Frauenpreis 2011 für VALIE EXPORT und Ina Wagner

Video: Verleihung des Frauenpreises 2011

Frauenstadträtin Sandra Frauenberger hat den Wiener Frauenpreis 2011 an VALIE EXPORT und Ina Wagner verliehen. VALIE EXPORT wurde in der Kategorie "Bildende Kunst" ausgezeichnet. Ina Wagner erhielt den Preis in der Kategorie "Informations- und Kommunikationstechnologie".


Preisträgerin VALIE EXPORT

VALIE EXPORT ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen des Landes. Ihr Schaffen umfasst Performance, Aktionen, Fotografie, Video, Film, Expanded Cinema, Medieninstallationen, Skulptur und Text. Sie war Pionierin der Medien-, Performance- und Filmkunst, mit der sie oft provozierte. VALIE EXPORTs Arbeiten machen auf soziale, gesellschaftliche und politische Wirklichkeit aufmerksam, auf Zwänge, Gewalt und Schmerz. Ihre feministische Haltung und ihr Kampf für gleichberechtigte und geschlechtsneutrale Beurteilung medialer Arbeiten stießen auf heftige Abwehr. Der selbst gewählte Name, in Abgrenzung zu ihrem Geburtsnamen und zum Namen ihres geschiedenen Mannes, war ein Akt der Selbstbestimmung: Anspruch auf Präsenz in der von Männern dominierten Welt der Kunst, künstlerisches Konzept und Logo. Für VALIE EXPORT beginnt Selbstbestimmung mit der Wahrnehmung der eigenen Abhängigkeiten. Sie setzt Kunst als politischen Motor ein und bestimmt so in ihren Arbeiten zum Beispiel über ihren eigenen Körper.

VALIE EXPORT ist nicht auf "feministische Kunst" zu verkürzen, aber die Künstlerin und Feministin hatte in mehr als vier Jahrzehnten ihrer Arbeit große Wirkung auf Frauen, auf Künstlerinnen, auf Männer und die Kunst.

Preisträgerin Ina Wagner

Ina Wagner ist Universitätsprofessorin für Multidisziplinäres System Design und leitet das Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung an der Fakultät für Informatik der Universität Wien. Sie ist eine der profiliertesten Naturwissenschafterinnen des Landes. Das lässt sich zum Beispiel an der langen Liste ihrer Publikationen ablesen. Sie war Mitglied der Ethikgruppe der Europäischen Kommission und sitzt nun in der österreichischen Bioethik-Kommission.

Wagners Institut ist an der Schnittstelle zwischen Informatik und Sozialwissenschaften angesiedelt. Kern ihrer Arbeit ist die Verbindung von ethnographischen Untersuchungen von Arbeitspraxis mit Technikentwicklung, beispielsweise im Krankenhaus, im Architekturbüro und in der Automobilindustrie. Mit ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit will sie verhindern, dass Computersoftware an den Menschen vorbei entwickelt wird. Ihren besonderen Schwerpunkt bilden Fragen der Arbeitsorganisation, der Ethik und vor allem frauenspezifische Gesichtspunkte.

Das Thema "Frauen in Technik und Wissenschaft" war immer ein zentraler Punkt ihrer Arbeit, sei es als Mitglied im Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen, sei es als Mentorin, sei es als Autorin über Fragen der feministischen Perspektive in Naturwissenschaft und Technik. An Wagners Institut studieren überproportional viele junge Frauen und es werden viele Projekte mit hohem Frauenanteil gefördert.

Verteilungsgerechtigkeit

Frauenstadträtin Sandra Frauenberger:

Die Preisträgerinnen des Wiener Frauenpreises haben eine wichtige gesellschaftliche Vorbildfunktion, denn sie machen Frauen Mut, althergebrachte Rollenbilder zu durchbrechen. Sie zeigen, Frauen können alles sein. Gerade in Zeiten der Krise ist der Kampf um Verteilungsgerechtigkeit ein Gebot der Stunde. Halbe/halbe mag "retro" klingen, muss aber wieder ganz oben auf die Agenda.

Für 2012 kündigt die Wiener Frauenstadträtin den Schwerpunkt "Verteilungsgerechtigkeit" an.

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