Frau wäscht, bügelt und kocht
Klassische Haushaltsarbeit ist nach wie vor Angelegenheit der Frauen. Das geht aus dem jüngsten SORA-Frauenbarometer hervor, das Frauenstadträtin Sandra Frauenberger präsentiert hat.
68 Prozent der befragten Frauen, die in Partnerschaft leben, gaben an, die Wäsche meist selbst zu waschen und zu bügeln. 23 Prozent machen diese Arbeit gemeinsam mit ihrem Partner, aber nur drei Prozent der Frauen erklärten, die Wäsche werde meistens von ihrem Partner erledigt.
Ähnlich verhält es sich beim Thema Kochen: 56 Prozent gaben an, meistens selbst zu kochen, 34 Prozent kochen gemeinsam, aber nur acht Prozent der Frauen können diese Arbeit meistens dem Partner überlassen.
Vom "Aufräumen und Reinigen der Wohnung" sind nur zwei Prozent der befragten Frauen durch ihre Partner befreit. 43 Prozent der Frauen putzen meistens selbst und weitere 43 Prozent erledigen es gemeinsam mit dem Partner.
Einfluss von Bildung und Alter
Relevante Einflussgrößen sind Alter und Bildung: Frauen ohne Matura sind in noch stärkerem Ausmaß allein verantwortlich für Kochen, Aufräumen und Wäsche Waschen als Frauen mit Matura. Ältere Frauen fühlen sich tendenziell in noch stärkerem Ausmaß allein zuständig für die Hausarbeit.
Ob eine Frau erwerbstätig ist oder nicht, hat nur geringen Einfluss auf die Arbeitsteilung: Der Unterschied zwischen berufstätigen und nicht berufstätigen Frauen ist bei den meisten Tätigkeiten marginal und bewegt sich zwischen 1,5 und fünf Prozent. Auch die vor- und nachmittägliche Kinderbetreuung ist eine Frauendomäne.
Quote gegen Einkommensschere
Der Umstand, dass Frauen nach wie vor den größten Anteil der unbezahlten Arbeit wie Hausarbeit und Kinderbetreuung verrichten, hat gesellschaftliche Konsequenzen. Die ungerechte Verteilung der Familienarbeit trägt mit Schuld an der auseinanderklaffenden Lohnschere. Nicht nur die Einkommensschere, sondern auch der verschwindende Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten ist Zeugnis der Ungleichstellung von Frauen und Männern. Laut Arbeiterkammer haben nur vier Prozent der heimischen Top-Unternehmen weibliche Vorstände.
SPÖ und Grüne haben einen gemeinsamen Resolutionsantrag im Wiener Gemeinderat eingebracht. Darin wird die gesetzliche 40-prozentige Frauenquote für österreichische Aufsichtsräte und Vorstände gefordert.
Halbe-Halbe an die Spitze der Agenda
Frauenstadträtin Sandra Frauenberger:
Frauen haben sich sehr viel erkämpft, von echter Gleichstellung kann aber auch 100 Jahre nach dem 1. Internationalen Frauentag keine Rede sein. Wir müssen Halbe-Halbe aus der Mottenkiste holen und an die Spitze der Agenda stellen.
Datenerhebung
Die Daten des SORA-Frauenbarometers beruhen auf Telefoninterviews mit 802 Wienerinnen zwischen 15 und 65 Jahren. Sie wurden im Oktober und November 2010 geführt. Daneben bietet das Barometer eine Reihe von Fokusgruppen-Ergebnissen.
Weiterführende Informationen
Frauenabteilung der Stadt Wien (Magistratsabteilung 57)
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