Gender-ABC - Gender Mainstreaming
- Chancengleichheit
- bezeichnet in modernen Gesellschaften das Recht auf eine gerechte Verteilung von Zugangs- und Lebenschancen. Jeder Mensch soll die gleichen Chancen haben, im wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben nach freien Entscheidungen teilzunehmen. Dazu gehört insbesondere das Verbot von Diskriminierung.
- Diskriminierung, geschlechtsspezifische
- Diskriminierung ist jede benachteiligende Differenzierung (unterschiedliche Behandlung) ohne sachliche Rechtfertigung basierend auf Machtsymmetrien. In keinem Land der Erde ist die Gleichberechtigung von Frauen und Männern vollständig verwirklicht. So bleiben das wirtschaftliche Potenzial und die Leistungsfähigkeit von Frauen unterbewertet und ungenutzt. Gemäß § 2 Abs. 4 Wiener Gleichbehandlungsgesetz - W-GBG liegt Diskriminierung vor, wenn eine Person auf Grund ihres Geschlechts in einer vergleichbaren Situation gegenüber einer Person des anderen Geschlechts benachteiligt wird. Mittelbare Diskriminierung besteht, wenn eine ihrem Wortlaut nach Frauen und Männer gleichermaßen betreffende Regelung, ein Beurteilungskriterium oder eine Maßnahme Angehörige eines Geschlechts in besonderer Weise gegenüber Angehörigen des anderen Geschlechts benachteiligt oder benachteiligen könnte, es sei denn, die Regelung, das Beurteilungskriterium oder die Maßnahme ist durch ein rechtmäßiges Ziel sachlich gerechtfertigt und die Mittel sind zur Erreichung dieses Zieles angemessen und erforderlich.
- Diversität
- beinhaltet die Verschiedenartigkeit sowie die Gleichheit von Menschen bezüglich verschiedener Aspekte, wie Geschlecht, Alter, ethnische Herkunft und Religion, Behinderung und sexuelle Orientierung, aber auch den gesellschaftlichen Status und den Status in der Organisation. Darüber hinaus bezieht er sich auch auf kulturelle Werte, Normen und Traditionen, die aus unterschiedlichen Kulturen resultieren.
- Diversitätsmanagement
- ist ein strategischer Managementansatz zur gezielten Wahrnehmung, Wertschätzung und Nutzung der Vielfalt von Personen und relevanten Organisationsumwelten beziehungsweise Dialoggruppen, um strukturelle und soziale Bedingungen zu schaffen, unter denen alle Beschäftigten ihre Leistungsfähigkeit und –bereitschaft entwickeln und entfalten können, zum Vorteil aller Beteiligten und zur Steigerung des Organisationserfolges.
- Doing Gender
- beschreibt den Prozess, wie Geschlecht gelebt, gedacht, inszeniert und konstruiert wird. Dies ist ein allgegenwärtiger Prozess im täglichen Miteinander, das heißt in der Interaktion zwischen den Individuen, in der Interaktion und Kommunikation innerhalb von Institutionen und Organisationen sowie in der Beziehung zwischen Individuen und gesellschaftlichen Institutionen und Strukturen. Geschlechterrollen von Frauen und Männern sind kulturell, gesellschaftlich und individuell differenziert ausgeprägt. Sie werden gestaltet, das heißt aber auch, dass sie beeinflussbar und veränderbar sind, zum Beispiel durch das eigene aktive Tun oder die Veränderung von Rahmenbedingungen.
- Equal Pay
- bedeutet Entgeltgleichheit für Frauen und Männer auf der Basis des Prinzips "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit", siehe auch: Gender Gap
- Frauenförderung
- Es geht um Maßnahmen, die der faktischen Benachteiligung von Frauen gezielt entgegenwirken und echte Gleichstellung bewirken sollen. Um nach wie vor bestehende Benachteiligungen von Frauen zu beseitigen, arbeitet ein multidisziplinäres Team auf allen Ebenen - parallel zu und quer durch die verschiedenen Aufgabenbereiche der Stadt Wien. Die Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57) ist Teil der Wiener Stadtverwaltung in der Geschäftsgruppe Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal.
