Auswirkungen von Gewalt gegen Frauen und gesellschaftliche Vorurteile

Auswirkungen von Gewalt auf die Opfer

Die Auswirkungen von Gewalt auf die Opfer sind sehr vielfältig. (Wiederholte) Gewalterfahrungen, Unterdrückung und Bedrohungen sind traumatisierend, zerstören das Selbstwertgefühl und die Selbstsicherheit der betroffenen Frauen und können zum Verlust der Selbstbestimmung über das eigene Leben und den eigenen Körper führen.

Gewalterfahrungen haben zumeist großen Einfluss auf die freie und eigenständige Lebensgestaltung und weitreichende gesundheitliche, körperliche, psychische sowie soziale Folgen. Die Belastungen und Ängste können so massiv werden, dass sie das Leben bestimmen und es schwer erträglich machen. Die Trennung aus einer Gewaltbeziehung und den damit oft verbundenen Abhängigkeiten und Ängsten ist schwer, macht Angst und braucht viel Kraft und Unterstützung.

Gesellschaftliche Vorurteile bei Gewalt gegen Frauen

Kampagnenplakat Andrea Händler: Beine von Händler, darunter Standpunkt-Text: Kein Spielraum für Gewalt gegen Frauen!

Klarer Standpunkt von Kabarettistin Andrea Händler: Kein Spielraum für Gewalt gegen Frauen!

Das öffentliche Bewusstsein ist im Hinblick auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen immer noch mit Vorurteilen und falschen Vorstellungen behaftet. Beispiele dafür sind:

  • Gewalt gibt es nur in bestimmten sozialen Schichten und sogenannten Problemfamilien.
  • Frauen provozieren Gewalt.
  • Er schlägt nur, wenn er getrunken hat.
  • Aufreizende Kleidung ist eine Einladung und rechtfertigt sexuelle Übergriffe.
  • Unzählige tägliche, kontrollierende, Anrufe sind nur Liebesbeweise.
  • Vergewaltigung und sexueller Missbrauch sind die Resultate unkontrollierbarer männlicher Triebe.
  • Vergewaltigungen passieren in erster Linie durch Unbekannte an öffentlichen Plätzen.
  • Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist ein Kavaliersdelikt.

Diese Aussagen sind nicht nur falsch, sondern verharmlosen, verleugnen und rechtfertigen Gewalt gegen Frauen. Sie erschweren den Betroffenen, über die erlebte Gewalt zu sprechen und sich Unterstützung zu holen, und stärken und entschuldigen die Täter.


Argumente und Fakten zur Entkräftung der Vorurteile

  • Familiäre Gewalt gegen Frauen kommt in allen sozialen Schichten vor - unabhängig von Herkunft, Alter, Kultur, Bildungsstand oder Einkommensschicht.
  • 90 Prozent aller Gewalttaten an Frauen und Kindern werden in der Familie und im sozialen Nahraum verübt.
  • Das Verhalten von Frauen, die Gewalt erleben, beeinflusst das Verhalten der Täter nicht - der Täter allein ist verantwortlich dafür, dass er Gewalt ausübt.
  • Alkohol, soziale Probleme, Stress oder Arbeitslosigkeit können der Auslöser für einzelne Gewalttaten sein, sie sind aber nie die Ursache für Gewalt und keine Rechtfertigung dafür!
  • Sexuelle Gewalthandlungen werden vom Täter gezielt gesetzt, um das Opfer zu demütigen und zu verletzen und um sich selbst mächtig und überlegen zu fühlen.
  • Stalking hat nichts mit Liebe oder "Liebeswerberei" zu tun! Dem Täter geht es darum, Aufmerksamkeit zu erregen, Macht und Kontrolle über das Opfer auszuüben und das Opfer einzuschüchtern und zu ängstigen.
  • Jede unerwünschte sexuelle Annäherung und Grenzüberschreitung ist Gewalt.

Standpunkte der Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57)

  • Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt!
  • Gewalt ist durch nichts zu entschuldigen oder rechfertigen! Die Verantwortung für die Gewalt trägt die Person, die die Gewalt ausübt!
  • Opfer von Gewalt müssen unterstützt und geschützt werden, Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden.
  • Jedes Mädchen hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob, wann und wen es heiraten möchte!
  • Jede Frau hat das Recht, selbst zu entscheiden, wie nahe ihr eine andere Person kommen darf - zu jedem Zeitpunkt!
Verantwortlich für diese Seite:
Frauenabteilung der Stadt Wien (Magistratsabteilung 57)
Kontaktformular