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Gemeinderat, 10. Sitzung vom 27.05.2021, Wörtliches Protokoll  -  Seite 38 von 97

 

spiel unlängst in Floridsdorf auf das Quartier der Volkshilfe.

 

Diese Angriffe sind zutiefst verachtenswert. Wer so eine Einstellung hat, solche Handlungen setzt, hat keinen Platz in einer offenen Gesellschaft, hat keinen Platz in einer Stadt, in der Respekt, Anstand und sozialer Zusammenhalt ganz oben auf der Agenda stehen, und muss mit aller Härte des Gesetzes zur Verantwortung gezogen werden.

 

Ich bedanke mich bei all den tollen Menschen, die sich über die Jahre im WUK engagiert und zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben. 2011 gab es schon ein fulminantes Fest, ich bin gespannt, was uns heuer dort erwartet. Wir lassen uns überraschen und freuen uns darauf, nicht nur auf das, was das Geburtstagsfest, sondern auf das, was die Zukunft noch bringt, und hoffen, dass der Aufwärtstrend im Kulturbereich auch im restlichen Jahr fortgesetzt werden kann. Denn: Viele Künstlerinnen und Künstler investieren eben oft ein ganzes Jahr Arbeit, Passion und Leidenschaft in ihr Projekt - und dann ist unklar, ob es sich überhaupt verkaufen lässt, ob es dem Publikum gefällt, oder ob es an fehlenden Möglichkeiten, aufzutreten und sich zu präsentieren, scheitert.

 

In der Kunst und Kultur müssen Entscheidungen aber langfristig getroffen werden. Einen Weg zurück gibt es nicht. Das ist oft ein Lotteriespiel. Die letzten Wochen und Monate waren eine enorme Herausforderung für die Kulturschaffenden. Viele Orte der Kunst und Kultur sind fast vollständig eingebrochen. Jetzt haben wir uns ein bisschen Normalität zurückerkämpft, und die Kultur startet neu durch. In den zum Teil ausverkauften Theatervorstellungen merkt man, wie sehr der Mensch Kultur braucht und sich nach Kultur sehnt. So ein wenig wegträumen können, dem Alltag entfliehen, das macht einfach glücklich.

 

Wir müssen den Kulturschaffenden in diesem Land Sicherheit geben und auch die notwendigen Möglichkeiten schaffen. Die Stadt Wien tut das längst. Wien spart eben nicht bei der Kultur, im Gegenteil, es gibt so viel Geld wie noch nie für unsere Kulturstadt. Zum Beispiel wurden die Mittel für den Filmfonds Wien auf 11,5 Millionen EUR erhöht. Damit wird der beliebte Filmstandort Wien massiv gestärkt. Es wurde ein neues Stipendienprogramm in der Höhe von 1,5 Millionen EUR geschaffen. 24 KünstlerInnen erhalten ab diesem Jahr 1.500 EUR monatlich für Projekte auf die Dauer von 12 Monaten. Literatur und Dramatik machen den Start. Nächstes Jahr wird das Programm ausgeweitet.

 

Oder kommen wir gleich zu etwas Greifbarem, den Ankerzentren: „Soho in Ottakring“ ist wohl eines der bekanntesten Kulturprojekte, die direkt vor Ort mitten im Grätzl im Bezirk wirken, und das seit mehr als 20 Jahren mit Erfolg. „Soho in Ottakring“ hat es geschafft, ein ganzes Viertel zu beleben, zu bespielen, und nicht nur das: Dieses Ankerzentrum ist ein Beispiel dafür, dass auch regionale Projekte weit über die Bezirksgrenzen hinausstrahlen können.

 

Und in dieser Stadt gibt es keinen Stillstand. Ein neues Kulturbaby ist geboren: das Ankerzentrum im Schlingerhof in Floridsdorf. Ein Bezirk, der bislang kulturell eher unterversorgt war, blüht auf. Damit wollen wir Angebote direkt vor der Haustüre schaffen und durch die Bespielung dieses neuen Platzes das nachbarschaftliche Miteinander stärken. Ein Raum für Kunst und Gemeinschaft, der sich niederschwellig, partizipativ und integrativ gestaltet für Jung und Alt, der Wirtschaft, Schule und Nachbarschaft zusammenbringt, der durch eine offene Gestaltung ein buntes Programm ermöglicht! Letztendlich profitieren wir alle von solch innovativen Projekten, die nicht nur den Menschen vor Ort schöne Momente bieten, sondern damit zu einer nachhaltigen Entwicklung ganzer Stadtteile beitragen. Ich wünsche Manuel Gras und seinem Team alles, alles Gute!

 

So wie unsere Kulturstadträtin visionär ist, brauchen wir Visionen. Auch das WUK, das größte Kulturzentrum Europas, ist aus einer Vision entstanden. Es braucht aber eben nicht nur diesen Mut und die Phantasie, manchmal braucht es einfach nur den Willen.

 

Den Poststücken kann man nur zustimmen, und Sie sollten das auch tun. - Danke schön.

 

Vorsitzende GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet hat sich Frau GRin Matiasek. Ich erteile Ihnen das Wort.

 

12.50.12

GRin Veronika Matiasek (FPÖ)|: Frau Vorsitzende! Sehr geehrte Frau Stadträtin! Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ich schließe mich dieser Runde an, die ihre Freude darüber ausgedrückt hat, dass nun endlich auch im Kulturbereich wieder gewisse Öffnungen eingetreten sind, und auch ich persönlich habe sofort meine Fühler ausgestreckt und mich erfreut, Museen besucht, und so weiter. Es ist ja wirklich so gewesen, dass der Kulturbereich, die Kunst- und Kulturschaffenden ganz besonders betroffen waren - man kann es vielleicht ein bisschen mit der Gastronomie vergleichen - und durch die Schließungszeiten auch weitgehend zu einer Untätigkeit verdammt waren. Man darf auch nicht vergessen, dass genauso wie hinter anderen Einrichtungen, wie etwa der Hotellerie, dem Tourismus, ja auch in der Kultur, die unmittelbar damit zusammenhängt, auch viele nachfolgende Berufsfelder sehr schwer von diesen langen Schließungszeiten getroffen waren, und insofern sind wir natürlich froh, wenn sich jetzt die ersten Öffnungsschritte anbahnen. Ich möchte auch dazusagen: Es ist ja auch im Wesen der Kunst- und Kulturschaffenden, dass sie nicht am Tropf hängen wollen, wenn man es so ausdrücken darf - ich setze es unter Anführungszeichen -, dass sie nicht nur auf Förderungen angewiesen sein wollen, sondern dass nun endlich auch die Zeit kommen muss, in der sie mit ihrer Kunst, mit dem, was sie darbieten, mit dem, womit sie die Menschen erfreuen oder bereichern, auch Geld verdienen können. Kunst muss sich auch wieder tragen können, und ich glaube, deswegen ist es ganz besonders wichtig, dass man hier, wo ja eine sehr gute Möglichkeit besteht, Öffnungsschritte auch zu erweitern, wirklich dahinter ist, dass, wie gesagt, auch die Förderungen dann wieder ein bisschen verändert werden können, dass sozusagen bei denjenigen, die in der Lage sind, mit ihrem kulturellen Angebot auch Geld zu verdie

 

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