- Gender-Analyse
- Frauen und Männer haben nicht nur ein biologisches Geschlecht, sondern auch ein soziales ("anerzogenes"), welches sich in den unterschiedlichen Erwartungen und Möglichkeiten in bestimmten Lebensbereichen ausdrückt. Die Gender-Analyse ist ein wirksames wissenschaftliches Instrument, um diese unterschiedlichen Geschlechterrollen samt ihren Gründen und Auswirkungen zu beschreiben. Mit Hilfe der Gender-Analyse können die spezifischen Probleme, Zielvorstellungen und Potenziale von Frauen und Männern identifiziert werden.
- Gender Ansatz
- Der Gender-Ansatz stellt in der Gender-Analyse die sozialen Prozesse und Institutionen, die das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern verursachen und aufrecht erhalten in den Mittelpunkt. Zielsetzung des Gender-Ansatzes ist es, ein ausgewogenes Machtverhältnis zwischen den Geschlechtern herzustellen.
- Gender Bias
- bedeutet geschlechtsspezifische Voreingenommenheit. Es kann übersetzt werden mit "geschlechterbezogene Verzerrungseffekte" oder "Verzerrungen, die dadurch zustande kommen, dass Geschlechterunterschiede nicht angemessen berücksichtigt werden". Gender Bias manifestiert sich zum Beispiel in einer Projektplanung, in der nicht bedacht wird, dass Frauen oder Mädchen sowie Männer oder Jungen aufgrund ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen Position verschiedene Bedürfnisse und Interessen haben können.
- Gender Budgeting
- ist das finanzpolitische Instrument des Gender Mainstreaming. Dabei geht es vor allem um eine Gender-Analyse der Haushaltsansätze. Ziel ist die gerechte Verteilung von Haushaltsmitteln auf Frauen und Männer und Verteilungsentscheidungen zu Gunsten der Gleichstellung zu treffen.
- Gendercheckliste
- ein Fragenkatalog, der dazu dient, bei der Planung, Durchführung und Evaluierung von Programmen und Maßnahmen deren unterschiedliche Auswirkungen auf Frauen und Männer zu ermitteln. Die Ergebnisse liefern die Grundlage für Korrekturen, die auf Gleichstellung zwischen den Geschlechtern hinwirken. Weitere Funktion der Checklisten: Hilfestellungen bei der Strukturierung komplexer Arbeitsabläufe unter der Gleichstellungsperspektive, zum Beispiel Gender-Checklisten zur Erstellung von Gesetzesvorlagen oder Planungen im öffentlichen Raum.
- Gender-Expertinnen und Gender-Experten
- Sie haben als Ansprechpersonen zum Thema Gender Mainstreaming entsprechendes Fachwissen erworben und kennen die für die Umsetzung von Gender Mainstreaming entwickelten Instrumente und Methoden. Sie können selbständig Gender Mainstreaming-Projekte durchführen und/oder die Verantwortlichen zur Implementierung von Gender Mainstreaming bei der Gender-Analyse unterstützen und beraten.
- Gender Gap
- Gesellschaftlich normierte Unterschiede, die zwischen Frauen und Männern bestehen. Beispielsweise werden die im Vergleich zu den Männerlöhnen geringeren Frauenlöhne als Einkommens-Gender-Gap beziehungsweise "Gender Pay Gap" bezeichnet.
