Beschwerde gegen sexistische Werbung
Derzeit gibt es kein bundesweites Verbot sexistischer Werbung. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger bezieht allerdings klare Position gegen sexistische Werbung. Sie bietet Wienerinnen und Wienern als ersten Schritt zwei Musterbriefe an, mit denen jede Frau und jeder Mann sich über sexistische Werbung beschweren kann: einerseits beim betroffenen Unternehmen selbst und andererseits beim Österreichischen Werberat.
Download
- Musterbrief - Beschwerde beim Unternehmen: 47 KB RTF
- Musterbrief - Beschwerde beim Österreichischen Werberat: 46 KB RTF
Kein Platz für sexistische Werbung in Wien
Als zweiten Schritt plant die Frauenstadträtin, im Rahmen der derzeitigen rechtlichen Möglichkeiten gegen sexistische Werbung in Wien aktiv zu werden, solange es keine bundesweite Lösung gibt. "Damit Frauen selbstbestimmt, sicher und gewaltfrei leben können, muss klar sein, dass Sexismus in der Werbung schädlich und nicht tolerierbar ist", so Sandra Frauenberger. "Da die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft zu wenig gegen sexistische Werbung tun kann, wird Wien hier eine weitere Vorreiterrolle einnehmen. Es ist für mich nicht hinnehmbar, wenn Frauen aus wirtschaftlichen Interessen permanent in ihrer Würde verletzt, abgewertet und sexualisiert werden. Sexistische Werbung hat in Wien keinen Platz!", so Frauenberger weiter.
Merkmale und Wirkung sexistischer Werbung
Sexistische Werbung kann zwar auch Männer betreffen, betrifft aber in der Realität zum überwiegenden Teil Frauen. Eine Werbung ist nicht nur dann sexistisch, wenn mit (halb-) nackten Frauenkörpern ein Produkt verkauft werden soll, sondern auch dann, wenn Frauen abwertend oder sexualisiert dargestellt oder auf stereotype "weibliche" Rollen reduziert werden: Frau kauft ein, kocht, wäscht, kümmert sich um die Kinder und sorgt sich um Figur und Aussehen.
Das Frauenbild in der Werbung prägt aber letztlich auch gesellschaftliche Vorstellungen und Erwartungen an Frauen. Mädchen und Buben erleben tagtäglich eine wahre Bilderflut, in der Frauen sexualisiert, unrealistisch und in einigen wenigen Rollen gezeigt werden. Sexistische Werbung ist deshalb keine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks oder der Ästhetik, sondern hat verheerende Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Wenn Frauen systematisch sexualisiert und als Objekt dargestellt werden oder Gewalt verharmlost wird, sind auch die Auswirkungen für ein sicheres gewaltfreies Leben für jede Frau offensichtlich.
Weiterführende Informationen
Frauenabteilung der Stadt Wien (Magistratsabteilung 57)
Kontaktformular

