, sowie der Russischen Föderation. Fast die Hälfte der Betreuungen richtet sich an Familien. Mehr als 40 Prozent der Familien sind alleinerziehende Mütter mit Kindern, häufig Kriegswitwen.

Die Beratung findet in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Dari, Farsi, Russisch, Tschetschenisch, Somali, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Georgisch statt.

Punktuelle Beratung bis Case Management

Mit dem positiven Asylbescheid werden Klientinnen und Klienten über die Startbegleitung informiert. In einem ersten Clearing-Gespräch, das niederschwellig ohne Terminvereinbarung am offenen Beratungstag möglich ist, stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die individuellen Bedürfnisse und den Beratungsbedarf fest.

Rund 60 Prozent der neuen Klientinnen und Klienten werden aufgrund der Komplexität der Problemlagen in eine intensive Case Management Betreuung aufgenommen. Dabei handelt es sich häufig um Familien, die unmittelbar nach dem Asylbescheid noch keinerlei Orientierung, Wissen und Sicherheit haben, um ihr Leben selbstständig zu steuern beziehungsweise um Familien, die in ihrem Integrationsprozess mit zusätzlichen erschwerenden Faktoren wie Krankheit oder Behinderung konfrontiert sind. Das betrifft auch viele alleinerziehende Frauen. Für circa 40 Prozent der neuen Klientinnen und Klienten genügen punktuelle Beratungen und Orientierungen zu einzelnen spezifischen Fragestellungen.

Gemeinsam Ziele festlegen

Zunächst werden zwischen Klientin beziehungsweise Klient und Beraterin beziehungsweise Berater konkrete Ziele vereinbart, die im Prozess gemeinsam erreicht werden sollen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass die existenzielle Situation stabilisiert, eine Wohnung gefunden oder ein Deutschkurs absolviert werden muss.

Die Betreuung kann bei einem Teil der Klientinnen und Klienten nach wenigen Monaten abgeschlossen werden. Dann können die nächsten Schritte selbstständig bewältigt werden. Bestehen komplexere Problemlagen, wird häufig der vorgesehene Zeitraum von zwei Jahren ausgeschöpft.

Bildung der Kinder

Besonderen Wert wird auf die Bildung der Kinder gelegt, unter anderem durch die Möglichkeit, an der KinderUni teilzunehmen. Für Jugendliche gibt es zum Beispiel ein Mentoring-Programm in Kooperation mit dem Verein Grenzenlos, um den Kontakt mit österreichischen Jugendlichen zu fördern.

Weitere Projekte

Den wohnungssuchenden Klientinnen und Klienten der Startbegleitung steht seit 2009 das BeraterInnen-Team des Projekts MOWIEN - Mobile Wohnbegleitung Wien zur Verfügung. Es begleitet intensiv den komplizierten Prozess der Wohnungssuche.

Das Projekt LOB - Lebensorientierungsberatung für asyl- und subsidiär schutzberechtigte Frauen bietet seit 2012 eine intensive, am Case Management orientierte, frauenspezifische Beratung für Alleinerzieherinnen, ältere und nicht (mehr) in den Arbeitsprozess integrierbare Frauen, traumatisierte und isolierte Frauen sowie Frauen mit grundlegenden existenziellen, gesundheitlichen oder familiären Problemen.

Weiterführende Informationen

Verantwortlich für diese Seite:
Goran Novakovic (Magistratsabteilung 17)
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