- Gender Impact Assessment (GIA)
- GIA ist ein Instrument zur systematischen und umfassenden Prüfung und Bewertung der Auswirkungen geplanter politischer Maßnahmen wie Gesetze, Verordnungen und Programme sowie von alltäglichem Verwaltungshandeln auf Frauen und Männer sowie auf Geschlechterverhältnisse. GIA kann jedoch auch nachträglich auf geltende Regelungen angewandt werden und bestehenden Änderungsbedarf deutlich machen. Als Folge werden Maßnahmen vorgeschlagen, die jegliche mittelbare und unmittelbare Diskriminierung ausschließen und Gleichstellung der beiden Geschlechter fördern.
- Gender Kompetenz
- Mit "Gender Kompetenz" verbindet sich die Motivation, auf das Ziel der Gleichstellung hinzuarbeiten. Grundvoraussetzung ist eine Sensibilität für Geschlechterverhältnisse und (potenzielle) Diskriminierungsstrukturen. "Gender" wird in seiner Komplexität verstanden, konkretes Sachwissen und Informationen zu Gender-Aspekten im jeweiligen Sachgebiet und Handlungsfeld sind vorhanden und fließen in die Planung und Umsetzung aller Aktivitäten ein. "Gender Kompetenz" wird als Schlüsselqualifikation von Führungskräften gesehen.
- Gender Medizin/Gender Medicine
- Gender Medizin oder Gender Medicine steht für die Einbeziehung von gesundheitsrelevanten Geschlechterperspektiven in die Praxis der Humanmedizin. Das Geschlecht fließt dabei nicht nur als biologische, sondern auch als soziale Kategorie in die Medizinwissenschaften ein. Bekanntheit erlangten geschlechtersensible Ansätze in der Medizin zum Beispiel im Zusammenhang mit der Diagnose von Herzerkrankungen. Hier wurde festgestellt, dass Frauen zum Teil andere Symptome aufweisen als Männer und dies zu verzögerten oder fehlerhaften Diagnosen und Behandlungen führte. Des weiteren wurden Unterschiede in der Wirksamkeit von Medikamenten festgestellt, da bei der Erprobung von Medikamenten vorwiegend junge Männer herangezogen wurden. Die Relevanz von Geschlechteraspekten in der Medizin umfasst alle Handlungsfelder: vorbeugende, heilende und wiederherstellende.
- Gender Mainstreaming
- "Gender" ist das "soziale Geschlecht" oder das "anerzogene Geschlecht" im Unterschied zum biologischen Geschlecht. Es bezeichnet die Geschlechtsidentität des Menschen als soziale Kategorie. Das bedeutet, nicht "die Frauen" oder auch "die Männer" in den Blick zu nehmen, sondern Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt zu berücksichtigen.
"Mainstreaming" heißt "in den Hauptstrom bringen". Es bedeutet, dass bei allen Entscheidungen - also in Hinblick auf Leistungen, Produkte, Außendarstellungen, Personal und Organisation - immer berücksichtigt wird, dass sich Frauen und Männer in jeweils unterschiedlichen Lebenslagen befinden.
Gender Mainstreaming ist eine international anerkannte Vorgangsweise und Strategie der Gleichstellungspolitik. Soziale Unterschiede und strukturelle Ungleichheiten für Frauen und Männer sollen hinterfragt, sichtbar gemacht sowie die Ursachen beseitigt werden. Das bedeutet, dass bei allen Entscheidungen, Projekten und Vorhaben der Politik und Verwaltung die unterschiedliche Lebensrealität von Frauen und Männern im Vorhinein zu berücksichtigen ist. - Gender Sensibilisierung
- Bewusstmachen der geschlechterspezifischen Unterschiede in der Gesellschaft im Zugang zu Ressourcen, Beteiligung und Entscheidungsmacht
- Genderspezifische Ungleichheiten
- sind die Ungleichheiten (oder Disparitäten) zwischen Frauen und Männern in Hinblick auf ihre Teilhabe an und ihrem Zugang zu Ressourcen, Rechten, Vergütungen oder Vergünstigungen in jedem beliebigem Bereich
- Genderspezifische Unterschiede
- Genderspezifische Unterschiede bezeichnen die sozialen und kulturellen Unterschiede zwischen Frauen und Männern sowie die unterschiedlichen Bewertungen von Einflussbereichen und Tätigkeiten von Frauen und Männern. Genderspezifische Unterschiede sind gesellschafts- und kulturabhängig und unterliegen einem zeitlichen Wandel.
- Gender Studies
- ist Geschlechterforschung und Geschlechterlehre; "Gender" wird als Analysekategorie verwendet, um Geschlechterverhältnisse zum Beispiel in Gemeinschaften und Gesellschaften, Geschlechterrollen oder Geschlechterstereotypen zu untersuchen. Die "Gender Studies" versuchen, ausgehend von "Gender", auch weitere Kategorien wie Volkszugehörigkeit und Gesellschaftsschicht oder auch Behinderung, Alter und Religion in ihre Analysen mit einzubinden.
- Gender Training
- Gender Trainings finden in der Regel in Form einer Kombination aus Übungen zur Selbsterfahrung sowie Information und Fortbildung zur Gender-Thematik statt. Sie sensibilisieren für geschlechtsspezifische Unterschiede in der Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern. Gender Trainings machen insbesondere als Impuls zur Verankerung von Gender Mainstreaming im Zuge eines mehrstufigen Prozesses Sinn.
- Geschlechterdemokratie
- Das Ziel ist die Herstellung demokratischer Verhältnisse zwischen Frauen und Männern. Diese können sich entsprechend ihrer persönlichen Fähigkeiten und Interessen entwickeln, ohne durch geschlechtsspezifische Zuweisungen eingeschränkt zu werden, gleiche Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen ermöglichen und gleichen Zugang zu Ressourcen gewährleisten.
- Geschlechterdialog
- meint die Fähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer Organisation, unterschiedliche Genderperspektiven in die fachliche Arbeit konstruktiv einzubringen und darüber produktiv zu kommunizieren.
- Geschlechtergerechte Sprache
- ist eine Sprache, die Frauen und Männern gerecht wird, die also beide Geschlechter benennt und sichtbar macht
- Geschlechterordnung
- Geschlechterordnung ("Kultur der Zweigeschlechtlichkeit") ist das System wirtschaftlicher, sozialer, rechtlicher und politischer Strukturen, das dazu beiträgt, bestimmte Geschlechterrollen zu verfestigen.
- Geschlechterperspektive
- bedeutet die Betrachtung der Gesellschaft aus Sicht von Frauen und Männern
- Geschlechterrollen/Gender-Rollen
- Als Geschlechterrollen werden die unterschiedlichen Rollen bezeichnet, die Frauen und Männern von der Gesellschaft aufgrund ihres jeweiligen biologischen Geschlechts zugewiesen werden. In der Gesellschaft bestehen Muster von Verhaltensweisen der Frauen und Männer, die als angemessen oder unangemessen betrachtet werden. Geschlechterrollen sind also Verhaltenserwartungen oder Verhaltensvorschriften für das jeweilige Geschlecht, die beinhalten, welche Verhaltensweisen in der Gesellschaft üblich oder anerkannt sind.
- Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung
- meint die Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern im privaten und öffentlichen Bereich
- Geschlechterstereotype
- ordnen der Frau typisch "weibliche" Eigenschaften und dem Mann typisch "männliche" Eigenschaften zu, die meistens gegensätzlich sind. Diese Zuordnung von Eigenschaften leitet unsere Erwartungen und Handlungen bezogen auf "weibliche" und "männliche" Personen in konkreten sozialen Situationen. Bei genauerem Hinsehen ist in der Komplementarität meist eine Benachteiligung für ein Geschlecht enthalten - historisch und im Regelfall: für Frauen, in manchen Bereichen auch für Männer. Die Stereotype für die Geschlechter sind nicht nur gegensätzlich. Sie vermitteln oft auch eine mitgemeinte hierarchische Wertung ("starkes Geschlecht - schwaches Geschlecht"). Stereotyp männliche Eigenschaften, Verhaltensweisen und Fähigkeiten sind meist positiv besetzt oder höher bewertet als das weibliche Gegenstück. Stereotyp weibliche Eigenschaften, Verhaltensweisen und Fähigkeiten sind oft negativ besetzt oder mit Schwäche gleichgesetzt.
- Gläserne Decke
- ist die unsichtbare Schranke, die Frauen und Angehörige ethnischer und sonstiger Minderheiten am Aufstieg in Leitungspositionen hindert. Diese Karrierefilter bewirken, dass der berufliche Aufstieg für viele hoch qualifizierte und engagierte Beschäftigte aufgrund ihres Geschlechtes, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, sexuellen Orientierung und so weiter im mittleren Management endet. Auch innerhalb internationaler Unternehmen, die in Sachen Gleichstellung ansonsten erfolgreich sind, erweist es sich als schwierig, die "Gläserne Decke" zu durchstoßen.
- Gleichbehandlung
- Ziel der Gleichbehandlung ist die Vermeidung jeglicher Diskriminierung aufgrund der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe, zum Beispiel einem Geschlecht oder einer Religionsgemeinschaft.
Die Gleichbehandlung in der Arbeitswelt erfasst alle im Unternehmen beschäftigten Personen und besagt, dass Beschäftigte weder aufgrund ihres Geschlechts noch aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung benachteiligt werden dürfen und zwar in Bezug auf alle sozialen, wirtschaftlichen oder persönlichen Interessen. Darauf haben der Magistrat der Stadt Wien als Arbeitgeber, die Gleichbehandlungsbeauftragten und die Personalvertretung zu achten. - Gleichbehandlungsbeauftragte
- Zur Umsetzung von Gleichbehandlung und Frauenförderung hat die Stadt Wien fünf Gleichbehandlungsbeauftragte dienstfrei gestellt. Jede der fünf Gleichbehandlungsbeauftragten hat eine Stellvertreterin, diese arbeitet ehrenamtlich.
Die Gleichbehandlungsbeauftragten sind in ihrer Funktion selbständig, unabhängig und an keine Weisungen gebunden. Sie werden nicht gewählt, sondern von der amtsführenden Personal- und Frauenstadträtin für die Dauer von fünf Jahren bestellt. Die Gleichbehandlungsbeauftragten unterstützen die Stadt Wien beziehungsweise die Verantwortlichen in den einzelnen Dienststellen bei der Verwirklichung von Gleichbehandlung und Frauenförderung. Die wichtigsten Aufgaben sind: den Bediensteten bei Fragen zu Gleichbehandlung, Chancengleichheit und Frauenförderung, Vorfällen von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz oder bei anderen Anlassfällen mit Information und Unterstützung zur Seite zu stehen. - Gleichberechtigung
- Die volle Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern setzt voraus, dass Frauen und Männer gleichermaßen von den Gütern, Ressourcen und Chancen ihrer jeweiligen Gesellschaft profitieren und daraus Nutzen ziehen können. Gleichberechtigung soll nicht als "Gleichheit" in dem Sinne verstanden werden, dass Frauen und Männer die gleichen Eigenschaften aufweisen. Das Prinzip der Gleichberechtigung fordert vielmehr, dass beiden Geschlechtern dieselben Chancen, Möglichkeiten und Förderungen offen stehen. Insbesondere Gleichheit vor dem Gesetz.
- Gleichstellung
- Beide Geschlechter sind in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens gleichermaßen präsent, berechtigt und beteiligt. Gleichstellung der Geschlechter ist das Gegenteil von Ungleichbehandlung, nicht jedoch von Unterschiedlichkeit von Frauen und Männern; ihr Ziel ist die Förderung der vollständigen Einbindung von Frauen und Männern in Bezug auf Rechte, Ressourcen und Beteiligung an Entscheidungsprozessen und die gleiche Verteilung von Macht in wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Prozessen.
- Gleichstellungsprüfung/Gender proofing
- ist eine abschließende Überprüfung eines politischen Vorhabens mit dem Ziel festzustellen, dass die geplante Maßnahme in Richtung Gleichstellung von Frauen und Männern wirkt und keine Diskriminierung der Geschlechter hervorruft.
- Kontaktfrauen
- Seit Einführung des Wiener Gleichbehandlungsgesetzes 1996 sind im Bereich der Gemeinde Wien circa 130 Kontaktfrauen tätig. Diese werden von der amtsführenden Stadträtin für Frauenfragen und Personal bestellt. Sie arbeiten unbesoldet und ehrenamtlich gemeinsam mit der jeweils zuständigen Gleichbehandlungsbeauftragten und den Verantwortlichen in den Dienstellen an der Umsetzung des Wiener Gleichbehandlungsgesetzes. Die Kontaktfrauen sind in Ausübung ihrer Funktion selbständig, unabhängig und an keine Weisungen gebunden.
Von der Gleichbehandlung profitieren alle Bediensteten ebenso wie die Dienstgeberin Gemeinde Wien. Diese kann bei Verletzung des Wiener Gleichbehandlungsgesetzes haftbar gemacht werden, umso wichtiger ist die Informations- und Präventionsarbeit der Kontaktfrauen. - Positive Aktionen
- Maßnahmen, die eine raschere Gleichstellung von Frauen und Männern fördern, indem sie versuchen, einseitige Benachteiligungen eines Geschlechts durch temporäre Bevorzugung auszugleichen (früher auch positive Diskriminierung genannt).
- Segregation des Arbeitsmarktes
- Geschlechtertrennung auf dem Arbeitsmarkt; Konzentration von Frauen und Männern in bestimmten Sektoren und Berufen sowie in unterschiedlichen Hierarchieebenen oder Positionen
- Transgender
- Transgender sind Geschlechter außerhalb der Zweigeschlechtlichkeit und der Heteronormativität (Position, die Heterosexualität als soziale Norm ansieht). Einzelpersonen bevorzugen ein individuelles Geschlecht oder lehnen eine Geschlechtszuordnung ab. Viele Transgender fühlen sich durch medizinische Diagnosen von Außen in ihrer Selbstbestimmtheit beeinträchtigt. Sie solidarisieren sich mit anderen Minderheiten und besetzen ihr Anderssein positiv.
- Transsexuelle und Transgenderpersonen
- Transsexuelle und Transgenderpersonen sind Menschen, die sich gegengeschlechtlich erleben, also ihrem Empfinden nach im "falschen Körper" leben, und versuchen, dies auszugleichen. Dies kann durch Cross Dressing (Männer ziehen Frauenkleider an, Frauen ziehen Männerkleider an), die Einnahme von Hormonen oder geschlechtsanpassende Operationen geschehen. Transsexuell werden jene Menschen genannt, die diese Operationen anstreben oder bereits vornehmen haben lassen. Transgenderpersonen sind jene, die diese Operationen nicht durchführen lassen wollen.
- Väterförderung
- Väterförderung ist die Unterstützung von berufstätigen Vätern bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Privatleben. Hierzu gehören Maßnahmen wie flexible Arbeitszeit, Telearbeit, Teilzeitbeschäftigung zur Pflege eines Kindes und Mentoring für werdende Väter und Wiedereinsteiger.
- Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Privatleben
- Maßnahmen, die es Frauen und Männern erleichtern, Berufstätigkeit und Privatleben (familiäre Pflichten, Fortbildung und Erholung) miteinander in Einklang zu bringen. Maßnahmen, die verhindern, dass das Berufsleben auf Kosten des Privatlebens geht oder umgekehrt. Dazu gehören zum Beispiel Arbeitszeitflexibilisierung, Urlaubsregelungen, Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und ältere Menschen.
Dezernat Gender Mainstreaming
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